LESERWAHL: Appenzeller des Jahres 2016

Ida Steinemann wird Appenzellerin des Jahres. Sie verweist Heidi Eisenhut auf den zweiten Rang. Die Bäckersfrau aus Schwellbrunn hat Hilfsgüter für ihr Heimatland Kenia gesammelt. Dabei musste sie einige Schwierigkeiten meistern.

Jesko Calderara
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Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch

Die Wahl zum Appenzeller des Jahres 2016 endete mit einem klaren Resultat. Am meisten Stimmen erhielt die Bäckersfrau Ida Steinemann aus Schwellbrunn. Sie wird damit ausgezeichnet für ihr humanitäres Engagement zu Gunsten von Schildkindern in ihrem Heimatland Kenia. Bekannt wurde Steine­mann durch ihren Auftritt in der Sendung «SRF bi de Lüt». Die Bekanntheit nutzte sie, um eine Sammelaktion zu starten. Zusammengekommen sind viele Kisten und Säcke mit Hilfsgütern wie Schuhe und Kleidern. Auch 55 Fahrräder sammelte die gebürtige Kenianerin, weil in Afrika die Kinder bis zu zwei Stunden zu Fuss zur Schule gehen müssen. Die Kosten für den Transport nach Kenia übernahm die Bertold-Suhner-Stiftung.

Der Inhalt des Containers ging nach Mombasa, der zweitgrössten Stadt Kenias und der wichtigsten Hafenstadt Ostafrikas. Dort freuen sich die Schüler der St. Mary’s Genesis Academy, einer von Spenden finanzierten Schule mit 70 Kindern, schon an den neuen Kleidern aus der Schweiz. Ida Steinemanns Schwester engagiert sich nebenberuflich in der Schule und fragte eines Tages nach Hilfe. Geld habe sie keins schicken können, so viel Gewinn werfe die kleine Bäckerei in Schwellbrunn auch nicht ab, also sei sie auf die Idee gekommen, Kunden und Bekannte zu fragen, ob sie Kleider oder Schuhe hätten, die sie gerne spenden würden, sagte Steinemann gegenüber der Appenzeller Zeitung. Die Sammelaktion sprach sich schnell herum, auch die Männerriege des Turnvereins Herisau half eifrig mit.

Am 25. April ist der Container in Kenia angekommen. Ida Steine­mann und ihr Mann waren vor Ort, konnten die Hilfsgüter aber nicht in Empfang nehmen. Zollformalitäten und bürokratische Hürden hätten frustrierend lange gedauert, so dass ihre Schwester und die Cousine das Auslösen der Ladung vorantreiben mussten. Am 15. Juli war es endlich so weit. Steinemanns Schwester Jackline Moriasi konnte im Rahmen eines Elterntages der St. Mary’s Genesis Academy die Spenden aus der Schweiz an die ärmsten Familien verteilen. Die gesammelten Güter kamen in Kenia derweil nicht nur den Schulkindern zugute, sondern auch den Mitarbeitern und freiwilligen Helfern der Schule, die meist ebenso Bedarf haben.