«Landsgmend-Stobede» mit Roswitha Doerig

Diesen Freitag, 29. April, 20 Uhr, ist Künstlerin Roswitha Doerig Gast der «Landsgmend-Stobede» im Kulturlokal (Blumen Barbara) in Appenzell.

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Appenzell. Seit fast zehn Jahren organisiert der Kulturverein «3Eidgenossen» Kleinkunst-Veranstaltungen. Ein besonderer Anlass findet jeweils im Vorfeld der Landsgemeinde statt. Unter anderem gab «Yello»-Musiker Dieter Meier Auskunft über seine Sicht auf Appenzell. In diesem Jahr führt Marco Fritsche ein Gespräch mit der Künstlerin Roswitha Doerig.

Seit 1957 in Paris

Die Innerrhoder Künstlerin Roswitha Doerig lebt und arbeitet seit 1957 hauptsächlich in Paris. Vor wenigen Tagen ist ihr künstlerisches Schaffen von der Schweizer Botschaft mit einer Einzelausstellung in den Botschaftsräumlichkeiten in Paris geehrt worden. Bei der Vernissage würdigte Botschafter Ulrich Lehner die künstlerische Arbeit von Roswitha Doerig. Sie habe es geschafft, sich als zeitgenössische, heute der abstrakten Malerei verpflichtete Schweizer Künstlerin auch in der Künstlermetropole Paris einen guten Namen zu schaffen.

Roswitha Doerig wurde in Appenzell geboren. Einen ersten Kontakt mit der Kunst machte sie im Haus ihres Onkels Ferdinand Gehr, bei dem sie auch ersten Malunterricht erhielt. Als junge Frau zog sie aus, um sich zur Malerin auszubilden. Das war für die damalige Zeit sicher nicht alltäglich. Ihr Ausbildungsweg führte sie nach London, New York und schliesslich an die École des Beaux Arts in Paris. Seit 1957 lebt und arbeitet sie hauptsächlich in Paris.

Kulturpreis 1996

Roswitha Doerig ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Schweizer Künstlerinnen und Trägerin des Appenzell Innerrhoder Kulturpreises 1996. Zu ihren Hauptwerken zählen Kirchenfenster in Paris-Nanterre sowie die 6 bis zu 180 m² grossen, bemalten Bauplanen in Paris, u. a. an der Neuen Staatsgalerie in Stuttgart und am Corbusier-Haus der Cité Universitaire. Christo, mit dem sie am Projekt «Empaquetage du Pont-Neuf» mitgewirkt hatte, gab ihr den Mut zum Monumentalen. Kunst am Bau ist seither ihr bevorzugtes Tätigkeitsfeld. Zahllose Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zeugen vom Format dieser Künstlerin, die seit 1992 im Herzen von Saint-Germain-des-Prés im Ex-Atelier von Man Ray arbeitet. (pd)