LEICHTATHLETIK: Mit Yoga zu grossen Weiten

Seit vergangenem Herbst konzentriert sich die Walzenhauserin Alina Tobler auf den Dreisprung. Für ihre Erfolge, wie zuletzt an den Schweizer Hallenmeisterschaften der Aktiven, trainiert sie hart.

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Alina Tobler ist seit acht Jahren Mitglied des LC Brühl. (Bild: PD)

Alina Tobler ist seit acht Jahren Mitglied des LC Brühl. (Bild: PD)

Wie jeden Samstag besucht Alina Tobler das Training in der Leichtathletikanlage im Neudorf in St. Gallen. Um 9 Uhr treffen sie sich. Sie, das sind ihre Leichtathletikkolleginnen und Trainer Andreas Lechner. Er ist vom LC Brühl angestellt und trägt die Hauptverantwortung. Es ist eine kleine Gruppe von maximal fünf bis sechs Mädchen. Gross ist hingegen ihr Ziel: Sie alle wollen im Dreisprung erfolgreich werden.

Vor acht Jahren besuchte Alina ihr erstes Training beim LC Brühl. Seither bestimmt Leichtathletik ihr Leben. Seit vergangenem Herbst konzentriert sie sich auf den Dreisprung.

Vor kurzem hat die Walzenhauserin bei den Hallen-Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften in St. Gallen in der U20-Kategorie die Goldmedaille geholt. Mit einer Weite von 12,32 Metern hat sie dabei nur um 5 Zentimeter den Schweizer Rekord verpasst. Von den Schweizer Hallenmeisterschaften der Aktiven in Magglingen durfte sie die Bronzemedaille mit nach Hause nehmen. Wie viele Trophäen sie bereits daheim hat, wisse sie nicht. «Eine meiner wertvollsten ist die Goldmedaille im Weitsprung von 2013. Dort bin ich sechs Meter weit gesprungen, Schweizer Rekord!», so Alina.

Die 17-Jährige scheint erfolgsverwöhnt, hat Talent und ist gross und schlank. Dies hat ihr vielleicht den Einstieg erleichtert, doch für ihre Erfolge hat sie hart trainiert. Acht Trainings in der Woche füllen ihre Agenda aus. Sechsmal davon trainiert sie beim LC Brühl, einmal geht sie ins Schwimmtraining, und zur Regeneration macht sie Yoga. Seit sie letzteres tut, fühlt sie sich ausgeglichen und topfit. Zuvor war sie immer mal wieder verletzt und konnte nicht trainieren. Für die junge Athletin war dies ein Zeichen, dass sie etwas ändern muss: mehr dehnen, oder eben Yoga.

Seit 2015 besucht Alina die United School of Sports in St. Gallen. Dort macht sie eine Ausbildung zur Kauffrau. In den ersten beiden Jahren stehen täglich sechs Stunden Schule auf dem Plan, daneben die Trainings. Im August beginnt sie ein zweijäh­riges Praktikum beim Finanz­departement in St. Gallen. Ihr neuer Arbeitgeber ermöglicht ihr, weiterhin so viel zu trainieren und auch in die Trainingslager zu gehen. Im Sommer 2019 wird Alina ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Und dann? «Mein Traum wäre es natürlich, Leichtathletik als Profisportlerin zu betreiben. Aber das ist in der Schweiz nicht realistisch», so Alina. «Doch irgendwas mit Sport wird es sein – denn Leichtathletik ist mein Leben.»

Das Training am Samstag dauert drei Stunden: lockeres Aufwärmen auf der Rundbahn, Dehnen und Kräftigungsübungen. Auf der Finnenbahn werden Wechselsprünge trainiert. Zum Schluss gibt’s acht 120-Meter-Läufe. «Momentan trainieren wir mit etwa 80 Prozent Leistung, im April wird das Training intensiviert», so Coach Lechner. «Alina trainiert überwiegend Sprungkraft, ihre Technik ist gut. Sie ist die Beste in der Gruppe.»

Trotz des straffen Trainings ist die Atmosphäre locker. Die Mädchen lachen, der Trainer auch, bevor es um 12 Uhr ins Wochenende geht. (pd)