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LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE: Eine andere Perspektive der Berge

Simon Walther, Grafiker und Fotograf aus Wattwil, hat vor kurzem einen Fotoband veröffentlicht. Zu sehen sind bekannte und unbekannte Gipfel der Alpen, gespiegelt in einem Bergsee oder in Schmelzwasser.
Sabine Schmid
Der von der Sonne angestrahlte Spitz des Matterhorns spiegelt sich im Theodulgletschersee. (Bilder: Simon Walther)

Der von der Sonne angestrahlte Spitz des Matterhorns spiegelt sich im Theodulgletschersee. (Bilder: Simon Walther)

Simon Walther hat sich der Landschaftsfotografie verschrieben. Doch er will nicht Postkartenbilder machen, bei schönstem Wetter und von Punkten aus, wo neben ihm viele andere Menschen stehen. Simon Walther sucht den besonderen Blickwinkel und die aussergewöhnliche Stimmung. So kam er auf die Idee, Berggipfel in einem Gewässer gespiegelt zu fotografieren. Hunderte solcher Aufnahmen hat er auf unzähligen Wanderungen gemacht. Nun hat er 125 von ihnen in einem Bildband, der den passenden Titel «bergüber» trägt, veröffentlicht. Die Auswahl sei ihm schwer gefallen, sagt Simon Walther. «Es gibt einige Bilder, die wollte ich unbedingt im Buch haben. Aber ein eigentliches Lieblingsbild habe ich nicht».

16 Stunden wandern für ein Bild

«bergüber» lebt von den Fotografien. Nebst einem kurzen Einführungstext, sind im Buch lediglich Informationen zu den Bildern zu finden: Welcher Berg ist abgebildet, wann wurde das Foto gemacht, in welcher Höhe und von wo aus fotografiert und wie warm es dann war. Dem Leser bleibt verborgen, welche Geschichte hinter dem Bild steckt. Simon Walther erzählt diese aber mit Enthusiasmus und es scheint, dass er sich an jedes einzelne Foto zu erinnern mag. «Für ein Bild bin ich 16 Stunden lang gelaufen», erzählt er. Zu seinem Glück habe dann alles gestimmt, sonst wäre der ganze Aufwand vergebens gewesen. Für ein anderes Foto musste sich Simon Walther beeilen. Gerade einmal zehn Minuten hatte er Zeit, um seine Kamera aufzubauen und abzudrücken, dann verschwand der Gipfel im Nebel. Meistens weiss Simon Walther schon vor dem Abmarsch, wie das Foto aussehen soll. «Ich setzte mir beispielsweise in den Kopf, den von der Morgensonne geröteten Gipfel des Matterhorns gespiegelt zu fotografieren», erzählt er. Zuerst ging es darum, den richtigen Platz und das passende Gewässer zu finden. Das Bild machte er bei einer anderen Reise nach Zermatt, an einem Augustmorgen um 6.35 Uhr bei 3 Grad. «Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Aber das bedeutete, dass ich im Freien übernachtete, auf über 2800 Metern über Meer», erinnert sich Simon Walther.

Trotz aller Planung kommt es immer wieder vor, dass Simon Walther seine Ideen überdenken muss. «Wo ich hingehe, hat es keine Webcams, in denen ich das Wetter checken kann». Im besten Fall kann er sein Bild nach einer Wartezeit doch noch realisieren. Das gehe aber nicht immer. «Wenn ich dann zufällig etwas anderes fotografieren kann, ist mir das auch recht». Übrigens dient ihm nicht immer nur ein See, um den Gipfel zu spiegeln. Manchmal ist es ein Tümpel im Moor, manchmal Schmelzwasser und auf dem Chäserrugg sogar eine Badewanne, die als Kuhtränke genutzt wird. Bei einigen Bildern bemerkte der Fotograf erst zu Hause einige Details. «Und wenn man die Bilder um 90 Grad dreht, entdeckt man immer wieder Figuren», rät Simon Walther. Auf Programme zur Bearbeitung der Bilder verzichtet Simon Walther. Ebenfalls korrigiert er nachträglich auch nicht den Bildausschnitt. Dieser ist jeweils so gewählt, dass das Bild im Grossformat wirkt. Für Simon Walther hat dies den positiven Nebeneffekt, dass er die Bilder auch für Kalender nutzen kann und auf Wunsch auch als Wandbilder verkauft.

Ein untypischer Berggänger

Als einen typischen Wanderer bezeichnet sich Simon Walther trotz der vielen absolvierten Höhenmetern nicht. Zwar ist er oft unterwegs, aber dann, wenn ausser ihm noch Tiere und kaum mehr Menschen in der Natur unterwegs sind. Unzählige Male sei er in vollständiger Dunkelheit ins Tal gewandert, nachdem er die letzten Sonnenstrahlen für ein Bild genutzt hat. Oder bergauf, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang am richtigen Ort zu sein. Menschen hat Simon Walther kaum getroffen. Umso mehr freute es ihn, dass seine Frau Evi und sein Sohn Pascal ihn bei vielen Touren begleitet haben. Eine besondere Beziehung baute Simon Walther zum Personal von Berghütten auf. «Anders als sie es gewohnt sind, ging ich am frühen Morgen hinaus und kehrte dann zum Frühstücken zurück, wenn die Alpinisten bereits über alle Berge waren. Gute Beziehungen seien so entstanden.», sagt Simon Walther. So erstaunt es nicht, dass die Bilder in «bergüber» auch auf einigen Berghütten anzuschauen sind.

«bergüber» ist im Benteli-Verlag erschienen und ist über die Website www.bergueber.ch erhältlich. Zudem gibt es von Simon Walther für 2018 einen «bergüber»-Kalender mit 250 nummerierten Exemplaren.

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