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Letztmals auf Kehrichttour in Teufen

In sieben Ausserrhoder Gemeinden hat die Bänziger Kipper GmbH, Trogen, in den vergangenen 28 Jahren den Kehricht abgeführt. Am 31. Dezember endet diese Ära nach mehr als acht Millionen Kilometern.
Mea McGhee
Markus Bänziger, Inhaber von Bänziger Kipper GmbH, Trogen, und seine Mitarbeiter Murat Thaqi, Sabri Rustemi und Naser Shabani auf einer der letzten Kehrichttouren des Unternehmens in Teufen. (Bild: MC)

Markus Bänziger, Inhaber von Bänziger Kipper GmbH, Trogen, und seine Mitarbeiter Murat Thaqi, Sabri Rustemi und Naser Shabani auf einer der letzten Kehrichttouren des Unternehmens in Teufen. (Bild: MC)

Immer wieder winken entgegenkommende Autolenker, und Naser Shabani grüsst zurück. Man kennt den Chauffeur, nicht nur in Teufen, wo er am Donnerstag unterwegs war. Seit 25 Jahren steuert er für seinen Arbeitgeber, Bänziger Kipper GmbH Trogen, den Kehrichtlastwagen durch sieben Ausserrhoder Gemeinden. Am Montag werden Naser Shabani und die beiden Belader Sabri Rustemi und Murat Thaqi letztmals gemeinsam unterwegs sein. Rund 3100 Tonnen Haushalt- und Gewerbemüll hat das Team pro Jahr abgeführt und dabei jährlich 30 000 Kilometer zurückgelegt.

Die Arbeit wird geschätzt und verdankt

Die drei Männer in ihren leuchtend orangen Überkleidern verrichteten ihre Arbeit zuverlässig, wenn auch von vielen unbemerkt. «Und doch wird der Dienst seitens der Bevölkerung geschätzt und verdankt, gerade am Jahresende», sagt Firmeninhaber Markus Bänziger. Dieses Jahr sei es aber besonders. Seit 1990 hat Bänziger Kipper in Rehetobel, Wald, Trogen, Speicher, Teufen, Bühler und Stein den Kehricht abgeführt. Per Ende 2018 endet diese Ära. In Speicher sammelt das Unternehmen aber weiter Papier, in Trogen Grüngut und in Wald sowie Stein das Altmetall.

Persönlicher Service und grosser Einsatz

Dass seine Firma in der Ausschreibung der A-Region den Kürzeren gezogen hat, bedauert Markus Bänziger, er möchte aber nicht mehr darauf eingehen. Vielmehr windet er seinen Mitarbeitern ein Kränzchen. Diese hätten, obwohl sie wussten, dass sie ihre Arbeit verlieren würden, das ganze Jahr über «pflichtbewusst» ihre Aufgabe wahrgenommen. Der Chauffeur wird künftig mit dem Kehrichtwagen in St. Gallen unterwegs sein, die Belader suchten nach Arbeit, so Bänziger.

Shabani, Rustemi und Thaqi leisteten stets mehr als Dienst nach Vorschrift. Stellte jemand die Abfallsäcke zu spät an die Strasse, wurden diese auf dem Rückweg eingesammelt, im Garni-Hotel fragten die Kehrichtmänner schon mal nach, ob nach einem Feiertag die Abfuhr vergessen worden sei, und es wurde auch kurz gewartet, wenn jemand mit dem Müllsack noch in der Haustür stand. «Manchmal nahm ich einen Bewohner der Stiftung Waldheim mit», erzählt Naser Shabani, und auch Kinder in Begleitung eines Elternteils durften schon in der Führerkabine des modernen Kehrichtlastwagens mitfahren. Der kommunikative Chauffeur kennt viele Anwohner auf seinen Touren, donnerstags seien sie jeweils von der Schule Rot-Haus in Teufen zum Zmittag eingeladen worden, und von manchen Garagentoren hatte Shabani gar die Fernbedienung im Lastwagen. Die brachte er nun alle zurück, erhielt im Gegenzug mancherorts ein kleines Präsent.

Moderne Technik und Unfallprävention

Angesprochen auf die Veränderungen im Abfallwesen sagt Transportunternehmer Markus Bänziger: Für die Abfuhr in entlegenen und steilen Gebieten, habe man einen Jeep angeschafft, um Unfällen vorzubeugen. Einmal sei der Lastwagen in Rehetobel auf einer Talfahrt von der Strasse gerutscht und musste mit einem Kran geborgen werden. Auch technisch habe sich einiges verändert. Der Kehrichtwagen, ein Hybridmodell, erfülle die Euro-6-Abgasnorm. Die Container würden auf dem Fahrzeug gewogen und identifiziert, die Daten der A-Region übermittelt. Um die Unterflurcontainer leeren zu können, ist der Kehrichtwagen mit einem Kran ausgestattet. Die Abfallmenge indes habe sich nicht markant verändert, so Bänziger. Einzig bevor in Teufen die Sackgebühr eingeführt worden sei, hätten wohl alle ihre Keller und Estriche geräumt.

Am Montag richtet Firmenchef Markus Bänziger für sein Team eine kleine Abschiedsfeier aus. Den modernen Kehrichtwagen hat er verkauft. Naser Shabani wird ab Dienstag lernen, wo in der Stadt
St. Gallen die Unterflurcontainer stehen, er wird sich die Touren einprägen und den Lastwagen seines neuen Arbeitgebers so am Strassenrand anhalten, dass die beiden Belader bei ihrer anstrengenden Arbeit möglichst kurze Wege gehen müssen – so wie er es die vergangenen 25 Jahre im Appenzellerland gemacht hat.

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