Lebenswerk weiterführen

Ursula und Fredi Kierdorf haben das «Schwendihotel» in Unterwasser 37 Jahre lang in der dritten Generation geführt. Am 1. Dezember hat Pascal Moser den Betrieb von ihnen übernommen.

Hansruedi Rohrer
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UNTERWASSER. «Wir sind glücklich, dass wir unserem Wunschkandidaten Pascal Moser das <Schwendihotel> übergeben konnten», sagen Ursula und Fredi Kierdorf. Die beiden führten das Hotel während der vergangenen 37 Jahre (vorher unter dem Namen «Pension Iltios») und konnten in dieser Zeit eine grosse Stammkundschaft aufbauen. Und das «Schwendihotel» ist das Elternhaus von Ursula Kierdorf. «Da hängt man schon daran», sagt sie schmunzelnd, aber auch mit etwas Wehmut. Doch Pascal Moser wird es im gewohnten Sinn weiterführen und die bekannte Gastronomie mit Gastlichkeit und Gemütlichkeit weitertragen. Er übernahm im Mai dieses Jahres schon das Restaurant «Gade» von Peter Steiner, dem Bruder von Ursula Kierdorf.

Touristen wegen Iltiosbahn

Begonnen hat alles im Jahr 1934, als die Bauernfamilie Steiner infolge Eröffnung der Iltiosbahn auf Touristen hoffte. Das bewahrheitete sich, die ersten Gäste trafen ein und das Haus wurde bald eine Pension. 1947 übernahmen Walter und Trudi Steiner die Gasthaus-Pension, welche sie im Jahr 1974 Tochter Ursula und Schwiegersohn Fredi Kierdorf übergaben. Im gleichen Jahr eröffnete der Sohn Peter Steiner das Restaurant «Gade» im ehemaligen Stall der Pension. Das «Schwendihotel» hat sich mit Ursula und Fredi Kierdorf von der einfachen Pension zum komfortablen Kleinhotel entwickelt. Dazu Fredi Kierdorf: «Es ist eine kleine Sensation, dass uns heute der Guide Michelin für die Hotellerie auch nach 37 Jahren noch empfiehlt.» Ursula und Fredi Kierdorf sind froh, dass sie nun einen Gang zurückschalten können, waren sie doch bis anhin sieben Tage in der Woche im Betrieb.

«Wir lernten jeden Gast persönlich kennen und können nun in den Erinnerungen schwelgen», sagen sie. «Zum Beispiel hat uns der bekannte und einheimische Skispringer Walter Steiner 1974 das Säli mit Holzschnitzereien verziert.»

Zeit für Hobbies

Die beiden werden sich ab jetzt etwas mehr der Familie widmen und die gewonnene Freizeit geniessen. Mit Skifahren im Winter und mit Wandern im Sommer oder mit verschiedenen Reisen. «Ausserdem komme ich jetzt mehr zum Jassen», ergänzt Ursula. «Und ich zum Fischen», sagt Fredi. Ja, und dann stehe noch eine «Ente» in der Garage.

Damit ist der «Döschwo» gemeint, jener 2CV des Jahrgangs 1974, den Fredi Kierdorf einmal von einem Elsässer Stammgast einfach so erhalten hat. Eine Ausfahrt mit diesem Auto-Oldtimer werde jedoch nur bei schönem Wetter durchgeführt, versichern Fredi und Ursula.

Das «Schwendihotel» und das «Gade» werden die beiden aber trotz Hobbies und Ausfahrten nicht aus den Augen verlieren, wohnen sie doch nur wenige Schritte davon entfernt.