Lehrling mit eigenem Projekt

Der Gontner Christoph Schnider bereut keine Sekunde seine Entscheidung, eine Zimmermann-Lehre zu absolvieren. Er mag die Vielfalt seines Berufs, hat aber bereits Pläne für eine Zweitausbildung.

Marcel Jud
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Chistoph Schnider liebt die Arbeit mit Holz. (Bild: maj)

Chistoph Schnider liebt die Arbeit mit Holz. (Bild: maj)

GAIS. «Holz spielt für mich seit meiner Kindheit eine wichtige Rolle. Zum einen ging ich jeweils mit meinem Vater in unseren Wald holzen. Zum anderen war ich oft in der Schreinerei meines Göttis», sagt Christoph Schnider, der auf einem Bauernhof in Gonten aufgewachsen ist. Er befindet sich im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Zimmermann EFZ.

Der Zimmermann-Beruf hat Schnider vom ersten Tag seiner Schnupperlehre an zugesagt: «Es ist ein extrem vielseitiger Beruf und es gefällt mir, dass man von Grund auf etwas bauen kann.» Auch das Material Holz fasziniert den 17-Jährigen, der seine Lehre bei der Nägeli AG in Gais absolviert: «Mit Holz kannst du alles Mögliche machen und es lebt; Holz ist immer wieder anders. Und das ist auch das Herausfordernde und Spannende am Beruf des Zimmermanns.»

Tracht und Klatsch

Wie Philip Prandella betont auch Christoph Schnider den Berufsstolz der Zimmerleute und ihr Traditionsbewusstsein: «Da gehört zum einen die Zimmermannstracht dazu, aber auch der Zimmermannsklatsch – ein altes Lied, zu dem geklatscht wird – und natürlich das Aufrichtefest. Das ist schon sehr schön, wenn der Rohbau eines Hauses vollendet ist und man den Dachfirst mit einem Aufrichtebaum verziert.»

Eigenes Projekt

Diese Traditionen würden auch im Team der Nägeli AG gelebt, sagt Christoph Schnider. Von seinen Mitarbeitern sei er von Anfang an gut aufgenommen worden. Mit der Zeit habe man ihm auch immer mehr Verantwortung übertragen. Zurzeit zeichnet er die Pläne für eine Doppelgarage, die er zusammen mit anderen Lehrlingen errichten wird.

«Es ist genial, ein eigenes Projekt zu haben. Davon profitiert man wohl am meisten, da man das Gelernte anwenden muss und für das Resultat verantwortlich ist», sagt Schnider, der auf die Frage nach negativen Aspekten des Zimmermann-Berufs gar keine Antwort weiss: «Mir gefällt wirklich alles. Klar, wenn man Zimmermann werden will, muss man gerne im Team arbeiten und auch körperlich belastbar sein, aber damit habe ich keine Probleme.»

Auch die zeichnerischen und mathematischen Fertigkeiten, die es für diesen Beruf braucht, bereiten dem Gontner kein Kopfzerbrechen. Bereits in der Schule hätten Algebra und Geometrie nebst dem Werk- und Zeichenunterricht zu seinen Lieblingsfächern gezählt.

«Am liebsten beides»

Nach seinem Lehrabschluss will Christoph Schnider zunächst auf seinem erlernten Beruf arbeiten. Er hat aber bereits Pläne für eine Zweitausbildung: «Ich will noch eine Lehre zum Landwirt EFZ machen, um meinen Eltern bei ihrer Arbeit auf dem Bauernhof unter die Arme zu greifen.»

Ob er dereinst den elterlichen Bauernhof übernehmen oder vielleicht doch noch eine Holzfachschule besuchen und auf seinem Erstberuf bleiben wird, kann Schnider noch nicht sagen: «Am liebsten würde ich beides – die Arbeit als Zimmermann und auf dem Bauernhof – dereinst miteinander verbinden.»

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