Kuster im Schlussgang bezwungen

Am Schaffhauser Schwingfest steht Marcel Kuster im Schlussgang, verliert dort aber rasch. Für die Appenzeller resultierten beim letzten Kantonalfest der Saison vier Kranzauszeichnungen.

Merken
Drucken
Teilen

SCHWINGEN. Minutenlang stand Marcel Kuster nach seinem Gang am Schaffhauser Kantonalen Schwingfest neben dem Kampfrichtertisch und schüttelte den Kopf. Kameraden und Kontrahenten klopften ihm tröstend auf die Schultern. Wenige Meter daneben drängten sich die Fotografen um den Festsieger, den einheimischen Pascal Gurtner. Kurz zuvor musste Marcel Kuster im Schlussgang dessen Überlegenheit akzeptieren und sich am Boden zum gültigen Resultat überdrehen lassen.

Optimaler Start

Kusters Wettkampf hatte optimal begonnen: Die beiden nur schwer bezwingbaren Andreas Kindlimann und Gerry Süess legte er im Anschwingen auf die gültige Seite, dem Eidgenossen Urban Götte trotzte Kuster kurze Zeit später ein Unentschieden ab, ohne dabei in die Nähe einer Niederlage zu geraten. Mit einem Übersprungsieg über den Südwestschweizer Gast Vincent Roch brachte das in Urnäsch wohnhafte Mitglied des Schwingklubs Gais die Qualifikation für das Finale in trockene Tücher. Dort wusste Gurtner Kusters Tagessieg zu verhindern. Bereits vor Ablauf der ersten Gang-Minute brachte dieser den Urnäscher mit einem Lätz zu Boden und liess sich den Sieg nicht mehr nehmen. Nichts wurde aus Kusters erstem Kranzfestsieg, nichts wurde auch aus einem weiteren Appenzeller Sieg in Schaffhausen, nachdem dies vor Jahresfrist Michael Bless bewerkstelligt hatte.

Titelverteidigung verpasst

Für Marcel Kuster blieb am Schluss der 3. Schlussrang, diesen teilte er mit Trainingspartner und Titelverteidiger Michael Bless. Anders als Kuster startete der Gaiser verhalten in den Wettkampf. Nach zwei resultatlosen Gängen gegen Götte und die Nachwuchshoffnung Samir Leuppi lag der Tagessieg für Bless bereits nach zwei Gängen ausser Reichweite. Trotz anfänglicher Mühe im abschliessenden Gang gegen den St. Galler Oberländer Fredi Koller schloss der Vorjahressieger nach vier aufeinanderfolgenden Siegen den Wettkampf dennoch mit einer Spitzenklassierung ab. Eine solche erreichte auch Andreas Fässler. Nur gerade von Urban Götte musste sich der dreifache Saisonkranzer das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. Im Kranzausstich hinterliess der Appenzeller bei seinen Siegen gegen die Kranzschwinger Reto Büsser und Felix Stahel einen souveränen Eindruck. Für Fässler reichte die gezeigte Leistung zum 4. Schlussrang und damit zu einem weiteren Kranzgewinn. Einen solchen durfte auch Emil Signer in Empfang nehmen. Für einmal nicht mit überaus schweren Gegnern bedient, konnte sich Signer nach vier Siegen in Serie im 6. Gang gegen Götte gar eine Niederlage erlauben, um trotzdem den 6. Schlussrang zu erreichen.

Kranz knapp verpasst

Furios griffen die Nachwuchshoffnungen Daniel Oertle, Urs Giger, Erich Dörig und Naim Fejzaj in den Wettkampf ein. Alle vier sahen sich im 6. Gang einer Chance auf den Kranzgewinn gegenüber. Der Hundwiler Daniel Oertle, Sohn des mehrfachen Kranzschwingers Hans Oertle, kämpfte gegen den Südwestschweizer Teilverbandskranzer Stephan Tschachtli beherzt. Er brachte den Gegner zweimal in Bedrängnis, ehe er seinen ersten Kranzgewinn nach der Niederlage auf kommende Saison vertagen musste. Ähnlich verlief Gigers Wettkampf. Im abschliessenden Gang unterlag der ebenfalls aus einer Schwingerfamilie stammende, junge Sennenschwinger aus Bühler nach ausgeglichenem Kampf. Giger bezwang zuvor vier seiner fünf Gegner, konnte sich aber nie die Maximalnote schreiben lassen. Die Verlustpunkte sollten sich rächen; als erster nach den Kranzrängen verpasste er das Ziel knapp. Abschliessende Niederlagen bedeuteten auch für den Wolfhälder Naim Fejzaj und Erich Dörig aus Haslen eine Rangierung hinter den Kranzrängen. (pd)