Lesestoff für das Vorderland

Im Februar wird in St. Gallen an zentraler Lage die neue Bibliothek Hauptpost eröffnet. Dies bedeutet für die Bibliotheken neue Konkurrenz. Die Zeitung fragt nach. Teil 2: In Heiden ist man auch Schulbibliothek.

Karin Erni
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Miriam Hauschildt Eugster und Susi Bär. (Bild: ker)

Miriam Hauschildt Eugster und Susi Bär. (Bild: ker)

HEIDEN. Seit Anfang Jahr steht die Gemeindebibliothek Heiden unter der Leitung von Miriam Hauschildt Eugster. Die gelernte Typographin hat den Kurs zur Bibliothekarin absolviert und arbeitet seit 2011 hier. Sie übernimmt die Stelle von Susi Bär und Simone Gründler, die die Bibliothek zuletzt gemeinsam geleitet haben. Susi Bär war seit den Anfängen vor 18 Jahren dabei. «Als ich damals nach Heiden kam, habe ich ein Inserat gesehen, worin alte Bücher zum Aufbau einer Bibliothek gesucht wurden.» Sie habe sich gemeldet und wurde gleich als Bibliothekarin engagiert. Unter ihrer Ägide hat sich die Angebotspalette der Bibliothek kontinuierlich vergrössert und weitere Räumlichkeiten kamen dazu.

Bücher und Filme

Das Angebot umfasst aktuelle Belletristik, Sachbücher, Comics und Kinderbücher. Bei den elektronischen Medien stehen Hörbücher, E-Reader, CDs und Filme zur Ausleihe bereit. Gerne nehmen die Verantwortlichen der Bibliothek auch Wünsche der Benutzer entgegen. Für Neuanschaffungen steht jährlich ein Budget von 25 000 Franken zur Verfügung. Die Bibliothek Heiden hat für das Dorf auch die Funktion einer Schulbibliothek. Einmal pro Woche kommen die Schüler der Schulhäuser Dorf und Wies vorbei und leihen sich Lesestoff aus. Die Gemeindebibliothek wird zunehmend zum Begegnungszentrum. Ein Drittel der Kunden kommt von auswärts. Eine wichtige Rolle im kulturellen Leben der Region nehmen die Veranstaltungen ein, die zwölfmal pro Jahr kostenlos angeboten werden. So waren schon Grössen wie Franz Hohler oder der Clown Pic in Heiden zugegen. Einen Höhepunkt bildet jeweils die Erzählnacht im November. Während sich die Ausleihzahlen für Bücher auf einem hohen Niveau eingependelt haben, sind die Ausleihen bei den elektronischen Medien seit zehn Jahren wieder rückläufig. Das habe mit der Konkurrenz aus dem Internet und mit den vermehrten Ausleihen in der Digitalen Bibliothek Ostschweiz zu tun, mutmasst Miriam Hauschildt. «Dort können unsere Mitglieder ebenfalls Medien ausleihen, und diese Zahlen werden von unserer Statistik nicht erfasst.» Die neue Bibliothek im Hauptpostgebäude nimmt die neue Leiterin nicht als Konkurrenz wahr. «Sie ist eher eine Ergänzung und bietet Dinge an, die wir nicht haben, beispielsweise auch fremdsprachige Literatur.»

Öffnungszeiten verlängert

Dank der erhöhten Beiträge von Kanton und Gemeinde konnten die Öffnungszeiten um zehn Stunden aufgestockt werden. Neu ist die Bibliothek von Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und am Donnerstag und Samstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

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