Eine Innerrhoderin, die alles auf die Karte Sport setzt

Ronja Mock aus Steinegg betreibt einen enormen Trainingsaufwand. Ihren Ausgleich sucht sie im Fussballtraining. Die 19-Jährige ist Sportlerin durch und durch.

Martin Schneider
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Ronja Mock gibt beim Sport alles. (Bild: PD)

Ronja Mock gibt beim Sport alles. (Bild: PD)

Die Innerrhoderin Ronja Mock ist 19 Jahre alt und ihr Terminkalender ist voller als derjenige von manch einer Gleichaltrigen. Vier Mal pro Woche besucht sie das Leichtathletiktraining, darunter ein Mal am Samstagmorgen. Ihrer grossen Leidenschaft, dem Sport, ordnet sie vieles unter. Und weil ihr der Sport dermassen am Herzen liegt, packt sie zusätzlich zu den Leichtathletikeinheiten wöchentlich zwei Trainings mit dem FC Bühler oben drauf.

Der Leichtathletik frönt Ronja Mock bereits seit ihrem achten Lebensjahr beim TV Appenzell. Wenig später begann sie auch mit dem Fussball, zunächst beim FC Appenzell und später beim FC Bühler. «Mein Trainer will mir das Fussballspielen zwar immer ausreden. Aber ich würde etwas vermissen. Der Team-Sport ist der grosse Reiz am Fussball», sagt Ronja Mock. Zusätzlich zu den diversen Trainings gilt es an den Wochenenden jeweils Höchstleistungen bei Leichtathletikmeetings oder bei Spielen mit dem FC Bühler abzurufen. Wächst der 19-Jährigen aus Steinegg ihr Engagement für den Sport auch einmal über den Kopf? «Wenn man einmal im Trainingsrhythmus drin ist, dann geht es. Ich kenne es seit Jahren nicht anders.» Einen guten Vergleichswert habe sie mit ihrer Trainingskollegin Carol Koch. «Wenn meine Leistungen nicht in etwa gleich sind wie ihre, dann weiss ich, dass ich mir zu viel zugemutet habe», erklärt Ronja Mock.

Neue Schweizermeisterin über 400 Meter Hürden

Dass sie fähig ist, physische Höchstleistungen zu erbringen und auch grossem mentalem Druck standhalten kann, zeigte Ronja Mock vor wenigen Wochen an den Schweizer Meisterschaften der U20 in Aarau. Von diesen kehrte sie über 400 Meter Hürden als Schweizermeisterin nach Appenzell Innerrhoden zurück. Und dies obwohl der Rennverlauf nicht ideal gewesen sei. Von mehreren Leichtathletikmeetings während der Saison und den Trainings habe sie eigentlich genau gewusst, wie sie die 400 Meter Hürden anzugehen habe und insbesondere wie viele Schritte sie zwischen den Hürden machen muss. An den Schweizermeisterschaften stand Ronja Mock vor der Entscheidung, auf den bewährten Rhythmus zu setzen und damit einen ziemlich sicheren Sieg nach Hause zu holen – sie hatte bereits im Vorlauf am Samstag die Konkurrenz weit hinter sich gelassen – oder etwas mehr zu riskieren und damit vielleicht ihre bisherige persönliche Bestleistung zu unterbieten. Die Hürdenläuferin entschied sich im Finallauf vom Sonntag für Letzteres. «Ich wollte meine persönliche Bestleistung unterbieten und ich entschied, im Finallauf schnellere Schritte zu machen und die ersten 200 Meter schneller anzugehen als gewohnt.» Ihr Plan sei zunächst aufgegangen und die erste Hälfte des Rennens habe sie schneller zurückgelegt als sonst, aber: «Kurz vor der Schlussphase bin ich auf zwei Hürden zu nahe aufgelaufen. Der Hürdenschritt war nicht mehr optimal», sagt Ronja Mock rückblickend. Der suboptimale Rhythmus habe sie gegen Ende viel Kraft gekostet. Oder anders ausgedrückt: «Es war ein rechtes ‹Gwürg› bis zum Schluss», sagt Mock mit einem Lachen. Ihre Ziele hat die Leichtathletin trotz nicht ganz wunschgemässem Rennverlauf erreicht, und zwar gleich doppelt. Ronja Mock kehrte zum ersten Mal mit einem Schweizermeistertitel zurück (letztes Jahr Rang zwei) und verbesserte ihre persönliche Bestleistung über 400 Meter Hürden von bis anhin 61,67 auf 61,56 Sekunden.

Die nächsten Titelkämpfe folgen in einem Jahr

Eine beachtliche Leistung hat die 19-Jährige somit an den diesjährigen SM bereits erbracht. Die nächsten Herausforderungen warten bereits auf die Innerrhoderin. Bald stehen im Rahmen ihrer Ausbildung zur Geomatikerin, die sie mit einer Berufsmaturität beenden wird, die Abschlussprüfungen an. Und auch sportlich geht es Schlag auf Schlag. Die nächsten nationalen Titelkämpfe folgen in einem Jahr, und dann zum ersten Mal in der Kategorie U23. Vielleicht wird Ronja Mock auch die U23 EM-Limite in Angriff nehmen. Sicher ist sie sich diesbezüglich aber noch nicht.