Lesen bildet, sogar beim «Billett»

Speerspitz

Martin Knoepfel
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Lesen bildet. Das sagt ein Sprichwort und das habe ich vor kurzem am Pizza-Essen mit Redaktionskollegen festgestellt. Die Sprache kam auf das «Billett», jenes Dokument im Kreditkartenformat, das seinen Besitzer mit seinem Selbstbewusstsein aus dem Stand des Fussgängers in den des Autofahrers erhebt. Und dieser Unterschied ist den meisten Menschen einige tausend Franken wert, das geliebte Auto nicht inbegriffen. Doch das gehört nicht hierher, also zurück zum Fahrausweis.

Da habe ich gesättigt mein «Billet» aus dem Portemonnaie geholt und genauer gelesen, obwohl ein Dokument im Kreditkartenformat wenig Raum für literarische Höhenflüge bietet, besonders, weil noch Platz für eines jener Fotos sein muss, die so schön abschreckend wirken. Und da habe ich festgestellt, dass ich Motorräder bis zu 25 Kilowatt Leistung fahren darf. Das sind fast 35 PS und damit bewegt man ja keine Tonne wie bei Mittelklasse-Autos sondern nur 260 Kilo. Meine Kollegin, Fachfrau für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, hat mich schon am Tag danach auf den heissen Stuhl hingewiesen, den man im Internet kaufen könnte. Er ist ein Motorrad mit einem Motor von fast 700 Kubikzentimeter Volumen.

Irgendwie hat der Feuerstuhl von mir Besitz ergriffen. Ich überlege mir ernsthaft, eine derartige Maschine zu erwerben, um über die kurvigen Toggenburger Strassen zu brettern. Natürlich erst im Frühling, denn im Winter ist es zu kalt. Und bis dann habe ich genug Zeit, um zu googeln, ob beim Motorrad der Gasgriff nun rechts ist und die Schaltung links oder umgekehrt und ob mit welchem Fuss man die Kupplung drückt. Fahrstunden brauche ich nicht, denn das «Töff-Billett» habe ich, neben diversen anderen, schon bekommen. In diesem Sinn: Ab auf die Strasse oder Rennpiste!

Martin Knoepfel

martin.knoepfel@toggenburgmedien.ch