leserbriefe

Heiden: Ein Aldi in der Kurzone? Seit kurzem bin ich mit meiner Frau und meinen zwei kleinen Kinder ins wunderschöne Heiden gezügelt. Wir sind über die Freundlichkeit der Leute positiv überrascht worden.

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Heiden: Ein Aldi in der Kurzone?

Seit kurzem bin ich mit meiner Frau und meinen zwei kleinen Kinder ins wunderschöne Heiden gezügelt. Wir sind über die Freundlichkeit der Leute positiv überrascht worden. Da fragt man sich schon, warum nicht mehr Leute hier in Heiden ein Grundstück kaufen und dieses einmalige Dorf sogar an Einwohner verliert. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Heidler an etwas gewöhnt haben, was für mögliche Neuzuzüger leider zu offensichtlich ist: Die ganze Bauplanung hat kein langfristiges Konzept. Es sieht aus, wie ein hoffnungsloses «Gewurstel». Es gibt in Heiden keine Planungssicherheit. Statt dass die Behörden ein langfristiges Konzept verfolgen, wird je nach Gusto ausgezont, umgezont, eingezont und Baugesetze und -reglemente umgeschrieben. Braucht die Migros Land? Kein Problem, statt sich auf bessere Alternativen festzulegen, kauft die Gemeinde selber Land in der Wohnzone Nord, nur um es im gleichen Zug der Migros zu verkaufen. Man nimmt bewusst auf Kosten des Steuerzahlers das Prozessrisiko in Kauf, da die Um- und Einzonung die Planbeständigkeit verletzt. Der Gemeindepräsident macht seitens der Migros Zusicherungen, die sich im nachhinein als falsch erweisen; man hat die Abklärungen, die für einen solch wichtigen Entscheid notwendig gewesen wären, schlichtweg vergessen. Der Kanton muss eingreifen und auf den bestehenden Quartierplan hinweisen. Fördert dies Vertrauen?

Will die Pension Nord verkaufen? Dann lassen wir plötzlich in der Kurzone Wohnungen zu (jetzt 25%. aber die SVP will es schon bald auf 50% erhöhen). Was für Wohnungen? Ferienwohnungen? Wie lange sind diese belegt? Was bringt es dem Kurort Heiden? Offensichtlich weiss nicht einmal der Chef der Baukommission, was im jetzigen Gesetzesartikel steht, denn er glaubt fälschlicherweise, dass nur Kliniken in der Kurzone erlaubt sind. Ja, Heiden braucht gute Wohnzonen mit Aussicht. Vielleicht sogar in der Kurzone, aber doch nicht einfach dann, wenn jemand gerade verkaufen will und einen höheren Preis erzielen möchte, sondern wenn es die langfristigen Planungsgrundlagen so vorsehen und es Heiden als Kurort hilft.

Man könnte endlich im Nord bauen, wo ich selber eine nicht erschlossene Parzelle besitze. Aber statt vorwärts zu machen und den bestehenden Einlenker zu sanieren , den der Kanton schon lange bewilligt hat, plant man einen neuen inakzeptablen Einlenker, der gleichzeitig die Einfahrt zur Migros sein soll. Dies, um dem ruhigen, idyllischen Wohnquartier Nord den ganzen Parkplatz-Tourismus zu bescheren. Es zeigt, wie gutmütig die Heidler sind, dass es bei dieser genialen Idee «nur» 11 Einsprachen (ausser meiner) gibt.

Wo führt das Ganze hin, wenn Heiden so weitermacht ? Vielleicht zockt als nächstes die Gemeinde Heiden beim Verkauf der Pension Nord auch noch mit, um diese dann an Aldi zu verkaufen? Dies weil es praktisch ist, so schön neben der neuen Migros…

Ein doppeltes Nein am nächsten Sonntag bedeutet nicht, dass man gegen die Migros, eine vernünftige Erschliessung im Nord oder sinngerechte Wohnungen in der Kurzone ist. Vielmehr ist es ein Schritt und eine Chance für einen geordneten Neuanfang im Sinne einer effektiven, nachhaltigen und verlässlichen Bauplanung für das wunderschöne Heiden.

