Lawinenniedergänge stören den Betrieb der Säntis-Schwebebahn AG monatelang

Vor bald einem Jahr, am 10. Januar 2019, geht auf der Schwägalp eine Lawine nieder und beschädigt das Hotel. Die Säntisbahn steht in der Folge monatelang still. Auch das Hotel ist betroffen.

Mea McGhee
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Das grosse Schneeschaufeln nach dem Lawinenniedergang auf der Schwägalp.

Das grosse Schneeschaufeln nach dem Lawinenniedergang auf der Schwägalp.

(Bild: Urs Bucher)


Es ist kurz nach 16 Uhr. Eine Lawine hat sich an der Nordwestflanke des Säntis gelöst. Die Schneemassen dringen bis in die «Schwingerstobe» des Restaurants ein und verschütten über ein Dutzend Autos auf dem Parkplatz. Drei Personen werden leicht verletzt. Nach tagelangem Schneefall herrscht am Unglückstag die zweithöchste Gefahrenstufe. Die Lawine geht auf einer Breite von mehreren hundert Metern auf einem Grat los, dann donnern die Schneemassen Richtung Schwägalp.

Experten und Betroffene sprechen von einem Jahrhundertereignis.

Nach dem Lawinenabgang wird die Strasse zur Schwägalp ab der Passhöhe gesperrt. Ein Grossaufgebot von Polizei und Feuerwehr sowie mehrere Krankenwagen werden an den Ort des Geschehens beordert. 76 Angehörige des Alpinen Rettungsdienstes suchen mit zwei Hunden nach allfälligen Verschütteten. Nach vier Tagen erfolgt diesbezüglich Entwarnung.

Zweite Lawine beschädigt Stütze der Schwebebahn

«Wir wurden von den Schneemassen überrascht», sagt Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG, zwei Tage nach dem Lawinenabgang. Er und seine Mitarbeitenden sind stark gefordert und beweisen Flexibilität. Der Hotelbetrieb ist mehrere Tage unterbrochen. Noch härter trifft es die Schwebebahn auf den Säntisgipfel. Eine zweite Lawine beschädigt eine Stütze. Den Schaden bemerken Angestellte der Säntis-Schwebebahn bei einer Dienstfahrt am 15. Januar. Der Bahnbetrieb wird unterbrochen und kann erst nach der Reparatur Ende Mai wieder aufgenommen werden. Die durch die Lawinen entstandenen Schäden an der Bahn und den Gebäuden übersteigen die Millionengrenze. Eine Untersuchung spricht von «Naturgewalt» und entlastet Behörden und Betreiber.