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LANGLAUF: Drohendes Aus für Loipe am Ricken sorgt für Kritik

Um Wild zu schützen, soll die Loipe vom Skilift Bildhaus zur Alp Wissboden nicht mehr gespurt werden. Willy Britt von der Alpbeiz Wissboden fürchtet, dass dann Gäste wegbleiben.
Christine Schibschid
Ob Langläufer weiterhin auf eine Spur zählen können, ist noch nicht restlos geklärt. (Symbolbild: PD)

Ob Langläufer weiterhin auf eine Spur zählen können, ist noch nicht restlos geklärt. (Symbolbild: PD)

Christine Schibschid

redaktion@toggenburgmedien.ch

Durch Wald und Wiesen wird im Winter eine Loipe vom Skilift Bildhaus bei der Ortschaft Ricken bis zur Alp Wissboden gespurt. Die Beiz am Ende lockt am Wochenende Langläufer, Winterwanderer und Schneeschuhgänger an, die die Spur zu schätzen wissen. Schliesslich ist es mühsam, sich selbst einen Weg durch den Schnee zu bahnen.

Gespurt wird die Loipe, die grossteils auf dem Gebiet der Gemeinde Gommiswald liegt, vom Verein Rickenloipe. Das letzte Stück der Loipe zur Alp Wissboden verläuft durch ein Naturschutzgebiet. Dort leben geschützte Auerhühner und andere Wildtiere. Deswegen soll die Loipe diesen Winter nicht mehr gespurt werden.

Seit 2005 existiert ein Waldentwicklungsplan

Der Hintergrund: Sie kommt im Waldentwicklungsplan (WEP) Gommiswald-Kaltbrunn-Rieden-Benken vor, den die Kantonsregierung im Jahr 2005 erlassen hat. Dort heisst es: «Zum Schutz des Wildes soll die Langlaufloipe aufgehoben werden.» Seit der WEP erlassen wurde, sind mehr als zehn Jahre verstrichen. Auf die Frage, warum nach all den Jahren ausgerechnet jetzt Schluss sein soll, sagt Gommiswalds Gemeindepräsident Peter Hüppi: «Mit dem WEP möchte man die verschiedenen Nutzer zusammenbringen und gute Lösungen suchen. Auch haben sich der Sport und die Möglichkeiten bei der Naherholung weiterentwickelt.»

Klarer Gegner einer Loipen-Schliessung ist Willy Britt von der Alpwirtschaft Wissboden. «Ich befürchte, dass deutlich weniger Leute zu uns kommen», sagt er. Ausserdem weist er auf die Vorzüge eines gespurten Wegs hin: «Die Wanderer bleiben darauf und laufen nicht irgendwo durch den Wald.» Britt kritisiert, dass die Gemeinde Gommiswald ihn nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen habe. «Mit Herrn Britt hatte ich mehrmals Kontakt», sagt dagegen Hüppi.

Bei der Alp Rittmarren gibt man sich gelassen

Von einer Schliessung wäre auch die Alp Rittmarren betroffen, an der die Loipe ebenfalls vorbeiführt. Sie wird im Winter vom Skiclub Rapperswil-Jona betrieben. Dort sehen die Verantwortlichen die Pläne gelassen: «Uns wurde letzten Winter mitgeteilt, dass die Loipe nicht mehr planiert werden soll», sagt Toni Janser, der viele Jahre Hüttenchef war und den Job nun mit einem Kollegen zusammen macht. «Für uns wäre eine Schliessung kein grosses Problem», sagt er. Der Grund: Die Alp Rittmarren ist für Winterwanderer auch über die Strasse zur Alp Egg erreichbar.

Solange das Gebiet für Schneeschuh- und Skitourengeher nicht komplett geschlossen wird, hält Janser den Wegfall der Spur für verkraftbar. Er glaubt, dass Skitouren- oder Schneeschuhläufer trotzdem kommen würden. «Für Fusswanderer ist es ohne Spur aber natürlich mühsam», sagt Janser. Langläufer würden die Loipe ohnehin kaum nutzen. Bei der Frage, ob nun im Winter gespurt wird oder nicht, scheint das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Gemeindepräsident Hüppi sagt zwar: «Es wurde abgemacht, dass im kommenden Winter nicht mehr gespurt werden soll, um dann im Frühling eine Neubeurteilung zu machen.» Auf die Frage, ob kommenden Winter sicher nicht gespurt wird, antwortet er jedoch: «Das weiss ich nicht, da müssen Sie den Verein Rickenloipe fragen.»

Noch kein Entscheid gefallen

Dort allerdings sind die Verantwortlichen noch nicht sicher, wie es weitergeht: «Wir sind in Gesprächen mit der Gemeinde, und es ist noch kein Entscheid gefallen», teilt Vorstandsmitglied Manuel Rüegg mit. «Wir gehen nach jetzigem Stand davon aus, dass wir die Loipe auch im kommenden Winter spuren», so Rüegg. Als der WEP 2005 verabschiedet wurde, wollten die Langläufer die Loipe auf jeden Fall nicht aufgeben. Sie verwiesen ebenfalls darauf, dass die Spur einen «kanalisierenden Effekt» auf Schneeschuhläufer und Winterwanderer haben könne.

Wie es weitergeht mit der Loipe zum Wissboden, bleibt also zunächst offen. Es gibt offenbar noch Gesprächsbedarf. «Wissboden»-Wirt Britt wünscht sich einen runden Tisch mit allen Beteiligten.

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