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Lehrstellenforum ebnet Wege

Das zweite Lehrstellenforum Toggenburg im BWZT Wattwil mit 70 Lehrbetrieben hat viele interessierte Jugendliche und ihre Eltern angezogen. Gut besucht waren auch die Podien mit zusätzlichen Informationen und Tips.
Cecilia Hess-Lombriser
Immer mehr Frauen drängen in den Malerberuf. Eine Malerin informiert die Schülerin. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Immer mehr Frauen drängen in den Malerberuf. Eine Malerin informiert die Schülerin. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

WATTWIL. Kurz bevor das Lehrstellenforum Toggenburg am Samstag öffnete, herrschte bei den Ausstellenden gespannte Erwartung. Da und dort wurden letzte Prospekte ausgelegt, Ausstellungsstücke zurechtgerückt, sogar Häppchen hergebracht, wo es um Berufe im Bereich Ernährung ging. Die Tischmesse war in erster Linie auf den Dialog ausgerichtet. Ausbildnerinnen und Ausbildner und Lernende beantworteten Fragen, erklärten, zeigten Beispiele, fragten ihrerseits. Es war eine gute Gelegenheit, Schwellen abzubauen und ins Gespräch zu kommen.

Genügend Lehrstellen

Die Berufswahl ist eine Herausforderung für die Jugendlichen. Die gute Nachricht des Tages: Der Lehrstellenmarkt hat sich entspannt. Es hat mehr Lehrstellen als Bewerber. In der Aula, in den Gängen, in der Turnhalle und in einzelnen Räumen waren die Aussteller verteilt. Den ganzen Samstagmorgen zirkulierten Jugendliche in Gruppen oder mit ihren Eltern durch die dichten Reihen. Eine Mutter lud ihren Sohn ein, die Broschüre durchzulesen und anzukreuzen, welche Berufe er sich ansehen möchte. «Nein, ich habe mich nicht auf diesen Anlass vorbereitet und ich habe auch noch keine konkrete Vorstellung», sagte der Schüler der ersten Oberstufenklasse. Sein Berufswahlprozess beginnt erst so richtig. Ein anderes Mutter-Sohn-Paar hatte eine andere Strategie. «Er weiss genau, was er will, jetzt wollen wir zu den entsprechenden Firmen und erfahren, wie er sich bewerben soll», sagte die Mutter und der Sohn nickte mit entschlossenem Gesichtsausdruck. Er hat bereits in verschiedenen Betrieben geschnuppert. Es gab Eltern, die ihre Begeisterung über das Lehrstellenforum im Gespräch mit anderen ausdrückten. Ein Elternpaar fand die Angebote «bubenlastig». Ein Punkt, der wiederum zur Diskussion führte, wie weit der Geschlechterunterschied bei Berufen noch herausgehoben werden soll.

Was sich herauskristallisierte: Die Berufswahl ist individuell und letztlich muss jeder und jede zukünftige Lernende seinen oder ihren Weg finden. Unterstützung gibt es genügend, beispielsweise durch die Berufs- und Laufbahnberatung Toggenburg. Was jedoch vor allem auch an den drei Podien betont wurde: «Der Lehrstellensuchende oder der Schnupperkandidat muss selber anrufen und sein Bewerbungsschreiben selber aufsetzen. Alles andere kommt bei Lehrbetrieben nicht gut an.» Und genau dies ist einer der Knackpunkte, wie von Ausbildnern zu erfahren war. «Die Oberstufenschülerinnen und -schüler sind teilweise schüchtern und ungeübt im Umgang mit Erwachsenen und wir wissen das.» Aus diesem Grund werden auch Schreibfehler akzeptiert und da und dort führen Lernende die Schnuppernden in den Beruf ein, weil der Altersunterschied weniger gross und die Hemmung zu fragen, kleiner ist. «Wir sind auch nur Menschen», sagte eine Verantwortliche beim Podium «Rund ums Bewerben» und machte damit bewusst, dass Ängste fehl am Platz sind.

«Zeugnisse sind variabel»

Was an den Podien auch herauskam: Es gibt Erwartungen an die Jugendlichen, wenn sie sich bewerben und wenn sie zum Schnuppern kommen. Dazu gehören nebst Pünktlichkeit, angepasster Kleidung und Benehmen vor allem das Interesse und die Neugier am Beruf. «Sie sollen letztlich spüren, was der Beruf für sie heisst, oder auch merken, dass es nicht der richtige ist.» Wie weiter zu erfahren war, sitzt vielen die Befürchtung im Nacken, dass vor allem die Noten bei einer Bewerbung zählen. «Zeugnisse sind variabel», sagte ein Ausbildner. Die Persönlichkeit des Jugendlichen zähle mehr. Diese zeige sich einerseits im Begleitschreiben und andererseits beim Schnuppern. Auch die Angst, zu spät zu sein, wurde widerlegt. Auch jetzt noch würden Lehrverträge für den Sommer abgeschlossen. Bei der zweiten Auflage des Lehrstellenforums Toggenburg, getragen von den Arbeitgeber- und Gewerbevereinigungen, der Berufs- und Laufbahnberatung, dem BWZ, den Schulgemeinden und toggenburg.ch, wurde etwas Wichtiges erreicht: Die Menschen hinter Firmennamen haben ein Gesicht bekommen und es wurde spürbar, dass der persönliche Kontakt das A und O bei der Berufswahl ist. Bereits jetzt steht fest, dass es auch nächstes Jahr ein Lehrstellenforum geben wird.

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