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LEICHTATHLETIK: Schweizermeisterin aus dem Toggenburg will an die Olympischen Spiele

Der kürzlich errungene Schweizer Meistertitel über die 3000 Meter in der Halle soll nur eine Zwischenstation darstellen. Die 22-jährige Chiara Scherrer aus Bütschwil möchte bei den Aktiven weitere Akzente setzen.
Beat Lanzendorfer
Chiara Scherrer aus Bütschwil jubelt nach ihrem Titelgewinn in der Halle über 3000 Meter in Magglingen. (Bild: PD)

Chiara Scherrer aus Bütschwil jubelt nach ihrem Titelgewinn in der Halle über 3000 Meter in Magglingen. (Bild: PD)

Im Mai des vergangenen Jahres gewinnt die Bütschwilerin Chiara Scherrer in 10.29 Minuten die Bronzemedaille an den Schweizer Meisterschaften über 3000 Meter Steeple. Gleichzeitig bleibt sie sechs Sekunden unter der geforderten Limite. Die Qualifikation zur U23-Europameisterschaft in Polen ist geschafft. Am 13. Juli verbessert sie ihre persönliche Bestzeit im Vorlauf auf 10.14 Minuten und setzt zwei Tage später im Final der Europameisterschaft noch einen drauf. Mit 10.06 Minuten schraubt sie ihre Bestmarke erneut nach unten und erreicht in der Endabrechnung Platz 8.


Vor dem Titel zuerst eine Enttäuschung

Nach dem Hallen-Schweizermeistertitel am 18. Februar in Magglingen, reift in ihr die Erkenntnis, dass sie bei den Aktiven an die Erfolge, die sie bei den Junioren erzielen konnte, anknüpfen kann. Dies vor allem darum, weil die Saisonvorbereitung im letzten Oktober genau betrachtet schlecht beginnt. «Ich plagte mich anfangs mit muskulären Problemen herum.»

Trotzdem schafft sie mit dem Sieg beim internationalen Crosslauf im holländischen Tilburg die Qualifikation zur Cross-EM im Dezember in der Slowakei. Der dort erreichte 47. Rang kommt für sie einer Enttäuschung gleich. «Mein Ziel war eine Platzierung in der ersten Ranglistenhälfte. Auf der flachen Strecke entwickelte sich aber ein schnelles Rennen. Aufgrund meiner im Vorfeld erlittenen Muskelverletzung konnte ich das Tempo nicht mitgehen. Eine hügelige Strecke ist eher auf mich zugeschnitten, zudem bevorzuge ich tiefe Unterlagen, ich liebe den Schlamm.» Vom Rückschlag lässt sie sich nicht unterkriegen - der weitere Verlauf mit dem SM-Titel ist bekannt.


Die 22-Jährige studiert in Winterthur

Am Montag flog die Bütschwilerin, die wegen ihres Studiums zur Physiotherapeutin ihren Wohnsitz vom Toggenburg nach Winterthur verlegte, für ein dreiwöchiges Trainingslager nach Südafrika (26. Februar bis 17. März). Mit dabei sind ihr Trainer Michael Rüegg, eine weitere Laufkollegin und Fabienne Schlumpf. Die 27-Jährige ist nach Einschätzung von Chiara Scherrer die zurzeit beste Langstreckenläuferin der Schweiz. «Von der Trainingsgemeinschaft mit ihr kann ich ungemein profitieren. Es ist das Beste, was mir passieren konnte». Die Laufgemeinschaft hat ihre Basis in der Nähe von Johannesburg auf rund 2200 Meter Höhe.

In der Schweiz gibt es für Chiara Scherrer mehrere Möglichkeiten zum Trainieren. «Zürich, Uster, Wetzikon oder Winterthur. Je nachdem, wie es gerade passt. Häufig bin ich an meinem Wohnort alleine unterwegs. Hier ist es um einiges flacher als im Toggenburg», meint sie lachend. Nach der Rückkehr aus Südafrika ist der Start an den Schweizer Strassenmeisterschaften am 25. März in Oberriet fixiert. Nach weiteren Rennen fiebert sie in diesem Jahr speziell einem Ereignis entgegen: «Ende Jahr kann ich nochmals an der U23-Cross-EM an den Start gehen. Sie findet exakt auf jener Strecke in Tilburg statt, auf welcher ich letztes Jahr die Qualifikation zur EM gewonnen habe. Das ist hoffentlich ein gutes Omen».


Eine Olympia-Teilnahme wäre das Grösste

Chiara Scherrer, die für das in der Regel vierjähriges Studium fünfeinhalb Jahre eingeplant hat, weil sie durch das Laufen häufig abwesend ist, möchte nach ihrer Ausbildung das Gelernte anwenden und im Sport durchstarten. Ereignisse, für die sich Strapazen und Aufwand lohnen, sind in den nächsten Jahren mehrere vorhanden. Sie nennt die Universiade in Neapel und die Leichtathletik-WM in Katar, beides 2019. «Die Olympischen Spiele 2020 kommen wahrscheinlich etwas zu früh, vier Jahre später in Paris möchte ich aber dabei sein, das wäre die Erfüllung eines Traums.»

Um sich diesen Traum zu erfüllen, muss die 22-Jährige in erster Linie ihre Bestzeit weiter nach unten schrauben. Für eine EM-Teilnahme sind 9.55 Minuten gefordert. Die Limite für die WM steht bei 9.42 Minuten. Die Hürden für die Olympischen Spiele sind noch höher. Wenn Chiara Scherrer die Qualifikation für Paris schaffen möchte, muss sie über die 3000 Meter Steeple eine Zeit von 9.40 Minuten laufen. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf sind die 7 bis 12 wöchentlichen Trainingseinheiten vielleicht eine Spur erträglicher.

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