«Lehrerin ist mein Traumberuf»

Jahrzehntelang hat Monika Rösinger an der Oberstufe BuGaLu in den Fächern Handarbeit, Hauswirtschaft, Religion und Ethik unterrichtet. Auch war sie als Schulleiterin und Schulsozialarbeiterin tätig. Nun ist sie in Pension gegangen.

Anina Rütsche
Drucken
Teilen
Monika Rösinger hat 36 ihrer 43 Berufsjahre als Lehrerin an der Oberstufe in Bütschwil verbracht. (Bild: Anina Rütsche)

Monika Rösinger hat 36 ihrer 43 Berufsjahre als Lehrerin an der Oberstufe in Bütschwil verbracht. (Bild: Anina Rütsche)

BÜTSCHWIL. Seit über 40 Jahren ist sie Lehrerin, seit 36 Jahren hat sie ihren Beruf, «den absoluten Traumberuf», in der Real- und Sekundarschule in Bütschwil ausgeübt, 16 Jahre davon als Schulleiterin. Seit wenigen Tagen ist Monika Rösinger pensioniert. Die Oberstufenschulgemeinde BuGaLu hat die engagierte Mitarbeiterin am letzten Schultag vor den Sommerferien feierlich verabschiedet. Zuvor haben in den Klassen verschiedene Dankesanlässe für die 64-Jährige stattgefunden. Nun räumt Monika Rösinger ihren Arbeitsplatz im grossen und hellen Büro im Erdgeschoss des Schulhauses.

Monika Rösinger schaut gerne auf ihre Zeit am BuGaLu zurück: «Ich hatte eine gute Beziehung zu allen. Im Team fühlte ich mich wohl. All das habe ich sehr geschätzt.» Der Abschied sei ihr daher nicht ganz leicht gefallen. Zum Glück habe sie genug Zeit gehabt, um sich auf die neue Situation einzustellen. «Und jetzt ist es gut so, wie es ist.»

Handarbeit auch für die Buben

Man schrieb das Jahr 1980, als die junge Monika Rösinger ihre Stelle an der damaligen Mädchensekundarschule in Bütschwil antrat. Sie unterrichtete Hauswirtschaft und Handarbeit Fächer, die früher einen anderen Stellenwert hatten als heute. «Einst waren dies Pflichtfächer, heute steht es den Schülerinnen und Schülern teils frei, ob sie nähen lernen wollen», sagt Monika Rösinger. Sie selbst sei gerne kreativ tätig, aus diesem Grund habe sie sich in der Ausbildung für diese Schwerpunkte entschieden. Bald nachdem die frühere Meitlisek 1989 Teil des Oberstufenzentrums geworden war, unterrichtete Monika Rösinger auch die Buben in Handarbeit und Hauswirtschaft, dies auf Real- und Sekundarstufe sowie in der Kleinklasse. «Nicht alle Burschen kamen gerne in die Handzgi», erinnert sich Monika Rösinger. «Aber an den ratternden Nähmaschinen hatten sie dann doch Freude!»

Junge auf ihrem Weg begleiten

Dass sie Lehrerin werden möchte, das wusste Monika Rösinger, die in Bütschwil aufgewachsen ist, schon früh. Und auch dass sie lieber mit Jugendlichen als mit kleinen Kindern arbeiten will. «Teenager sind aus meiner Sicht besonders spannend, weil sie soeben dabei sind, ihren Platz im Leben zu finden», sagt Monika Rösinger. Eine Lehrperson könne dazu beitragen, die jungen Menschen auf diesem Weg zu begleiten, der manchmal ganz schön anstrengend sei. Dies ist mit ein Grund, warum sich Monika Rösinger mit rund 40 Jahren zusätzlich als katholische Katechetin ausbilden liess, um Religion unterrichten zu können. Sie sei gläubig, sagt die kurzhaarige Frau.

Neues Schulfach eingeführt

Doch Monika Rösinger wollte auch all jenen, die den Landeskirchen nicht angehören, einen Unterricht ermöglichen, in dem es um Wertehaltungen, Spiritualität und Gesellschaft geht. So hatte sie die Idee, am BuGaLu das Fach Ethik einzuführen. Kantonsweit war dies eine Neuheit, denn Ethik wurde damals erst an den Mittelschulen angeboten. «Unser Pilotprojekt auf Real- und Sekundarstufe hat sich aber mehr als bewährt», sagt Monika Rösinger erfreut. Ob sie eine strenge Lehrerin gewesen sei? Monika Rösinger lacht und schüttelt den Kopf. «Nein, das würde ich so nicht sagen. Ich gab mein Bestes, um offen und ehrlich, klar und konsequent zu sein», präzisiert sie. «Der Lehrer ist der Chef im Schulzimmer», fügt sie an. «Das muss man den Jugendlichen nicht nur sagen, nein, man muss es auch ausstrahlen. Entscheidend ist, dass die Schülerinnen und Schüler stets wissen, woran sie sind. Dafür sind klare Regeln nötig. Es liegt vieles drin, aber eben nicht alles.»

Technik als grösste Veränderung

Seit ihrem Einstieg ins Berufsleben habe sich viel verändert, findet Monika Rösinger. «Heute wird in der Schule mehr diskutiert als zu Beginn meiner Laufbahn», weiss sie. Monika Rösinger ist überzeugt: «Das kennen die jungen Leute von daheim – sie wollen mitreden dürfen. » Die grösste Umstellung während ihrer Berufstätigkeit erlebte Monika Rösinger, als sich immer mehr Schülerinnen und Schüler ein eigenes Handy zulegten. Auch die vermehrte Nutzung des Internets hat den Schulbetrieb laut Monika Rösinger massgeblich verändert. «Die Dynamik dieser relativ neuen Entwicklungen ist leider kaum überschaubar», sagt die Lehrerin. Aus diesem Grund leiste die Schule diesbezüglich regelmässig Aufklärungsarbeit. Monika Rösinger beispielsweise hat in ihrem Ethik-Unterricht mit den Jugendlichen über Mobbing gesprochen – ein Thema, das längst nicht bloss auf dem Pausenplatz, sondern auch auf Online-Plattformen Einzug gehalten hat. «Die Hauptverantwortung im Umgang mit Handy und Internet tragen meiner Meinung nach aber die Eltern», ist Monika Rösinger überzeugt.

Wandern und schreiben

Als Meilensteine ihrer Tätigkeit im Oberstufenbetrieb bezeichnet die ehemalige Schulleiterin die Integration der Realschule im Jahr 1990, die Einführung der schulischen Sozialarbeit 2001 und das 150-Jahre-Jubiläum, das 2013 gefeiert wurde. Auch die alle drei Jahre stattfindenden Sonderwochen oder die Aufführung eines von ihr selbst verfassten Theaterstücks ist Monika Rösinger in bester Erinnerung geblieben.

Für die neue Lebensphase als Pensionierte hat die Bütschwilerin bereits Pläne geschmiedet. «Ich werde der Katechese verbunden bleiben und fortan vereinzelte Religionsstunden an der Primarschule geben», verrät sie. Sie freut sich auch darauf, sich vermehrt ihren Hobbies zu widmen: Schreiben, wandern – «und mal sehen, was das Leben so bereit hält».