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LANDWIRTSCHAFT: «Miteinander» ist bei einer Hofübergabe unabdingbar

Wer seinen Bauernhof der jüngeren Generation weitergeben will, sollte dies gemeinsam vorbereiten. Beraterinnen und Berater des Landwirtschaftlichen Zentrums zeigten mögliche Wege auf.
Adi Lippuner
Die Referenten beim Kurs «Planung der Hofübergabe», Peter Künzler, Seline Heim, Peter Weiss und Reto Meile (von links). (Bilder: Adi Lippuner)

Die Referenten beim Kurs «Planung der Hofübergabe», Peter Künzler, Seline Heim, Peter Weiss und Reto Meile (von links). (Bilder: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

redaktion@toggenburgmedien.ch

Was gibt es alles zu tun, wenn ein Landwirtschaftsbetrieb von einer Generation an die nächste weitergegeben wird? Einiges, wie der gut besuchte Kurs «Planung der Hofübergabe», organisiert vom Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen (LZSG), unter der Federführung von Peter Künzler von der Fachstelle Betriebswirtschaft, zeigte. Insgesamt 37 Personen, mit dabei jüngere und ältere Frauen und Männer, fanden sich am Donnerstag in der Toggenburger Markthalle ein. Auf dem Programm standen Informationen zu rechtlichen, finanziellen und steuerlichen, aber auch zwischenmenschlichen Aspekten. Dabei wurde deutlich, dass ein Miteinander der Generationen bei einer Hofübergabe unabdingbar ist.

Fachbegriff Ertragswert

Das bäuerliche Bodenrecht bildet die gesetzliche Grundlage zu einer Hofübergabe. Reto Meile, Ingenieur Agronom, Dreien, ist Mitarbeiter der Fachstelle Betriebswirtschaft am LZSG in Kaltbrunn. Der Fachmann hat schon zahlreiche Betriebe bei der Planung der Hofübergabe beraten und konnte bei seinen Ausführungen nicht nur auf die bestehenden Grundlagen, sondern auch auf getätigte Erfahrungen zurückgreifen. So war zu hören, dass bei 98 Prozent der Betriebe eine Übergabe nur dann finanziert werden kann, wenn die abtretende Generation ein Darlehen stehen lässt.

Die gesamten Begriffe rund um die rechtlichen Grundlagen sind für Aussenstehende nicht einfach zu verstehen. So wird beispielsweise ein Bauernbetrieb nicht aufgeteilt, sondern bleibt als Ganzes zusammen und geht an einen Betriebsnachfolger oder eine -nachfolgerin über. Die Details wie Verwandten-Vorkaufsrecht, aber auch Mindeststandards bei der beruflichen Ausbildung sind klar geregelt. Zudem wird ein Hof zum Ertragswert an die jüngere Generation weiter gegeben. Dies bedeutet, dass andere Berechnungsgrundlagen zur Anwendung kommen, als dies sonst bei Liegenschaften üblich ist.

Gemäss den gesetzlichen Vorgaben entspricht der Ertragswert dem Kapital, das mit dem Ertrag eines landwirtschaftlichen Gewerbes oder Grundstücks bei landwirtschaftlicher Bewirtschaftung zum durchschnittlichen Zinssatz für eine erste Hypothek verzinst werden kann. Berechnet wird der Ertragswert nach Normen, welche vom Bundesrat vorgegeben werden.

Klare Absprachen sind wichtig

Für Seline Heim – sie ist in der Beratung und bei der Bäuerinnen-Ausbildung tätig – gibt es im Rahmen der Hofübergabe Leitsätze für das Zusammenleben der Generationen. «Jeder Betrieb ist einzigartig, es gibt keine fertige Lösung, die für jeden Betrieb passt, aber es gibt für jeden Betrieb die passende Lösung.» Die Referentin rief die Anwesenden dazu auf, miteinander zu reden, bevor es zu spät sei, eine Hofübergabe gemeinsam vorbereiten und vor allem der jungen Familie die Möglichkeit zu geben, ihren Platz zu finden. «Der Sohn oder die Tochter gehört zur jungen Frau oder zum Schwiegersohn,» so die klare Botschaft.

Dem künftigen Wohnen beider Generationen sei bei einer Hofübergabe grösste Beachtung zu schenken, waren sich alle Referenten einig. Das früher oft praktizierte Wohnrecht der Eltern nach der Hofübergabe sei heute nicht mehr üblich. «Es muss nach individuellen Lösungen gesucht werden, und wenn sich die abtretende Generation eine Wohnmöglichkeit ausserhalb des Betriebs leisten kann, ist dies in den meisten Fällen positiv für alle Beteiligten», so Seline Heim.

Nicht ausser Acht gelassen werden dürfen bei einer Hofübergabe die steuerlichen Aspekte. Peter Weiss von der BBV Treuhand erläuterte diesen Bereich und ermunterte zu einer längerfristigen Planung. Zudem war zu hören, dass sowohl die abtretende als auch die junge Generation finanziell abgesichert sein sollte. «Je nach Situation haben die Eltern nebst der AHV-Rente noch ein weiteres Einkommen oder Vermögen aus der Hofübergabe. Für die Jungen ist es wichtig, dass die aus der Übernahme entstehende Belastung tragbar ist», so die Ansicht aller Referenten.

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