Kurt Tobler, 1938–2017

Zum Gedenken

Peter Eggenberger
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Kurt Tobler (Bild: PD)

Kurt Tobler (Bild: PD)

Als Wirt und Küchenchef des renommierten Gasthauses «Löwen», als grösstem Restaurations- und Hotelbetrieb in Rehetobel, engagierte sich Kurt Tobler unter anderem als Präsident des Vorderländer Wirtevereins. Auf kantonaler Ebene gehörte er dem Vorstand an, und sowohl Jungwirte als auch Kollegen durften immer wieder auf seine praxisnahen Ratschläge zählen. Als leutseliger und humorvoller Gastgeber von der Scheitel bis zur Sohle hatte er immer wieder auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Gäste aus nah und fern.

Er war Koch auf einem Kreuzfahrtschiff

Geboren am 29. Juni 1938 durfte Kurt in Rehetobel gemeinsam mit zwei Brüdern und einer Schwester eine unbeschwerte Jugendzeit erleben. Seine Eltern, Jean und Martha Tobler, führten im Dorfzentrum den Doppelbetrieb Metzgerei und Wirtschaft zur «Traube». Die sich schon früh manifestierende Liebe zum Gasgewerbe liess ihn eine Kochlehre in Basel absolvieren. In verschiedensten Betrieben und sogar während eines Jahres auf einem Kreuzfahrtschiff erweiterte er nicht nur seine beruflichen Kenntnisse, sondern auch den Lebenshorizont. 1965 schloss er mit der aus Goldach stammenden Elsi Tobler den Bund der Ehe, dem die Kinder Liselotte und Kurt geschenkt wurden.

Mit der 1967 erfolgten käuflichen Übernahme des Gasthauses «Löwen» im geliebten Rehetobel fand das engagierte Ehepaar seine eigentliche Berufung. Als Nachfolger des legendären Wirte-Ehepaars Karl und Nelly Fässler führten Kurt und Elsi den «Löwen» in bewährter Manier. In Etappen wurde der beliebte Treffpunkt erneuert und auch erweitert. Hier fühlten sich alle wohl, und mit seinem goldenen Humor und den vielseitigen Interessen war Kurt ein gefragter Gesprächspartner. Einen Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit fand er im Männerchor. Ein sich stetig verschärfendes Diabetesleiden führte ab dem fünfzigsten Lebensjahr aber zur drastischen Verminderung des Augenlichts, und 2001 wurde eine Amputation des rechten Unterschenkels unausweichlich. Kurts Lebensmut aber war trotz Behinderung ungebrochen und beispielhaft, und wenn immer möglich weilte er im Kreise seiner Gäste.

Kontakte mit Berufskollegen wurden gepflegt

1999 übernahmen die Kinder Liselotte und Kurt die Hauptverantwortung für den «Löwen». Verschiedene Umstände und nicht zuletzt das sich total veränderte Umfeld des Gastgewerbes führten 2012 zum Verkauf der Gebäulichkeiten und deren Umnutzung zu Wohnungen. Gemeinsam mit seiner Gattin genoss Kurt das private Heim an der Heidenerstrasse. Mit dem Besuch alter Kollegen waren verbundene Ausflüge eine hochwillkommene Abwechslung, und überall war der alt «Löwen»-Wirt ein gerne gesehener Besucher. Still und friedlich durfte Kurt am 15. Oktober für immer einschlafen. Gäste, Freunde und Verwandte wünschen ihm den ewigen Frieden.

Peter Eggenberger