Langfristige Lösungen finden

Im April lehnten die Müselbacher Stimmbürger die Inkorporation der Dorfkorporation zur Gemeinde Kirchberg ab. Stattdessen plädierten sie für eine ausserordentliche Korporationsversammlung, die nun am 25. November stattfindet. Präsident Erich Willener äussert sich dazu.

Beat Lanzendorfer
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Erich Willener, Präsident der Dorfkorporation Müselbach, hofft auf ein «Ja» am 25. November seitens der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Erich Willener, Präsident der Dorfkorporation Müselbach, hofft auf ein «Ja» am 25. November seitens der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Im April lehnten die Müselbacher Stimmberechtigten die Inkorporation ab. Nun kommt es erneut zur Abstimmung. Hat sich an der Ausgangslage etwas verändert?

Erich Willener: Ich denke schon. Die Stimmbürger hatten Gelegenheit, sich mit der Thematik noch einmal im Sinne eines Reifungsprozesses auseinanderzusetzen und das positive Ergebnis der Abstimmung in Gähwil dürfte sich auch in Müselbach mindestens teilweise positiv niederschlagen.

Fanden Gespräche statt, die Gegner der Inkorporation vom Gegenteil zu überzeugen?

Willener: Eine gezielte Bearbeitung hat nicht stattgefunden. Aber bei Gelegenheit wurde in Einzelgesprächen auf die Vorteile einer Inkorporation hingewiesen. Im weiteren wurden mit einem ausführlichen Gutachten und Antrag auch nochmals schriftlich die Vorzüge einer Inkorporation dargelegt.

Wie geht es weiter, wenn sich die Stimmbürger zur Inkorporation bekennen?

Willener: Dann wird einerseits gemeinsam mit der Gemeinde die Umsetzung der Inkorporation auf den 1. Januar 2017 an die Hand genommen und andererseits die Gründung eines Dorfvereins vorbereitet.

Bei einem «Ja» muss eine Nachfolgeorganisation in Form eines Vereines gegründet werden, welche die Interessen des Dorfes vertritt. Ist diesbezüglich schon etwas in die Wege geleitet worden?

Willener: Ein erster Statutenentwurf liegt zur Diskussion und Weiterbearbeitung vor und die Gründungsversammlung sollte im Anschluss an die letzte Bürgerversammlung der Dorfkorporation im April 2016 erfolgen können.

Was passiert, sollten die Stimmberechtigten den Antrag zur Inkorporation wie an der Hauptversammlung erneut ablehnen?

Willener: Dann laufen die Geschäfte der Dorfkorporation Müselbach als öffentlich-rechtliche Körperschaft weiter, mit den Konsequenzen, dass zusätzlich zum Tagesgeschäft im Jahr 2016 drei neue Verwaltungsratsmitglieder, darunter ein Präsident, ein Finanzverantwortlicher und ein Vertreter Bäbikon sowie drei neue Mitglieder für die Gschäftsprüfungskommission gefunden und gewählt werden müssen. Zudem müssen umgehend eine Anlagenbuchhaltung und die Einführung des Rechnungsmodels HRM2 an die Hand genommen werden. Im weiteren muss das Interne Kontrollsystem (IKS) raschmöglichst und umfassend aufgearbeitet und etabliert werden.

Gähwil hat dem Antrag die Wasserversorgung an die Politische Gemeinde zu übertragen zugestimmt. Hat dieser Entscheid Auswirkungen auf die Abstimmung in Müselbach?

Willener: Ich gehe davon aus, dass der eine oder andere sich dadurch auch zu einem Ja für Müselbach durchringen kann. Wurde doch an der Bürgerversammlung im April darauf hingewiesen, dass man wissen möchte, was die anderen Korporationen entscheiden.

Was geben Sie den Stimmbürgern zum Abschluss noch auf den Weg?

Willener: Der Verwaltungsrat befürwortet einstimmig den Antrag noch einmal vorzulegen und für die Inkorporation zu stimmen. Er ist überzeugt, dass damit mittel- bis langfristig eine qualitativ gute Wasserversorgung zu moderaten Preisen ermöglicht wird.