Leistungsausweis von Andreani?

Die Kolleginnen und Kollegen der SVP sind, wenn es darum geht, die Qualitäten und den Leistungsausweis ihres Kandidaten herauszustreichen, sehr sparsam. Bis jetzt weiss man, dass er seit 23 Jahren die Nächte und die Wochenenden in Herisau verbringt.

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Die Kolleginnen und Kollegen der SVP sind, wenn es darum geht, die Qualitäten und den Leistungsausweis ihres Kandidaten herauszustreichen, sehr sparsam. Bis jetzt weiss man, dass er seit 23 Jahren die Nächte und die Wochenenden in Herisau verbringt. Laut Flyer will er sich für Kontinuität einsetzen und ein offenes Ohr haben. Ich würde schon gerne etwas mehr wissen.

Seit 2011 sitzt der Kandidat im Einwohnerrat. Wieso hat er dort das Präsidium für die Finanzkommission ausgeschlagen? Wieso hat er die Gelegenheit nicht beim Schopf gepackt und sich – als Architekt – für das Präsidium der Kommission Ortsplanung zur Verfügung gestellt? Die Positionen, die der SVP-Fraktion angeboten wurden, werden nun je von einem Vertreter der CVP- bzw. FDP-Fraktion ausgefüllt.

Seit rund einem halben Jahr sitzt der Kandidat in der Kirchenvorsteherschaft. Was nimmt er dort für Aufgaben wahr, was hat er beigetragen oder erreicht? Hat sich der Kandidat vor 2011 in einem Verein oder an einem Anlass in Herisau eingesetzt und engagiert? Ich weiss auch hier nichts darüber. Was ist mit der beruflichen Erfahrung? Der Kandidat ist beim Kanton Zürich angestellt. Im Flyer steht nichts weiter über seine berufliche Tätigkeit. Wie muss ich dies interpretieren und verstehen?

Seit dem Podium im «Casino» weiss man, dass der Kandidat alle Fragen grundsätzlich gut findet. Nur, wo bleiben die guten und brauchbaren Antworten?

Ich würde sehr gerne mehr über die Qualifikation und den Leistungsausweis von Renzo Andreani erfahren. Was sind die Fähigkeiten oder Absichten des Kandidaten der SVP?

Eines aber weiss ich sicher: Beim heutigen Informationsstand kann der Wahlentscheid nur Ueli Strauss heissen.

Hanspeter Blaser

Waldeggstr. 33, 9100 Herisau

Gibt es wirklich zwei Kandidaten?

Wenn man die Leserbriefe liest, so kommt diese Frage auf. Alle schreiben über Ueli Strauss. Die einen erwähnen seine Fähigkeiten und Vorzüge und die anderen, dass er nicht aus Herisau kommt. Meines Erachtens brauchen wir vor allem einen Gemeindepräsidenten, der das richtige Rüstzeug mitbringt. Ob er aus Herisau kommt, ist allerhöchstens drittrangig. Derjenige von aussen könnte ja auch frischen Wind bringen, das ist aber jenen, die den bisherigen Wohnort des Kandidaten kritisieren, ja wohl auch unerwünscht. Meine Stimme geht also klar an den Fremden: Ueli Strauss.

Markus Läubli

Saum 39, 9100 Herisau

S-Bahn-Traum und -Wirklichkeit

Auf Dezember 2013 sind zahlreiche Fahrplanveränderungen vorgesehen. Plakate werben für das verbesserte S-Bahn-Angebot im Kanton St. Gallen, das auch den öffentlichen Verkehr in den beiden Appenzeller Halbkantonen mitbestimmt. Viertelstundentakt, Knotenpunkte mit guten Anschlüssen und aufeinander abgestimmte Angebote sind Faktoren, die im Rahmen des Verkehrskonzeptes Herisau, des Regierungsprogramms und der Standortförderung seit langem angekündigt werden. Leider laufen die jetzt geplanten Änderungen im Appenzeller Hinterland diesen Zielen zuwider.

