Les papillons fliegen nach Asien

Eine Einladung der besonderen Art hat die ehemaligen rhythmischen Gymnastinnen der Showgruppe Les papillons erreicht: Die Schweizer Meisterinnen in der Bühnengymnastik dürfen im Mai am internationalen Zirkusfestival Tini Tinou in Kambodscha teilnehmen.

Ruth Frischknecht
Drucken
Teilen
Legende (Bild:)

Legende (Bild:)

RHYTHMISCHE GYMNASTIK. Les papillons ist eine Showgruppe, bestehend aus ehemaligen rhythmischen Gymnastinnen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren. Sie zeigen eine Mischung aus rhythmischer Gymnastik und Tanz: «Wir lassen uns von ganz unterschiedlichen Tanzstilen inspirieren, und jede kann ihre eigenen Ideen einbringen», sagt Heidi Burch, Leiterin und Choreographin. Meistens treten die papillons an Hochzeiten, Firmenanlässen oder Geburtstagen auf. Dieses Jahr erreichte die papillons eine aussergewöhnliche Einladung: Sie dürfen am internationalen Zirkusfestival Tini Tinou in Kambodscha teilnehmen. Zwischen dem 7. und 16. Mai wird die Gruppe – bestehend aus Heidi Burch Ebneter, Melanie Gmünder, Naomi Kempter, Nadika, Ruani und Schanika Mohn, Sandra Peterer und Sarah Riesen – zusammen mit Artisten aus Taiwan, Vietnam, Kambodscha und Frankreich drei verschiedene Städte besuchen. Sie werden fast täglich in der Manege stehen, um ihre tänzerischen Fähigkeiten zum Besten zu geben.

Zum kulturellen Austausch

Das Zirkusfestival dient nicht nur zur Unterhaltung, sondern es soll den kulturellen und künstlerischen Austausch zwischen den Teilnehmern ermöglichen. Heidi Burch: «Wir werden die Schweiz und natürlich auch das Appenzellerland vertreten.» In Kambodscha freue man sich darüber, dass eine Gruppe aus der Schweiz mit von der Partie sein werde, erzählt Heidi Burch. Die papillons haben im vergangenen November bereits mit zwei kambodschanischen Artisten zusammengearbeitet. Damals haben sie in Teufen eine Wohltätigkeitsveranstaltung unter dem Namen «Appenzell tanzt mit Kambodscha» organisiert. «Bei einer Reise weilte ich für eine längere Zeit in der Zirkusschule Phare Ponleu Selpak und knüpfte so Kontakte», sagt Heidi Burch. Als sie erfahren hat, dass zwei an jener Schule ausgebildete Artisten beim Circus Monti arbeiten, entschloss sie sich, einen gemeinsamen Auftritt zu organisieren.

Schweizer Meisterinnen

Aufmerksamkeit ziehen die papillons nicht nur im Ausland auf sich. An der Schweizer Meisterschaft 2014 bewegte sich niemand schöner und synchroner als sie. Mit der Bestnote 10 holten sie sich den Schweizer-Meister- Titel in der Bühnengymnastik ohne Handgeräte – mit dem Handgerät Reif wurden die papillons Vize-Schweizer-Meister. Seit 2007 existiert die Gruppe. Sie entstand aus dem Wunsch von kürzergetretenen Gymnastinnen, ihre über die Jahre gewonnenen Fähigkeiten irgendwo anwenden zu können. Heidi Burch sieht genau dort die Stärke der papillons: «Die während der Zeit in der rhythmischen Gymnastik erarbeitete Technik bildet den Grundstein für unsere Choreographien. Auf ihr können wir aufbauen und aus dem vollen schöpfen.» Dennoch ist es wichtig für die Tänzerinnen, nicht mehr hauptsächlich für die Kampfrichter, sondern aus Freude am Tanzen aufzutreten. Als «leichtfüssig und taufrisch» bezeichnen sich die papillons. Für mich bestätigt sich ihre Beschreibung während des Besuchs einer Probe. Trotz einer gewissen Ernsthaftigkeit wirken die papillons aufgestellt und fröhlich – taufrisch. Die Bewegungen, leicht und anstrengungslos – leichtfüssig.

Die Tänzerinnen der Showgruppe Les papillons.

Die Tänzerinnen der Showgruppe Les papillons.

Heidi Burch, Leiterin der papillons.

Heidi Burch, Leiterin der papillons.

Leichtfüssig und taufrisch tanzen die ehemaligen rhythmischen Gymnastinnen des Turnvereins Teufen. (Bilder: pd)

Leichtfüssig und taufrisch tanzen die ehemaligen rhythmischen Gymnastinnen des Turnvereins Teufen. (Bilder: pd)