«Lassen wir alles hinter uns»

WATTWIL. Ein Leser dieser Zeitung beobachtete am Sonntag, wie zwei Frauen Geschirr aus zwei Wäschebehältern in die Thur kippten. Ein Mitarbeiter der Gemeinde fotografierte später Gegenstände im Fluss. Wenn die Täterinnen identifiziert werden, wird es teuer für sie.

Martin Knoepfel
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Die Thur unterhalb der Waisenhausbrücke in der Gemeinde Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Thur unterhalb der Waisenhausbrücke in der Gemeinde Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)

«Lassen wir alles hinter uns.» Mit diesen Worten kippten zwei Frauen zwei Plastikbehälter mit Gläsern und Tellern in die Thur. Das Klirren war weitherum zu hören, denn die Thur führte am Sonntag wenig Wasser», sagt Brigue Mcirdi. Zweifellos hätten andere Personen den Lärm ebenfalls vernommen. So schildert der Wattwiler dieser Zeitung ein Erlebnis bei einem Spaziergang am Sonntagmorgen. Jeder Plastikbehälter sei grün-orange gewesen und etwa so gross wie ein Wäschekorb, sagt Brigue Mcirdi, der in seiner Zuschrift an die Redaktion dieser Zeitung von «Weibern» spricht. Er vermutet, dass ein Beziehungsproblem und eine Art Aberglaube hinter dieser illegalen Entsorgungsaktion stecken.

Anzeige eingereicht

Bei der Gemeinde Wattwil war zu erfahren, dass diese Anzeige gegen Unbekannt eingereicht hat. Hochwasser am Montag und Dienstag verhinderte, dass Mitarbeiter des Bauamts der Gemeinde die hineingeworfenen Gegenstände aus der Thur bergen konnten. Gestern mittag waren unter der Brücke der Waisenhausstrasse keine Spuren der Entsorgungsaktion zu sehen.

Ein Mitarbeiter der Gemeinde bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass er am Sonntag am späteren Nachmittag unter dieser Brücke in der Thur weisse Gegenstände gesehen und fotografiert habe. Nicht auszuschliessen sei, dass es sich um Teller gehandelt habe.

Gut möglich ist, dass die starke Strömung am Montag und Dienstag die Gegenstände mitgerissen hat. In jedem Fall bilden Scherben im Fluss eine Gefahr für Menschen oder Tiere, die in den Fluss steigen, sei es, dass sie sich verletzen, sei es, dass sie auf den Gegenständen ausrutschen. Trinkgläser können übrigens an den Sammelstellen in der Gemeinde Wattwil unentgeltlich entsorgt werden. Die illegale Entsorgung wird die Täterinnen, wenn man sie erwischt, teuer zu stehen kommen.

Von 50 Franken an aufwärts

Es hänge von den konkreten Umständen ab, wie hoch eine Busse sei, sagt der Kommunikationschef der Kantonspolizei, Hanspeter Krüsi. In leichten Fällen dürfe die Polizei eine Busse verhängen. Das beginne bei 50 Franken für Littering. Wenn man einen Plastiksack mit Abfall in der freien Natur entsorge, koste es 100 Franken. Bei mehreren Kehrichtsäcken seien 300 Franken fällig. Schwere Fälle gingen an die Staatsanwaltschaft. Diese berücksichtige bei der Höhe einer Busse aber auch, wie viel ein Täter verdiene. Ein Beispiel sei für einen schweren Fall die illegale Entsorgung eines Kühlschranks. Wenn bei einer illegalen Entsorgung Öl ausfliesse, könne das ebenfalls nicht mehr von der Kantonspolizei geahndet werden.

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