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KURTAXEN: Vom Gast für den Gast

Die Gebühr, die jeder Übernachtungsgast abliefern muss, ist nicht zu verachten. Im Jahr 2017 kamen in Wildhaus-Alt St. Johann über 800000 Franken zusammen. Dieses Geld wird für die Infrastruktur verwendet.
Sabine Schmid
Auch wer seine Ferien auf einem Campingplatz verbringt, muss im Toggenburg Kurtaxen bezahlen. (Bilder: Sabine Schmid)

Auch wer seine Ferien auf einem Campingplatz verbringt, muss im Toggenburg Kurtaxen bezahlen. (Bilder: Sabine Schmid)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Wer seinen Gästen etwas bieten will, braucht Geld. Dieses kommt aus verschiedenen Geldbeuteln. Das kantonale Tourismusgesetz beispielsweise sieht vor, dass Beherbergungsbetriebe eine Gebühr zu entrichten haben, deren Höhe sich nach der Anzahl Betten richtet. Auch Ferienwohnungsbesitzer und Inhaber von Campingplätzen müssen diese Gebühr bezahlen. Die Gemeinde Kirchberg zieht keine weiteren Beherbergungsgebühren ein. Anders sieht es in Ebnat-Kappel aus. Dort zahlen Übernachtungsgäste in Hotels, Ferienhäusern und Skihäusern eine Kurtaxe. Dieses Geld kommt dem örtlichen Verkehrsverein zugute, der dafür Aktivitäten, Dienstleistungen und Infrastruktur für die Gäste anbietet. «Seit der Kapplerhof geschlossen ist, reichen die Kurtaxen aber nicht mehr aus, um unsere Aufwände zu decken», sagt Patrick Zollinger, Präsident des Verkehrsvereins Ebnat-Kappel. Die Politische Gemeinde stopft die Finanzierungslücke derzeit mit einem jährlichen Beitrag von 8000 Franken.

Ein Drittel geht an die Politische Gemeinde

Mit einer Kurtaxe von drei Franken pro erwachsene Person und Übernachtung im Hotel steht die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann an der Spitze in unserer Region. «Aber», schränkt Christian Gressbach, Direktor von Toggenburg Tourismus ein, «wir behalten nur 68 Prozent der Einnahmen aus den Kurtaxen. Das restliche Drittel geben wir an die Politische Gemeinde ab.» Die Zweitwohnungsbesitzer, Gäste in einem Skihaus und auf dem Campingplatz müssen ebenfalls die Kurtaxe bezahlen. Diese und die Ferienhaus- und Ferienwohnungsbesitzer entrichten eine Pauschalkurtaxe. Das ist gemäss Christian Gressbach möglich, wenn die Zweitwohnung für den Eigengebrauch genutzt wird. Falls sie zusätzlich untervermietet wird, muss der Gast natürlich ebenfalls eine Kurtaxe bezahlen. Im vergangenen Jahr hat Toggenburg Tourismus rund 550000 Franken eingenommen, dazu hat die Organisation rund 260000 Franken an die Gemeinde abgegeben. Die setzt das Geld auch zweckgebunden für den Tourismus ein. Beispielsweise für die Kosten der Wegmacher, für Ruhebänkli und für Grillstellen. Für Dinge also, von denen auch die Einheimischen profitieren. Bei Toggenburg Tourismus, bei denen die Einnahmen aus den Kurtaxen rund ein Drittel des Budgets ausmachen, muss dieses Geld ebenfalls zweckgebunden verwendet werden. «Wir finanzieren daraus beispielsweise Wanderkarten und das Info-Büro», erklärt Christian Gressbach. Zudem werden auch eigene Veranstaltungen wie die Kinder-Disco durch die Kurtaxen ermöglicht. Das Geld für Werbemassnahmen für die Destination einzusetzen, würde nicht gehen.

Zusätzlich zu den Beherbergungsgebühren kennt Wildhaus-Alt St. Johann eine Abgabe zur Tourismusförderung. Diese müssen Gewerbetreibende bezahlen, die direkt oder indirekt vom Tourismus profitieren. Je nach Branche fällt diese Abgabe unterschiedlich hoch aus. Ein Immobilienbüro beispielsweise muss mehr bezahlen als ein Landmaschinenmechaniker.

Lösung mit Airbnb finden

Muss nun auch jemand Kurtaxen erheben, der Freunde bei sich im Gästezimmer übernachten lässt? Christian Gressbach verneint. Sofern die Person in Wildhaus-Alt St. Johann steuerpflichtig ist und für die Übernachtung kein Geld verlangt, sei sie von den Kurtaxen befreit. Auf die Airbnb angesprochen, sagt Christian Gressbach, dass für diese noch keine Lösung gefunden wurde. Erst wenige Kantone haben mit der Internetplattform eine Vereinbarung über eine automatische Einforderung der Kurtaxen getroffen. Im Kanton St. Gallen ist man aber noch nicht so weit. Es sei jedoch so, dass viele Anbieter ihre Gäste selber melden. «Über die Airbnb-Plattform werden ja auch Hotelzimmer und Ferienwohnungen vermietet, die ja die Kurtaxe sowieso abgeben», sagt Christian Gressbach. Für ihn, wie auch für andere Tourismusdirektoren, ist aber klar: «Wir fänden es gut, wenn die Spiesse für alle gleich lang wären und auch mit Airbnb transparenter zusammengearbeitet werden könnte».

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