KUNSTAUSSTELLUNG: Das Alte Zeughaus wird zur Galerie

Am Mittwochabend ist die ARt Herisau eröffnet worden. Mit dabei ist auch die Künstlerin Madame Tricot. Engagiert wurde sie im Möbelhaus.

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Bis am Sonntag, 12. November, findet im Alten Zeughaus wieder die Kunstausstellung ARt Herisau statt. Zum zweiten Mal steht sie unter der Leitung von Lukas Zolliker. Er durfte am Mittwochabend an der Vernissage rund 60 Gäste begrüssen, darunter Gemeindepräsident Renzo And­reani sowie die Herisauer Kulturministerin, Gemeinderätin Ursula Rütsche.

«Ein einziges Bild erzählt eine ganze Geschichte»

Die Eröffnungsrede hielt allerdings kein Politiker, sondern ein Mann, der früher häufig bei Tele Ostschweiz zu sehen war, mittlerweile aber im Marketing arbeitet: Felix Merz. Mit seiner mikrofon-erprobten Stimme stellte er die Hauptfiguren des Abends vor, die acht Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Jahr im Alten Zeughaus ihre Werke präsentieren. Überregionale Bekanntheit geniesst etwa Madame Tricot. Sie strickt und «kreiert die wahnwitzigsten Dinge aus Wolle» (NZZ) – zum Beispiel Esswaren. Dass sie in Herisau ausstellt, ist Lukas Zolliker zu verdanken. Er hat sie in der Küchenabteilung eines Möbelhauses angesprochen und angefragt.

Madame Tricot hat dafür ihrerseits auf einen Fotografen hingewiesen, mit dem sie zusammenarbeitet: Daniel Ammann aus Herisau. «Ihm gelingt es, mit einem einzigen Bild eine ganze Geschichte zu erzählen», sagte Felix Merz. Ammann hat seine Fotos schon in namhaften Publikationen veröffentlicht: «Geo», «Das Magazin», «Financial Times». An der ARt Herisau zeigt er Bilder über Madame Tricots Arbeiten. Eine andere Lokalmatadorin ist Anne-Marie Hanhart. Sie hat ihr Atelier an der Gossauerstrasse. «Farben und Formen kreativ in Bilder in umzusetzen», nennt sie als ihre grosse Leidenschaft. Claudia Lendi, Brigitte Isler und Rita Harder sind drei weitere Künstlerinnen, die es an der Kunstausstellung zu entdecken gibt. Einen Schwerpunkt seines gestalterischen Schaffens präsentiert der Autodidakt Josef Signer.

Die dramatische Geschichte des Tallil Abdellativ

Einen spannenden Werdegang hat auch der letzte im Bunde: Tallil Abdellativ wuchs in Marokko auf und sorgte Ende der 1980er-Jahre mit seinen Karikaturen für Aufsehen. Später zwangen ihn die politischen Umstände zur Flucht: Erst ging er nach Libyen, dann in die Schweiz. Hier feierte er 2011 mit seinen Eisenskulpturen erste Erfolge, ehe er bei einem Arbeitsunfall beinahe seine rechte Hand verlor. Trotz jahrelanger Rekonvaleszenz und einer Teilbehinderung fertigt er immer noch Skulpturen an. Jetzt sind sie in Herisau zu sehen.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind: Montag bis Freitag, 13 bis 18 Uhr; Samstag, 13 bis 20 Uhr; Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Auf der Webseite ist aufgeführt, wann die Künstlerinnen und Künstler persönlich anwesend sein werden; heute Freitag sind es zum Beispiel Tallill Abdellativ und Brigitte Isler. (pk)