Kunstführer geplant

Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) ist bereit, über den Kursaal und die evangelische Kirche Heiden je einen Kunstführer zu publizieren.

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heiden. Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) gibt jedes Jahr rund 20 Kunstführer über namhafte Kulturobjekte heraus. Eines dieser Hefte handelt beispielsweise vom Schwimmbad Heiden. Doch es gibt zwei weitere Bauten, die es wert wären, mit je einem Kunstführer dokumentiert und gewürdigt zu werden: Der Kursaal und die evangelische Kirche.

Gemeinde zahlt Beitrag

An die Kosten von insgesamt 60 000 Franken für die beiden Kunstführer hat der Gemeinderat gemäss einer Medienmitteilung einen Beitrag von 20 000 Franken bewilligt. Der noch verbleibende Betrag von rund 40 000 Franken werde mit Beiträgen und Sponsorengeldern der Denkmalpflege AR, der Stiftung Heiden, des Heimatschutzes AR, verschiedener Vereine in Heiden sowie der beteiligten Architekten aufgebracht.

Mehrere Sanierungen

Heidens Kursaal wurde 1956/57 nach Plänen des damals sehr bekannten Architekten Otto Glaus (1914–1996) erbaut. 1984 erfolgte eine Sanierung, bei welcher der Kursaal auch an die zu dieser Zeit aktuellen Bedürfnisse angepasst wurde.

2009 erlebte der Kursaal die bisher bedeutendste Sanierung und Modernisierung. Dabei wurden auch die grossformatigen Wandgemälde des Zürcher Kunstmalers Mario Comensoli (1922–1993) in der Bar wieder freigelegt. Comensoli hat zwischen 1952 und 1988 an verschiedenen Orten in der Schweiz insgesamt 16 Wandbilder gemalt, 1959 jene im Kursaal Heiden. Eines der beiden Wandbilder zeigt beispielsweise fröhliche Menschen beim ausgelassenen Tanz.

Von Brand zerstört

Die evangelische Kirche, welche die nach der Kirchengründung im 17. Jahrhundert erbaute Kirche ersetzen sollte, war schon vier Monate im Bau, als der Dorfbrand vom 7. September 1838 das eben begonnene Bauwerk zerstörte. Am 20. Dezember 1840 wurde die nach dem Brand neu erbaute Kirche eingeweiht.

Am 14. August 1936 zerstörte wieder ein Brand die Kirche – diesmal jedoch «nur» teilweise, so dass das Gotteshaus in leicht veränderter Form rasch wieder aufgebaut werden konnte. Die Einweihung fand im Januar 1938 statt. In Fachkreisen wird die evangelische Kirche Heiden als «Höhepunkt unter den Schweizer Querkirchen» bezeichnet. Dies, aber auch die im Jahr 2010 erfolgte Innenrenovation, legen es nahe, dass diese Kirche in einem Kunstführer beschrieben wird.

3000 Exemplare

Die Erarbeitung und Erstellung eines solchen Kunstführers mit 36 Seiten Umfang und einer Auflage von 3000 Exemplaren kostet rund 30 000 Franken. Die Kosten für die beiden Kunstführer betragen folglich rund 60 000 Franken.

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