Was wird neu ab Dezember 2013? Für das Appenzeller Hinterland wird die Verbindung nach St. Gallen gegenüber den Anschlüssen an die Fernzüge in Gossau priorisiert. – Mit der Folge, dass sich die Wartezeiten in Gossau teilweise verlängern. Für Reisen ausserhalb der Hauptverkehrszeiten verschlechtert sich der Anschluss spürbar. Aber auch die Verbindung nach St. Gallen wird ab Dezember 2013 bei weitem nicht so attraktiv, wie es die Priorisierung erwarten liesse und es auf den ersten Blick scheint. • Obwohl ab Dezember vier statt bisher drei Züge pro Stunde fahren, gibt es stündlich eine Lücke von 30 Minuten! Zu Hauptverkehrszeiten bei neu fünf statt bisher vier Zügen beträgt diese Lücke immer noch 19 Minuten. • Am Morgen gibt es neu einen Zug weniger, die Hauptverkehrszeit endet bereits um 7:54 Uhr. • Den späten Besenwagen mit Halt an allen Stationen gibt es bis Herisau neu bis ca. halb 2 Uhr nachts. Das ist eine erfreuliche Verbesserung. Und für Schachen? Für diese Fahrgäste fährt ab Dezember der letzte Zug bereits um 23:27 Uhr in St. Gallen ab. Der letzte Voralpen-Express um Mitternacht hält nicht mehr dort, er soll neu als «schnelles und attraktives Produkt» positioniert werden. Aber ist «schnell» spät in der Nacht wirklich wichtiger als «grundsätzlich heimkommen»? Erfahrene Bähnler behaupten, «Halt auf Verlangen» an allen Stationen wäre um diese Zeit ohne Fahrzeitverlängerung möglich. • Die kommenden asymmetrisch verteilten Züge und wegfallenden Verbindungen morgens und nachts erinnern eher an übernommene Restangebote anstatt an aktive Angebotsplanung.

Ein gutes Gesamtangebot setzt sich aus einer Vielzahl von Details zusammen. Verbesserungen in Randzeiten sind mitentscheidend für die Benutzung des öffentlichen Verkehrs, wie der Erfolg der Nachtbusse zeigt. Die neuen Regionalzüge nach Mitternacht bis Degersheim statt Herisau zu führen wäre eine konkrete Möglichkeit, das Angebot innerhalb der Agglomeration attraktiv zu machen.

Beim Regierungsrat liegt die Verantwortung, dass das Appenzellerland eng in die Agglomeration eingebunden wird, in Herisau die Alpstein- und Gossauerstrasse entlastet werden und dass Bahn und Bus eine attraktive Alternative zum Auto werden. Mit Fahrplanbestellung und Angebotskoordination kann er Einfluss nehmen. Warum hat niemand den Auftrag und die Ressourcen, das ÖV-Angebot als Gesamtkonzept zu betrachten und die Arbeiten der verschiedenen Anbieter zu koordinieren? Warum interessiert sich niemand dafür, was potenzielle Fahrgäste tatsächlich zum Umsteigen bewegen würde? Es ist zu billig, sich darauf zu berufen, dass die Transportunternehmen von sich aus Interesse an möglichst vielen Fahrgästen hätten. Führungsverantwortung im Bereich Verkehrsplanung sieht anders aus.

Von Laien eingebrachte Verbesserungsvorschläge, die berücksichtigt und umgesetzt werden, sind als punktuelle Fahrplanverbesserung grundsätzlich erfreulich. Auf der Strecke bleibt dabei das Vertrauen, dass die Fachleute alle Optimierungsmöglichkeiten ausloten und diese selbsttätig realisieren. Zielorientierte Koordinationsarbeit und Terminkontrolle bei der nächsten Fahrplanrunde lassen Strategien schrittweise Wirklichkeit werden und führen zu erfreulichen Resultaten für zusätzliche, zufriedene und zahlreichere Fahrgäste.

Johanna Federer, Kantonsrätin, Herisau