Leiter des Ausserrhoder Gesundheitsamts zur Coronapandemie: «Wir sind maximal vorbereitet»

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden ist gerüstet für die medizinische Bewältigung der Coronapandemie. Im Kanton stehen mehr als 200 Spitalbetten zur Verfügung.

Karin Erni
Hören
Drucken
Teilen
Am Spital Herisau werden sämtliche Ausserrhoder und Innerrhoder Corona-Fälle behandelt.

Am Spital Herisau werden sämtliche Ausserrhoder und Innerrhoder Corona-Fälle behandelt.

Bild: Michel Canonica

An der heutigen Medienkonferenz, die über das Internet verbreitet wurde, informierten Franz Bach, Leiter ad interim des Ausserrhoder Amts für Gesundheit, sowie Marc Rüdin, Chef des kantonalen Führungsstabes, über den Stand der Vorbereitungen zur medizinischen Bewältigung der Pandemie. Gemäss Franz Bach stehen derzeit in Ausserrhoden mehr als 200 Spitalbetten für Covid-Patienten zur Verfügung, diese Zahl könne aber noch erhöht werden.

Limitiert sei man eher seitens des qualifizierten Personals. In Herisau stünden sieben Intensivpflegeplätze bereit. Auch hier sei ein weiterer Ausbau möglich, so Bach. «Die Lage wird beobachtet und angepasst. Wichtig ist, dass sich die Bevölkerung weiter an die Regeln hält und sich so die Anzahl Ansteckungen und daraus folgende schwere Fälle reduzieren lassen.»

Spital Heiden soll «coronafrei» bleiben

Ziel ist, in einem ersten Schritt im Spital Herisau sämtliche Ausserrhoder und Innerrhoder Coronafälle zu behandeln. Bei Bedarf können weitere Kliniken für Coronafälle aktiviert werden. Das Spital Heiden soll im Gegenzug möglichst coronafrei gehalten werden und ist für die Grundversorgung der Bevölkerung vorgesehen. Derzeit sei das Personal in Herisau noch nicht in allen Bereichen voll ausgelastet. Es sei für die nächsten Wochen genügend Schutzmaterial vorhanden, dieses sei jedoch für das medizinische Personal reserviert, so Bach.

Die seit einer Woche bestehende Coronatest-Strasse in Teufen ist bisher 72-mal in Anspruch genommen worden. Sie wird durch 30 heimische Zivilschützer betrieben. Die Coronahotline wird gut in Anspruch genommen und beantwortet über 100 Fragen pro Tag.

Über 600 Freiwillige haben sich gemeldet

Marc Rüdin, Chef des kantonalen Führungsstabes, konnte bekanntgeben, dass sich bereits über 600 Freiwillige gemeldet haben, 100 davon aus dem medizinischen Bereich. Eine Taskforce organisiert derzeit deren Einsatz. Wobei der Fokus vorerst auf den Personen mit medizinischem Hintergrund liegt. Diese werden in Kürze eingearbeitet. Weitere Helfer seien jederzeit willkommen, so Rüdin.

«Wir brauchen alle.»

Die Helfer würden später je nach Bedarf auf Gemeinden, Spitäler und Heime verteilt. Unterstützung leiste auch das Militär. So werden aktuell 20 Spital- und Sanitätssoldaten im Spital Heiden auf ihren Einsatz vorbereitet. Zudem kommen zwei Rettungsfahrzeuge der Armee samt ausgebildetem Personal rund um die Uhr zum Einsatz.