Langsam, aber sicher saniert

Bahnübergänge müssen per Gesetz mit Signalen oder Anlagen ausgerüstet sein. Vor zehn Jahren entsprachen bei den Appenzeller Bahnen 550 Bahnübergänge nicht den Anforderungen. Inzwischen sind mehr als die Hälfte saniert.

Karin Erni
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Einer der zu sanierenden Bahnübergänge in Speicher. (Bild: ker)

Einer der zu sanierenden Bahnübergänge in Speicher. (Bild: ker)

APPENZELLERLAND. Bis Ende 2014 hätten alle ungesicherten Bahnübergänge im Appenzellerland saniert oder aufgehoben werden müssen, so wollte es das Bundesamt für Verkehr (BAV). Vor einem Jahr waren diese Auflagen aber erst bei knapp der Hälfte aller Bahnübergänge erfüllt. Damals lagen noch rund 280 Dossiers beim BAV.

Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen, relativiert diese Zahlen: «Unsere bisherigen Sanierungsbemühungen waren ein sehr grosser Effort, der nur möglich wurde, weil die Appenzeller Bahnen ihre Ressourcen verstärkt haben und mit den Kantonen und Gemeinden schon früh eine Finanzierungslösung gefunden haben.»

Die Appenzeller Bahnen rechnen gemäss Liniger damit, dass in den kommenden zwei Jahren der grösste Teil der noch fälligen Sanierungen abgeschlossen werden könne. «Aber auf einen exakten Zeithorizont wollen und können wir uns nicht festlegen, da dies von den verschiedenen Einsprachen und deren Beilegung abhängig ist.»

Speicher wird sicherer

Nun soll es wieder vorwärtsgehen. «Nach dreijähriger Vorbereitungszeit können wir nun das Projekt <Speicher-Süd> in Angriff nehmen», sagt Alexander Liniger. «Dieses umfasst den Abschnitt von der Kreuzung Buchenstrasse bis an die Gemeindegrenze von Trogen.» Nach der öffentlichen Auflage sind mehrere Einsprachen gegen die geplanten Massnahmen eingegangen. Diese sind nun durch das BAV verfügt worden. Das heisst, nach Abwarten der Einsprachefrist können die Appenzeller Bahnen mit der Sanierung der Anlagen beginnen.

Ein Bahnübergang wird aufgehoben, sechs werden mit Schranken gesichert und einer erhält ein Andreaskreuz mit einer sogenannten Z-Schranke für Fussgänger. Es bleibt den Appenzeller Bahnen nun ein Jahr Zeit, um die Vorgaben umzusetzen. Den Zeitplan erachtet Liniger als realistisch. «Wir arbeiten mit externen Firmen, die spezialisiert sind auf den Bau von Signalanlagen. Diese Sanierung kostet rund 1,2 Millionen Franken. Sie wird zu je einem Drittel von Kanton, Gemeinde und Appenzeller Bahnen finanziert. Die Arbeiten werden in Angriff genommen, sobald es das Wetter zulässt.» Mit Einschränkungen beim Privatverkehr sei nicht zu rechnen.

Herausforderung Teufen

Eine weitere Herausforderung wird die neue Ortsdurchfahrt Teufen, die künftig als Doppelspur geführt wird. Hier beginnen die Appenzeller Bahnen nun mit der Detailplanung. «In Teufen werden auch die Bahnübergänge in diesem Abschnitt der künftigen Doppelspur saniert. Die konkreten Massnahmen müssen nun aber geplant werden», so Liniger.

Viele Bahnübergänge

Im Appenzellerland gibt es überproportional viele Bahnübergänge. Gemäss BAV sind zurzeit gesamtschweizerisch noch 753 Übergänge sanierungsbedürftig, 200 davon befinden sich im Bereich der Appenzeller Bahnen. Hier war es in der Vergangenheit wiederholt zu Unfällen gekommen. Auf die Frage, ob die bereits getroffenen Massnahmen die Anzahl der Unfälle reduziert habe, sagt Liniger, die Massnahmen hätten sich bewährt. «Die Zahl der Unfälle ist klar rückläufig. Das kommt beim steigenden Verkehrsaufkommen einem Erfolg gleich.»

Einer von mehreren gefährlichen Bahnübergängen in Speicher, die demnächst saniert werden. (Bild: ker)

Einer von mehreren gefährlichen Bahnübergängen in Speicher, die demnächst saniert werden. (Bild: ker)

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