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Weil das Verkehrsaufkommen zugenommen hat: In Innerrhoden soll ein neuer Veloweg entlang der Nationalstrasse entstehen

Auf der vielbefahrenen Enggenhüttenstrasse in Appenzell kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen für Velofahrer. Ein neuer Velo- und Fussweg soll Abhilfe schaffen. Das Innerrhoder Bau- und Umweltdepartement prüft derzeit verschiedene Möglichkeiten.

Claudio Weder
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Bis das Bauprojekt vorliegt, wird es noch rund drei bis fünf Jahre dauern.

Bis das Bauprojekt vorliegt, wird es noch rund drei bis fünf Jahre dauern.

Benjamin Manser

Gute Nachrichten für Velofahrer und Fussgänger in Innerrhoden: Entlang der Enggenhüttenstrasse soll ein neuer Velo- und Fussweg entstehen. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, hat die Standeskommission das Bau- und Umweltdepartement beauftragt, ein entsprechendes Projekt auszuarbeiten.

Ruedi Ulmann, Vorsteher des Bau- und Umweltdepartements AI.

Ruedi Ulmann, Vorsteher des Bau- und Umweltdepartements AI.

Bild: PD

Gemäss Bauherr Ruedi Ulmann werden derzeit verschiedene Möglichkeiten geprüft. «Erste Abklärungen haben ergeben, dass ein separater Bau eines solchen Wegs auf der linken Seite in Fahrtrichtung Hundwil möglich wäre – ähnlich wie bei der ehemaligen Kantonsstrasse und heutigen N25 beim Winklerstich in Herisau.»

Um genauere Angaben zum Projekt zu machen, sei es im Moment aber noch zu früh, sagt Ulmann. Zunächst gehe es darum, die Bevölkerung über das Vorhaben in Kenntnis zu setzen. In einem nächsten Schritt sollen dann die Grundeigentümer informiert werden. Weil der neue Veloweg die Kantonsgrenze tangiert, müsse zudem auch das Gespräch mit Ausserrhoden gesucht werden. «Bis ein konkretes Projekt vorliegt, wird es schätzungsweise drei bis fünf Jahre dauern», sagt Ulmann. Das letzte Wort hätte die Landsgemeinde.

Strasse ist gefährlich für Velofahrer

Am 1. Januar 2020 wurde die Enggenhüttenstrasse ins Nationalstrassennetz aufgenommen. Seither ist der Bund für den Bau und den Betrieb der Strasse zuständig. «Bei der letzten Zustandsanalyse wurde festgestellt, dass die Kunstbauten entlang der Strasse, wie etwa die Stützmauern, sanierungsbedürftig sind», sagt Ulmann. Die Standeskommission ist der Meinung, dass einhergehend mit dieser Sanierung auch der Bau eines Velo- und Fussweges ins Auge gefasst werden soll.

Ruedi Ulmann begründet das Bauvorhaben im Weiteren auch mit Sicherheitsaspekten. Die 4,3 Kilometer lange Strecke, welche den Kantonshauptort über Nationalstrassen an die Agglomeration St.Gallen anbindet, sei Innerrhodens «Hauptschlagader». Auf dieser habe der Verkehr in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Frequentiert werde die Strasse nicht nur von Lastwagen und PKW, sondern auch von Velo- und Töfffahrern. Vielen Kindern und Jugendlichen diene die Strasse, welche drei Bezirke verbindet, zudem als Schulweg. Ulmann sagt:

«Infolge des starken Verkehrsaufkommens kommt es auf der Enggenhüttenstrasse immer wieder zu gefährlichen Situationen für den Langsamverkehr.»

In Zukunft sei zu erwarten, dass das Verkehrsaufkommen weiterhin zunimmt und sich die Gefahrenlage für Velofahrer verschärfen wird.

Kanton muss für die Kosten aufkommen

Aus diesem Grund wird der Kanton den Bau des neuen Weges selbst in Angriff nehmen. «Bis der Bund eine Gesamtsanierung der Enggenhüttenstrasse samt einer optimalen Lösung für den Langsamverkehr an die Hand nehmen wird, dürfte es voraussichtlich noch lange Zeit dauern», sagt Ulmann. Dies sei mit Blick auf den grundsätzlich guten allgemeinen Zustand der Enggenhüttenstrasse zwar nachvollziehbar. «Für die Velofahrerinnen und Velofahrer sowie Fussgängerinnen und Fussgänger hätte ein Belassen der heutigen Situation jedoch zur Folge, dass sie die vielbefahrene und lediglich 7,5 Meter breite Strasse unter immer weniger zumutbaren Bedingungen benutzen könnten.»

Weil der Kanton den Velo- und Fussweg als eigenes Projekt baut, muss er auch für die Kosten aufkommen. Im Gegenzug kann er aber davon profitieren, dass er bis zu einem substanziellen Ausbau der Enggenhüttenstrasse durch den Bund weiterhin als Kanton ohne Nationalstrasse gilt und deshalb Bundesbeiträge von rund 1,5 Millionen Franken pro Jahr erhält.