LIBINGEN: Dem Sturmgewehr treu geblieben

Im Toggenburg ist er aufgewachsen, in Unteriberg wohnt er: Armin Hollenstein fährt trotzdem jedes Jahr mehr als eine Stunde, um für jenen Verein, indem er begonnen hat, das Feldschiessen zu absolvieren.

Beatrice Bollhalder
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Armin Hollenstein bereitet sein Sportgerät, ein Sturmgewehr 57, auf den Einsatz vor. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Armin Hollenstein bereitet sein Sportgerät, ein Sturmgewehr 57, auf den Einsatz vor. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Beatrice Bollhalder

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Vor knapp 50 Jahren hat Armin Hollenstein in Libingen das Licht der Welt erblickt und dort seine Kindheit verbracht. Und obwohl er mit seiner Familie seit bald zwanzig Jahren in der Innerschweiz lebt, hat er dem Militärschützenverein Libingen all die Jahre die Treue gehalten.

Das Hobby Schiessen kommt bei ihm nicht von ungefähr. Sein Vater war bereits ein begeisterter Schütze und hat bis ins hohe Alter regelmässig an diversen Schützenfesten teilgenommen. Nach der Hochzeit hat der gelernte Schreiner mit seiner Frau in Dietfurt gewohnt. Von dort war es einfach, das Jahresprogramm des Vereins zu erfüllen. Er amtete als Schützenmeister, sieben Jahre als umsichtiger Kassier und schliesslich während einer Amtsperiode von vier Jahren sogar noch als Präsident.

Vier- bis fünfmal zum Training nach Libingen

Armin Hollenstein ist einer von jenen, die eine Sache richtig oder gar nicht machen wollen. So war es für ihn selbstverständlich, dass er seine Vorstandstätigkeit in Libingen einstellte, als er mit seiner Familie – inzwischen waren drei Kinder dazugekommen – nach Unteriberg in den Kanton Schwyz zügelte.

Um einerseits mehr Zeit für seine Familie zu haben, beschloss er, in seinem neuen Wohnort nicht dem dortigen Schützenverein beizutreten. Andererseits konnte er, indem er weiterhin dem MSV Libingen angehörte, den Kontakt zur Heimat beibehalten. Elf Jahre lang führte ihn sein Arbeitsweg von Unteriberg nach Einsiedeln. Und vier- bis fünfmal pro Jahr nach Libingen zum Training oder einzelnen Wettkämpfen. «So sehe ich meine Kameraden doch noch hie und da», sinniert Armin Hollenstein. Das Revisorenamt, mit dem man ihn beim Wegzug betraut hat, übt er seit 1998 immer noch aus. Vor sieben Jahren hat Armin Hollenstein seine Arbeitsstelle gewechselt und arbeitet nun in Uznach. Nun ist es für ihn klar, dass er das Training gleich an die Arbeitszeit anschliesst.

Altes Sturmgewehr ist ausreichend

Hollenstein ist aber nicht nur seinem Verein treu geblieben, sondern auch seinem Gewehr. Er hätte nur ein paar WK-Tage mehr absolvieren müssen, dann hätte er ein neues Sturmgewehr fassen können. Auch wenn andere heute moderne Sportgeräte aus der Tasche auspacken, so ist er sicher, dass für ihn das alte Sturmgewehr völlig ausreichend ist. «Entweder ich treffe oder ich treffe nicht», sagt er schmunzelnd. Ob denn der Schützenkönigstitel kein Ziel ist? «Meine Ziele stecke ich nicht so hoch», meint er nüchtern.

Immerhin wird er, wenn es die Zeit zulässt, in diesem Jahr ausser mit dem Gewehr auch mit der Pistole das Feldschiessen-Programm absolvieren. Diesmal ist das besonders günstig, da die beiden Wettkampfplätze in Bütschwil nicht weit auseinanderliegen.