Lehrplan 21 in Kraft gesetzt

Ab dem Schuljahr 2017/18 wird in Appenzell Ausserrhoden nach dem Lehrplan 21 unterrichtet. Statt an Zielen orientiert sich dieser an Kompetenzen, die erreicht werden müssen. Die Anzahl Schulstunden für die Schülerinnen und Schüler bleibt gleich.

Roger Fuchs
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Ausserrhoden: Der erste Ostschweizer Kanton mit Lehrplan 21. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Ausserrhoden: Der erste Ostschweizer Kanton mit Lehrplan 21. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

HERISAU. Es erfülle ihn mit Genugtuung, dass der Regierungsrat den Lehrplan 21 auf das Schuljahr 17/18 einführe, sagte Ausserrhodens Bildungsdirektor Rolf Degen gestern an einer Medienorientierung – notabene seiner letzten. Ende Monat scheidet er aus dem Regierungsrat aus. Den neuen Lehrplan wertet Degen als taugliches Instrument, das keine Umwälzung im Schulwesen mit sich bringe. «Die beim Lehrplan 21 häufig kritisierte Orientierung an Kompetenzen statt an Zielen ist kein Paradigmenwechsel.» Schon heute werde an den Schulen nebst dem Wissen auch auf das Können Wert gelegt.

Die Bildungshoheit wird trotz Lehrplan 21 bei den Kantonen bleiben. So lässt es sich Ausserrhoden denn auch nicht nehmen, am freiwilligen 9. Schuljahr festzuhalten. Auch das breite Wahlangebot in diesem Schuljahr soll Bestand haben. Keine Abstriche machen will man zudem im Bereich Hauswirtschaft. Man werde aber von den Schulen verlangen, dass dieser Bereich über das Kochen hinausgehe.

Anzahl Schulstunden bleibt

Walter Klauser, Leiter des Ausserrhoder Amts für Volksschule, sieht den Lehrplan als eine Art Routenplaner für Schulen. Stets habe sich dieser Routenplaner den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst. Damit seien auch die minimen Verschiebungen bei den Unterrichtsinhalten gegenüber dem heutigen Lehrplan begründet. Insgesamt werden die Schülerinnen und Schüler von Appenzell Ausserrhoden mit dem Lehrplan 21 gleich viele Pflichtlektionen haben wie heute – in der Primarschule je nach Stufe zwischen 25 und 31 Lektionen, auf der Sekundarstufe 34 oder 35 Lektionen.

Umsetzung beginnt im Herbst

Die gleichbleibende Anzahl Schulstunden führt weder für den Kanton noch für die Gemeinden zu wiederkehrenden Mehrkosten. Mit der Einführung des neuen Lehrplans fallen aber Mehrkosten an, die gemäss Degen über die laufende Rechnung gedeckt werden. Die Umsetzung des Lehrplans beginnt im Herbst 2015 mit Startveranstaltungen für Schulbehörden und Lehrpersonen. Ab Schuljahr 2017/18 wird dann nach dem neuen Lehrplan unterrichtet.

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