Laute Töne, stiller Abgang

Nur ein Jahr nach ihrer Wahl in den Gemeinderat schmeisst Elsbeth Weiss den Bettel hin – und hinterlässt dabei einen schlechten Eindruck. Sie, die angetreten war, um Transparenz und Sachlichkeit in die Dorfpolitik zurückzubringen, verlässt den Rat durch die Hintertüre.

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Nur ein Jahr nach ihrer Wahl in den Gemeinderat schmeisst Elsbeth Weiss den Bettel hin – und hinterlässt dabei einen schlechten Eindruck. Sie, die angetreten war, um Transparenz und Sachlichkeit in die Dorfpolitik zurückzubringen, verlässt den Rat durch die Hintertüre. Ein Leserbrief im «Anzeige-Blatt» muss als Begründung reichen, für Auskünfte steht Weiss nicht zur Verfügung.

Dabei besteht nach ihrem Rücktritt durchaus Erklärungsbedarf: Elsbeth Weiss stösst die Bühlerinnen und Bühlerer vor den Kopf, die sich von ihrer Wahl frischen Wind im Gemeinderat versprochen haben. Sie lässt das Altersheim-Projekt – 2011 eines ihrer wichtigsten Wahlkampfthemen – in einer entscheidenden Phase fallen. Und sie erhebt in ihrem Schreiben schwere Vorwürfe gegen Gemeindepräsidentin Ingeborg Schmid, ohne konkret zu werden. Ironischerweise kritisiert sie «unsachliche Angriffe», ohne selbst zur Sache zu kommen.

Mit dem überstürzten Rücktritt dürfte es aus politischer Sicht ruhig werden um Elsbeth Weiss, denn der Weg zurück in die Opposition ist versperrt: Lautstark hatte sie dafür gekämpft, Einfluss auf die Kommunalpolitik nehmen zu können. Dieses Ziel hat Weiss mit ihrer Wahl in den Gemeinderat erreicht. Nun kann sie die Arbeit des Gremiums nicht mehr kritisieren – mit ihrem Abgang hat Elsbeth Weiss ihre Glaubwürdigkeit verspielt.

Johannes Wey

johannes.wey@appon.ch