Kunst und Künstler zum Anfassen

WILDHAUS. Der Stephanstag ohne die Eröffnung der Ausstellung «Wildhauser Talente» ist für Einheimische und Gäste undenkbar. Es ist der Treffpunkt im obersten Toggenburg und die Gelegenheit, Kunst und Künstler hautnah zu erleben.

Adi Lippuner
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Margot Zöhrer, Fontnas, ist mit ihren Filzzwergen und Blumenkindern in Wildhaus präsent. (Bilder: Adi Lippuner)

Margot Zöhrer, Fontnas, ist mit ihren Filzzwergen und Blumenkindern in Wildhaus präsent. (Bilder: Adi Lippuner)

Für Sergio Zurlo, Präsident des Vereins «Wildhauser Talente», ist Kunst individuell. In seiner Begrüssung betonte er, dass es alljährlich eine Herausforderung bedeute, nebst den neun Vereinsmitgliedern auch zahlreiche Gastaussteller und vor allem auch jüngere Künstler zu gewinnen. «Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr Aussteller dabei haben, die ihre Werke das erste Mal einem grösseren Publikum präsentieren. Es ist nicht ganz einfach, den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen. Wenn es dann Menschen gibt, denen die Werke gefallen, wird der einzelne Künstler in seinem kreativen Tun bestätigt», brachte Sergio Zurlo das Wirken der «Wildhauser Talente» auf den Punkt. Dieses Jahr erhalten Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, selbst künstlerisch tätig zu werden. Die Recycling-Künstlerin Susi Uebersax, Wildhaus, hat verschiedene Materialien bereitgestellt. Die jungen Künstler sind eingeladen, aus diesen Materialien eine Kuh zu kreieren, die Bilder wurden gestern Montagabend von einer Jury bewertet und die Gewinner haben je einen Preis erhalten.

Plattform für die Jungen

Bereits beim Eintreten in die Mehrzweckhalle Chuchitobel in Wildhaus fallen besonders auch die Werke junger Künstler auf. Es sind dies die Bilder von Lena Brändle und Leonie Kaiser, Gewinnerinnen des Raiffeisen-Jugendwettbewerbs 2015 in ihrer Alterskategorie, und die Collagen von Nikolai Stolz. Sozusagen als Gegensatz werden im Eingangsbereich die bodenständigen Drechslerarbeiten aus Holz, welche Josef Wenk in unzähligen Stunden geschaffen hat, präsentiert. In der Halle dann die Qual der Wahl: Rechts herum oder doch in die andere Richtung? Es gibt so viel Kreatives zu bestaunen, zu betrachten und vor allem zu erleben.

Nicht nur die Werke der verschiedenen Künstler locken, auch die Begegnungen von Einheimischen, Feriengästen und Heimwehtoggenburgern gehören zur Ausstellungseröffnung. Wie jedes Jahr befindet sich auch Walter Steiner unter den Anwesenden. «Solange meine Mutter lebt, verbringe ich die Weihnachtsfeiertage in meiner alten Heimat», ist vom ehemaligen Skispringer, der heute in der schwedischen Stadt Falun lebt, zu hören.

Altes Kunsthandwerk

Die Werke jedes einzelnen Künstlers und jeder Künstlerin zu würdigen, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Deshalb stellvertretend für die neun Vereinsmitglieder und die zehn Gastaussteller ein Blick über die Schulter von Isobel Hess, Wattwil. Mit ihren Emailarbeiten begeistert sie nicht nur die Besucher in Wildhaus, ihre Bilder finden den Weg bis nach Japan.

«Ich erfuhr durch eine Kollegin von der Möglichkeit, Werke in Japan zu präsentieren, und habe dies ganz spontan gewagt. Alle zwei Jahre sende ich eine Auswahl für die dortige Ausstellung, und was nicht verkauft wird, kommt wieder zu mir zurück. Da sind die Menschen zuverlässig und äusserst korrekt», ist von der Kunsthandwerkerin zu erfahren.

Den Ausstellungsbesuchern erklärt Isobel Hess auch gerne, wie ihre Werke vom filigranen Fingerring bis zum grossen Emailbild in mehreren Arbeitsschritten entstehen.

Die Nachwuchskünstler kreieren ihre persönlichen Kühe aus Recyclingmaterial.

Die Nachwuchskünstler kreieren ihre persönlichen Kühe aus Recyclingmaterial.

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