Kunst – zweimal anders

Menschen mit einer Behinderung haben oft eine kreative Ader. In der Kunsthalle Ziegelhütte wurden Werke aus einer Behindertenwerkstatt Bildern der eigenen Sammlung gegenübergestellt.

Karin Erni
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APPENZELL. So eine Vernissage gibt es nicht jeden Tag: Am Freitag warteten Bewohnerinnen und Bewohner der Wohn- und Arbeitsstätte Stääg in Appenzell ungeduldig darauf, in die Kunsthalle Ziegelhütte eingelassen zu werden. Hier sind die Werke ausgestellt, die im Kreativatelier oder in der Malgruppe entstanden sind. Ihnen wurden namhafte Kunstwerke aus der Sammlung der Heinrich-Gebert-Kulturstiftung gegenübergestellt.

Miteinander in der Kunst

Die behinderten Künstlerinnen und Künstler nahmen in den Stuhlreihen Platz und lauschten den Begrüssungsreden. Kurator Roland Scotti betonte die Wichtigkeit eines solchen Austauschs: «Die moderne Kunst schöpft aus Bildern wie diesen, den Werken der Art brut, fremder Kulturen oder auch Kinderzeichnungen. All diesen Werken wohnt eine unglaubliche Kraft inne.» Stääg- Geschäftsführer Heinz Brander bezeichnete das Projekt als förderlich für das Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten.

Neue Ausstellungsreihe

Die Kunstvermittlerin Annina Thomann hat die Aufgabe, gemeinsam mit verschiedenen Institutionen aus dem Appenzellerland Ausstellungen zusammenzustellen. Ziel der Ausstellungen ist es, die umfangreiche Sammlung auf ungewohnte Art und Weise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Thomann bietet auch Führungen oder Workshops im Museumsatelier an. Leitthema der Ausstellung der Kunsthalle Ziegelhütte ist das Phänomen Farbe, das auch den Link zur zeitgleich im Erdgeschoss stattfindenden Ausstellung von Claudia Desgranges bildet.

Die Ausstellung «Sammlung – neu entdeckt» in der Kunsthalle Ziegelhütte ist noch bis zum 18. Januar 2015 zu sehen.

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