Claudio Hintermann, Nordstrasse 6, 9410 Heiden

Claudio Hintermann

Nordstrasse 6, 9410 Heiden

Nord kein Wohngebiet?

Die Begründung einer Lesegesellschaft zur Abstimmung «Teilzonenplan Nord» können wir nicht nachvollziehen: Nord sei für den Migros-Supermarkt besser geeignet, da Bissau ein reines Wohngebiet sei.

Wir wohnen im Nord und sind eigentlich der Meinung, dass auch wir in einem Wohngebiet ansässig sind. Und jetzt soll direkt angrenzend an die Kurzone und landwirtschaftlich genutztem Land ein Migros-Supermarkt mit Parkplätzen gebaut werden? Ein ruhiges Wohn- und Erholungsgebiet, welches auch viele Spaziergänger und Gäste anzieht, wird quasi zum erweiterten Parking des Grossverteilers. Kann das ein idealer Standort für ein solches Projekt mit Parkgarage sein? Wenn gleichzeitig der Einlenker in die Gruberstrasse mit der Migros-Zufahrt geteilt werden muss, ist das Verkehrschaos im Nord perfekt. In einem solch raumplanerisch und verkehrstechnisch falschen Umfeld soll in Heiden der neue Migros gebaut werden? Wir überlassen die Beurteilung lieber den Stimmbürgern.

Für das Komitee «Pro Kurort Heiden»:

Angela und Martin Böhler, Elsy und Paul Egger, Eva und Lars Hildebrandt, Berta Roth, Andrea und Hannes Züst, Bewohner im Nord, 9410 Heiden

Braucht Heiden eine Migros?

Auch ich möchte mich nun einmal zu Wort melden zum Thema Heiden und seine Migros. Wenn mich jemand fragen würde, was natürlich keiner macht, da ich Deutscher bin, und somit auch nicht am 19. Juni mit abstimmen kann, so würde ich die Frage anders stellen.

Die Frage müsste meiner Meinung nach lauten: Migros Ja oder Nein. Denn mir drängt sich die Frage auf, braucht Heiden überhaupt eine neue Migros? Natürlich ist diese Frage sehr hypothetisch, aber nicht unberechtigt. Denn ich komme nicht nur aus Deutschland, sondern sogar aus der Ex-DDR, und Sie werden es mir nicht glauben, aber wir hatten EINE Kaufhalle (so hiessen in der DDR die Supermärkte) für geschätzte 8000 Kunden. Und was soll ich Ihnen sagen, es hat geklappt und keiner musste Hunger leiden. Des weiteren kann ich Ihnen mitteilen, wie es nach der Wende gelaufen ist. Auf der grünen Wiese entstanden tolle Supermärkte. Einer nach dem anderen. Aldi, Lidl usw. Und was geschah mit den Detailhändlern im Stadtkern? Genau die gingen vor die Hunde. Und ich denke mir, das ein potenzieller Kunde, der von seinem stressigen Job von St. Gallen nach Heiden fährt, gar nicht mehr bis zum Frischmarkt-Looser-Werbeschild am Hotel Park Heiden (was ja leider auch schon geschlossen hat) kommt, denn da steht ja vorher schon ein super moderner Migrosmarkt auf der grünen Wiese. Nun ist die Frage, wollen wir einen tollen Supermarkt oder einen intakten Stadtkern (mit einem wunderschönen Coop, der sich unauffällig ins Stadtbild einfügt) mit verschiedenen kleinen Detailhändlern, die auch das eine oder andere nicht von der Stange anbieten, oder wollen wir nur noch zwei grosse Rivalen, die den kleinen am Rande keine Luft mehr zum Atmen lassen. Sie dürfen nun entscheiden. Würde mich jemand fragen, ich würde mit Nein stimmen, aber mich fragt ja niemand.

Ach und zum Schluss noch eine Frage an die LG Bissau: Sind wir da nicht ein bisschen unverschämt- wenn wir nur den zwei grössten Detailhändlern die Chance geben, ihre Waren in Heiden anzubieten? Wäre nicht noch ein Aldi, ein Lidl und ein Denner schön?

Ich wohne im Nord, und ich finde es schön hier, auch wenn es Ihrer Meinung nach kein Wohngebiet ist.

Lars Hildebrandt

Gruberstrasse 8, 9410 Heiden

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