Leidensdruck ist in Bühler grösser

TEUFEN/BÜHLER. Der Leidensdruck sei in Bühler grösser, sagte ein Workshop-Teilnehmer zur Frage, ob da nicht Lösungen angeboten würden, bevor das Problem überhaupt da sei. Die FDP-Mitglieder diskutierten in Gruppen verschiedene Aspekte einer möglichen Fusion.

Margrith Widmer
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TEUFEN/BÜHLER. Der Leidensdruck sei in Bühler grösser, sagte ein Workshop-Teilnehmer zur Frage, ob da nicht Lösungen angeboten würden, bevor das Problem überhaupt da sei. Die FDP-Mitglieder diskutierten in Gruppen verschiedene Aspekte einer möglichen Fusion. In Bühler sind kaum mehr Personen zu finden, die sich in der Gemeinde engagieren wollen. Dagegen hat Teufen offensichtlich keine Mühe, Mitglieder für den neunköpfigen Gemeinderat zu finden.

Grossfusion?

Zusammen mit Gais und Stein ergäben sich 12 000 Einwohner – und die Möglichkeit, ein Gemeindeparlament einzuführen, hiess es in einer anderen Diskussionsgruppe. Zweckverbände hebelten die Demokratie aus. Stein wäre eine «interessante Braut», meint ein Teilnehmer. «Gemeindeparlament» und «Proporzwahlen» waren immer noch Reizwörter. Als Risiko wurde die Gefahr einer «Steuerung» oder gar «Diktatur» durch Teufen genannt, wie Kantonsrätin Monica Sittaro feststellte. «Politisch machbar, aber nicht einfach», lautete das Fazit einer anderen Gruppe. Für Teufen sei eine Bedingung, dass der Steuerfuss gleich tief bleiben müsse wie heute, sagte Markus Bänziger. Anderseits: Für Teufen wären die Baulandreserven in Bühler eine Chance.

«Kein Allheilmittel»

Die grossen Abwesenden beim Workshop Gemeindefusionen waren die Gemeindoberhäupter der Rotbachtal-Gemeinden und Steins. Gäste aus Gais und Stein waren aber doch als Beobachter dabei. Grundsätzlich finde sie die Basisdiskussion in Workshops um mögliche Gemeindefusionen einen guten Weg, sagte die Gemeindepräsidentin von Bühler, Ingeborg Schmid, auf Anfrage. Es sollten aber nicht nur Fusionen, sondern auch die Zusammenarbeit in anderen Strukturen betrachtet werden.

Billiger wird es nicht

Nicht vergessen werden dürfe, dass bei Fusionen auch eine Gemeinschaft zusammengelegt werde. «Somit ist es auch wichtig, dass alle einen Mehrwert aus einer Fusion haben.» Bis zur Umsetzung werde es ein langer Weg sein, gibt sie zu bedenken. Nicht alle seien glücklich über Fusionsbestrebungen. Um Verwaltungsstrukturen zu optimieren, seien nicht zwingend Fusionen nötig. Es wäre auch etwa ein Zentrum auf «der grünen Wiese» vorstellbar, in dem die Gemeinderäte tagten. Dazu brauchte es keine Fusion der Gemeinschaften. «Billiger wird es nie», warnt sie. Und: «Fusionen sind kein Allheilmittel bei Problemen.»

Dass Fusionsbestrebungen von unten erfolgten, finde er richtig, sagt der Teufner Gemeindepräsident Walter Grob. Die parteiinterne Diskussion sei richtig. Allerdings sehe er keinen dringenden Handlungsbedarf. Es bedürfe einer vertieften politischen Auseinandersetzung. «Aufgrund der guten Zusammenarbeit im Grundbuch- und Abwasserbereich wäre durchaus auch für Stein eine Option», so Grob. Für alle Fusionsbemühungen gilt: Wenn «Braut und Bräutigam» nicht bereit seien, funktioniere es nicht.

Kein Handlungsbedarf

Keinen Handlungsbedarf sieht der Gemeindepräsident von Gais Ernst Koller. Eine Grossfusion sei nicht zwingend. Die Gemeinden arbeiteten bereits in vielen Sektoren zusammen. Gais mit seinen über 3000 Einwohnern sei durchaus noch in der Lage, die Gemeinde selbständig zu managen. Gais und Bühler führen bereits gemeinsam die Oberstufe. Ernst Koller sieht bei kleinen Gemeinden im Vorderland und Hinterland jedenfalls grösseren Handlungsbedarf. Angestossen wurde die Fusionsdiskussion durch den früheren FDP-Kantonsrat Roger Sträuli, Rehetobel.