Letztes Kapitel des Chors

Frauenchor Wattwil

Pia Gasser
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Gemeinsam ging es zum letzten Mal als Frauenchor Wattwil auf Reisen. Das Ziel war Appenzell. (Bild: PD)

Gemeinsam ging es zum letzten Mal als Frauenchor Wattwil auf Reisen. Das Ziel war Appenzell. (Bild: PD)

Wenn etwas zu Ende geht, bietet sich immer wieder die Chance für Neues. Am letzten Samstag fand zum letzten Mal in der 131-jährigen Geschichte des Frauenchors Wattwil die Hauptversammlung statt. Die Präsidentin Pia Gasser begrüsste früh am Morgen im Thurpark die 23 Sängerinnen. Besonders freuten sich die Frauen, dass auch die Dirigentin Romana Ciganovic dieser Einladung gefolgt war. Geschäftliche Angelegenheiten gab es nur noch wenige zu regeln. Die Vereinsauflösung wurde vom Vorstand vorgängig in die Wege geleitet. Die Aktuarin legte zum letzten Mal das Protokoll auf, die Kassierin erklärte ein letztes Mal den Stand in der Vereinskasse. Im Jahresbericht liess die Präsidentin einige Höhepunkte des letzten Vereinsjahres nochmals Revue passieren: die erfolgreiche Teilnahme am Sängertag in Bazenheid, wofür wir mit dem Prädikat «Sehr gut» belohnt wurden. Unsere traditionellen Ständli in Alters- und Pflegeheimen und das Adventskonzert, bei dem wir ins Wirkungsfeld unserer Dirigentin nach Stäfa gereist waren. Es gab an der Hauptversammlung zwei Jubiläen zu feiern. Monika Wittweiler war dem Chor über 30 Jahre lang treu und Ursula Stäheli sang gar während 35 Jahren in unseren Reihen. Verabschiedet wurde nach fünfjähriger Tätigkeit Dirigentin Romana. Im Schlusswort erklärte Pia Gasser, wieso diese Vereinsauflösung nicht mehr aufzuhalten war. Heute haben viele Vereine Mühe, Neumitglieder anzuwerben. Somit wird das Durchschnittsalter der Chöre älter und älter. Irgendwann kommt man an die Grenze, an der ein Chor noch genügend Stimmen für Auftritte besitzt. Weniger Mitglieder und weniger Auftritte bedeuten weniger Einnahmen. Eine öffentliche, finanzielle Unterstützung in diesem Bereich gibt es leider nicht. Nach dieser letzten HV wollten die Sängerinnen ihr Zusammensein geniessen. So ging es mit dem Zug nach Appenzell, wo für sie ein Jodelkurs organisiert war. Walter Neff, bekannt als Hirschli, unser Jodellehrer, konnte uns fürs Singen nochmals so richtig begeistern, obwohl das «Gradhebe» und Talerschwingen für uns Neuland waren. Nach einem eindrücklichen Tag sind wir froh ob diese positiven Eindrücken, trotz der Auflösung unseres Vereins.

Pia Gasser