LIBINGEN: Schule Libingen blüht erneut auf

Der gesamte Schulrat mit Präsident Max Gmür und Schulleiter Kilian Imhof besuchte am Mittwochabend Libingen zum Elterninformationsanlass. Sie hatten tolle Nachrichten im Gepäck, welche spontanen Applaus auslösten.

Martina Signer
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Claudia Gauer ersetzt die langjährige Lehrerin Erika Keller. Rechts Schulratspräsident Max Gmür.

Claudia Gauer ersetzt die langjährige Lehrerin Erika Keller. Rechts Schulratspräsident Max Gmür.

LIBINGEN. 2010 stand die Schule Libingen auf wackligen Beinen. Die Angst der Libinger, dass die Schule geschlossen werden muss, war berechtigt. Doch mit zwei Massnahmen konnte dies verhindert werden. Man hat eine Grundstufe mit zwei Klassen – Kindergarten bis 1. Klasse und 2. bis 3. Klasse – eingeführt und mehrere Weiler ab Rafeldingen Richtung Libingen in die Aussenschule integriert. Die 5. und 6. Klasse besuchte fortan die Primarschule in Mosnang, wo es somit drei solcher Klassen gab. Damit konnte die Aussenschule Libingen gerettet werden. Die Schule blühte wieder auf. Damals ging auch der langjährige Lehrer Hans Aggeler in Pension, was eine weitere Herausforderung darstellte. Pensionierungen prägten auch den Informationsanlass vom Mittwoch, da mit Roland Naef aus Mosnang und Erika Keller aus Libingen bald zwei langjährige und tatkräftige Lehrpersonen in den Ruhestand treten.

«Bravo, gut gemacht!»

Mittlerweile haben sich die Schülerzahlen so positiv entwickelt, dass Max Gmür den Eltern eine überraschende Nachricht überbringen konnte. Ab dem Schuljahr 2017/2018 werden in Libingen wieder alle Primarstufen vom Kindergarten bis zur 6. Klasse unterrichtet. Auf diese Mitteilung folgten spontane «Bravo»-Rufe und anhaltender Applaus. Die Erleichterung, dass die Schule nicht nur nicht mehr vor dem Aus steht, sondern sogar wieder mehr Klassen unterrichtet werden können, war den Anwesenden anzumerken. Immer wieder hörte man geflüsterte «Das ist ja super» oder «Gott sei Dank». Diese positive Entwicklung kommt laut Max Gmür nicht von ungefähr. Libingen hat sich erfolgreich engagiert. Die IG Libingen hat einiges erreicht: Das Maifest lockt immer wieder grosse Besuchermengen an, der Dorfladen besteht dank Hans Aggeler an vorderster Front weiter, es konnte Bauland eingezont werden und bereits stehen die ersten neuen Häuser. Der Zusammenhalt der Bevölkerung ist enorm. «Libingen sendete immer wieder positive Signale aus», sagte Max Gmür weiter. Das habe auch den Schulrat angespornt, die Situation neu zu beurteilen.

Lehrplan 21 war entscheidend

Die Entscheidung beeinflusst hat auch der Lehrplan 21, nach dem nicht mehr in Unter-, Mittel- und Oberstufe unterrichtet wird, sondern nach sogenannten Zyklen. Zyklus 1 umfasst Kindergarten bis 2. Klasse und Zyklus 2 dann 3. bis 6. Klasse. Ein weiterer Aspekt war, dass man entschieden hat, Primarlehrer Roland Naef in Mosnang nicht zu ersetzen, womit an der dortigen Primarschule nur noch zwei statt drei 5./6.-Klassen unterrichtet werden können. Das bot die Grundlage dafür, dass auch die Libinger Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse wieder in der Aussenschule unterrichtet werden und somit ihre ganze Primarschulzeit in ihrem Wohnort besuchen können. Die Schule Libingen blüht erneut auf. Einen Wermutstropfen gab es dennoch zu verkünden. Die Pensionierung von Erika Keller. Max Gmür war voll des Lobes für die langjährige Lehrerin. «Wenn wir sie 2010 nicht gehabt hätten, hätten wir dem Versuch, die Schule zu retten, skeptischer entgegengeblickt», sagte der Schulratspräsident. Die Anwesenden waren sich zudem bewusst, dass ohne die Lehrerin, die sich jahrelang mit Herzblut engagiert hat, die Schule nicht an dem Punkt stehen würde, an dem sie es nun tut. Die Nachfolgerin von Erika Keller, Claudia Gauer, stellte sich kurz vor. Sie wohnt in Unterwasser und ist, genau wie Erika Keller, gerne draussen, was die Eltern positiv stimmte. Für die Schüler wird sich demnach nicht alles ändern in der Zeit nach Erika Keller. Und ein Besuch an der Schule machte deutlich, dass sich die Schüler riesig freuen, dass sie von nun an bis zur 6. Klasse an ihrem Wohnort zur Schule gehen dürfen.

Die Freude der Schüler, dass sie bis zur 6. Klasse in Libingen zur Schule gehen dürfen, ist riesengross. (Bilder: Martina Signer)

Die Freude der Schüler, dass sie bis zur 6. Klasse in Libingen zur Schule gehen dürfen, ist riesengross. (Bilder: Martina Signer)