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LESERBRIEFE

Feigheit oder Mut zur (Selbst-)Kritik? Thema der Woche, «Hundwil kann nicht länger kneifen», Ausgabe vom 11.

Feigheit oder Mut zur (Selbst-)Kritik?

Thema der Woche, «Hundwil kann nicht länger kneifen», Ausgabe vom 11. Februar

Hundwil dürfe nicht kneifen, schreibt Johannes Wey im Hinblick auf die neue Ortsdurchfahrt und hat sicher recht damit: Verzagter Sinn und erst recht Feigheit waren noch nie gute Berater. Doch ist es tatsächlich so, dass der Widerstand gegen die neue Ortsdurchfahrung einem Kneifen gleichkommt? Als Ortspfarrer habe ich einen anderen Eindruck bekommen. Am ersten Orientierungsabend schwiegen die vielen Anwesenden. Das übergrosse Fachwissen des Ingenieurs, der das Projekt vorstellte, liess jede noch so bescheidene Frage als dumm erscheinen. Wieder einmal erging es den versammelten Bürgerinnen und Bürgern, wie es ihnen heute oft ergeht und was die Grundlagen unseres Gemeinwesens zerstört: Die Probleme sind derart komplex, dass es gar keinen Sinn hat, sich ein eigenes Urteil bilden zu wollen. Warum dann aber Verantwortung übernehmen? Warum sich engagieren in einem öffentlichen Amt? Wenn man am Ende nur abnicken darf, was die Spezialisten zubereitet haben? Auch im alten Landsgemeindeort Hundwil bin ich oft auf eine solche Resignation gestossen: Die machen ja doch, was sie wollen. Jetzt hat das Projekt der Ortsdurchfahrt unerwartet viele Geister geweckt, und immer noch kommt es zu vielen Gesprächen zwischen Alten und Jungen, Bauern und Handwerkern, Turnern und Sängern. Oft habe ich sogar die Sätze gehört: Das hatte ich mir noch nicht überlegt. Da muss ich noch etwas lernen. Ist das ein Kneifen?

Gewiss sind 185 Unterschriften aus Hundwil nicht eine Mehrheit. Aber die Zeit zum Sammeln war kurz, und wer kann sagen, was diejenigen denken, die sich nicht zu Wort melden? In Hundwil ist man nicht so rasch wie anderswo, eine Meinung kundzutun. Gewiss braucht alles auch seine Opfer. Das sagt ein Pfarrer seiner Gemeinde Sonntag für Sonntag. Aber er sagt ihr auch, dass die Bibel uns mahnt, sorgfältig zu prüfen, welche Opfer nötig und gut sind und welche nur menschlichen Vorstellungen dargebracht werden. Wie man die Durchfahrt besser gestalten kann, weiss ich persönlich nicht. Ich weiss aber, dass nichts von Menschen Gemachtes vollkommen ist, und dass darum alles verbessert werden kann. Gewiss hat Hundwil auch einen Moment lang geschlafen und ist mitverantwortlich dafür, dass wohl nicht mit ganz grossem Einsatz an dieser Sache gearbeitet worden ist. Aber ist es nicht eine unserer schweizerischen Tugenden, dass wir auf Kritik auch mit Selbstkritik reagieren und mit Offenheit Dinge verbessern können und wollen? Vieles spricht dafür, die Ortsdurchfahrt schnell durchzuziehen. Aber noch mehr spricht dafür, den Willen zur Mitverantwortung, wo immer er sich zeigt, als ein kostbares Gut hochzuachten und als die Grundlage unserer demokratischen Ordnung zu pflegen, gerade in unserer Zeit! Deshalb hoffe ich persönlich, dass die Regierung diesen Willen recht zu gewichten und auf einen guten Weg zu leiten versteht.

Paul Bernhard Rothen,

Pfarrer, 9064 Hundwil

Doppelter Gewinn

Abstimmung vom 11. März, Abschaffung der Pauschalbesteuerung

Im Vorfeld zur Abstimmung vom 11. März ist das Argument zu hören, dass bei der Abschaffung der Pauschalsteuer vermögensstarke Ausländer, Ausländerinnen wegziehen würden und dem Kanton dadurch Einnahmen entgingen.

Doch erste Erfahrungen aus dem Kanton Zürich zeigen, dass zwar ein Teil dieser Personen wegzieht, aber diejenigen, die bleiben, ein Vielfaches des bisherigen Steuerbetrags entrichten. Ausserdem zeigt sich, dass die durch den Wegzug freiwerdenden in der Regel teuren Liegenschaften wieder durch andere Vermögende bewohnt werden – also steuerkräftige Personen nachziehen.

Unter dem Strich werden wir also mit der Abschaffung der Pauschalsteuer nicht weniger, sondern vermutlich gleich viel oder mehr Steuereinnahmen haben – und erst noch gerechtere Verhältnisse.

Darum sage ich am 11. März Ja zur Pauschalbesteuerungsabschaffungs-Initiative und Nein zum halbherzigen Gegenvorschlag.

Stefan J. Wigger,

Thalerstrasse 31, 9410 Heiden

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