Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Lampenfieber in der Kellerbühne

HERISAU. Der Herisauer Oliver Frischknecht gastiert diese Woche mit «Die letzten fünf Jahre» in St. Gallen. Für viele Bekannte ist es die erste Gelegenheit, den Darsteller live zu sehen: Der Wahl-Hamburger ist noch nie so nahe der Heimat aufgetreten.
Johannes Wey
Oliver Frischknecht und Stefanie Derner spielen ein Paar, dessen Ehe in die Brüche geht. (Bild: pd)

Oliver Frischknecht und Stefanie Derner spielen ein Paar, dessen Ehe in die Brüche geht. (Bild: pd)

Wenn Oliver Frischknecht morgen abend mit «Die letzten fünf Jahre» (Kasten) in der Kellerbühne auftreten wird, dürfte sein Lampenfieber grösser sein als üblich. Dies obwohl sich die Kellerbühne für ihn nach Auftritten in Musicals wie «Tell» oder «Ewigi Liebi», auf grossen Bühnen also, vergleichsweise klein ausnimmt. Für den 33jährigen Wahl-Hamburger ist es der erste Auftritt nahe der Heimat. Entsprechend viele Verwandte und Bekannte werden deshalb auch zum erstenmal ihre Augen auf ihn richten, wenn er auf der Bühne steht. «Ich freue mich darauf, ihnen meine Arbeit zu zeigen. Und ich bin gespannt auf die Reaktionen.»

Vom Freifach zum Beruf

Frischknecht fand den Weg auf die Bühne während seiner Lehrerausbildung in Kreuzlingen, nachdem er zuvor die Matura in Trogen erlangt hatte. Ein Kollege begeisterte ihn dort für das Freifach Musical. «Von da an war es für mich ein Traum, dies zu meinem Beruf zu machen.» Dass damit auch zahllose Unwägbarkeiten verbunden sind, spielte für ihn keine Rolle. «Die ständige Jobsuche, die ständigen Reisen, die ständig wechselnden Regisseure, das war mir damals alles gar nicht bewusst. Für mich ging es nur darum, überhaupt von einer Musical-Schule aufgenommen zu werden», sagt Frischknecht heute.

Doch schon bald nachdem er den Sprung an die Stella Academy in Hamburg geschafft hatte, meldeten die Betreiber der Schule im März 2002 Konkurs an. Trotzdem verfolgte Frischknecht seinen Traum weiter, erst an der London School of Musical Theatre, dann an der Joop van den Ende Academy in Hamburg. 2006 schaffte er dann mit einer Rolle in «Les Miserables» den Sprung in die Professionalität. Seither wird sein Leben von Castings, Proben und Auftritten geprägt.

Kein Primarlehrer

«Mein Körper und insbesondere meine Stimme sind mein Kapital. Es gibt Leute, die üben diesen Beruf bis ins hohe Alter aus, auch wenn er mit der Zeit beschwerlich wird.» Ausserdem müsse man immer damit rechnen, dass eine Tanz-Verletzung oder stimmliche Probleme die Karriere plötzlich beenden. «Meine Ausbildung zum Primarlehrer sehe ich aber nicht als <Plan B>», sagt Frischknecht: Wenn seine Musical-Karriere einst vorbei sein sollte, sieht er sich eher als Musik- oder Gymnasiallehrer. Doch jetzt steht mit «Die letzten fünf Jahre» erst einmal sein Heimspiel an.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.