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LESERBRIEF: Ein Trotz, der guttut

«Sonntagsgedanken» von Daniel Klingenberg, Ausgabe vom 17. März
Walter Märki, Risi, 9630 Wattwil

Daniel Klingenberg schreibt zur Predigt von Theologieprofessor Peter Opiz in Wattwil über den Aufruf von Jean Calvin zum Trotz gegen die Mächte der Welt: «Er meint den Trotz gegen Autoritäten, die sich aufspielen, als wären sie wichtiger als Gott und die Welt und sich über Menschlichkeit und andere Menschen hinwegsetzen.» Leider spielen die «verborgenen Mächte im Säuseln der Werbung und dem Zeitgeist» – wo wir «nur so lange interessant sind, wie wir etwas kaufen» und die Mächtigen «sich die Welt so zurecht behaupten, wie man sie will» auch in der Welt der Kirche. Ich meine hier auch die Blindheit von Gemeinschaften mit langer Tradition ihren eigenen Problemen gegenüber.

Der Aufruf Calvins richtete sich zuerst an die damalige «eine Kirche», die er erneuern wollte, und darum heute noch in aller Konsequenz an das Kirchenvolk. Der zu einseitige Blick auf die Herausforderungen dieser Welt verschliesst mir zu sehr den Blick auf die aktuellen Fragen zur Kirche in der Gegenwart. So haben in der örtlichen Kirchgemeinde oft hochgehaltene moralische Ansprüche eines auserwählten Kreises, die gerade im Evangelium kritisch hinterfragt werden, eine wichtige Rolle. Auseinandersetzungen über Sachfragen werden dem Frieden zuliebe aufgeschoben, bis sie sich zu einem verächtlichen Spiel auf Personen entwickeln. Engagiert mitwirkende Personen ziehen sich zurück und die gewünschte Ruhe kann wieder einkehren. Hinter gutem Einvernehmen und im Schutz von verschlossenen Amtstüren können sich leider oft bittere Kämpfe um Macht abspielen. Es gibt genügend Leute, die das nicht für möglich halten oder da, wo es greifbar wird, lieber mutlos wegschauen. Ich wünsche mir darum mehr biblischen Mut, um die nötigen innerkirchlichen Auseinandersetzungen anpacken zu können, bevor sich noch mehr engagierte Leute aus der Kirche verabschieden werden.

Walter Märki, Risi, 9630 Wattwil

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