KUNST: Tavolata im Zeughaus Teufen

Vor 162 Jahren erbaut, zeigt sich das Zeughaus seit fünf Jahren in neuer Pracht. Nach einer sorgfältigen Restaurierung wurde es zu einem der schönsten Museen der Schweiz erklärt. Nun wird Jubiläum gefeiert.

Samira Hörler
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Ulrich Vogt arbeitete zuvor als Leiter vom Werkstoffarchiv im Sitterwerk St. Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Ulrich Vogt arbeitete zuvor als Leiter vom Werkstoffarchiv im Sitterwerk St. Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Samira Hörler

samira.hoerler@appenzellerzeitung.ch

Heute Abend feiert die Grubenmann-Stiftung zusammen mit dem Gemeinderat Teufen das 5-Jahr-Jubiläum seit Umbau des Zeughauses. Dies ist aber nicht der einzige Grund zu jubeln. Im Sommer zeichnete der Bund Schweizer Architekten (BSA) den Kurator Ulrich Vogt mit einem Preis aus. «Ulrich Vogt gelingt es immer wieder, baukulturelle ­Aspekte auf überraschende Weise in eine Beziehung zu künstlerischen und gesellschaftlichen Themen zu setzen», hiess es in einer im Juni veröffentlichten Medienmitteilung des BSA.

Rückblick auf spannende Zeiten

Als Ulrich Vogt sein Amt im Zeughaus antrat, hatte er ein Ziel vor Augen: «Mir war und ist es ein Anliegen, immer wieder neue Sichtweisen auf die drei festen Standbeine des Zeughauses zu provozieren.» Scheinbar vertraute und bekannte Welten und Traditionen sollen den Besuchenden von einer neuen Seite gezeigt werden. In den letzten fünf Jahren wurden insgesamt neun grosse Ausstellungen konzipiert und realisiert. Viele davon setzten sich mit traditionellen, aber auch unkonventionellen Themen auseinander. «Nicht alles lief, wie gewünscht und die knappen ­finanziellen Mittel stellten uns immer wieder vor grosse Herausforderungen», erklärt Vogt. Auch sei es nicht immer einfach, die Einheimischen «gwundrig» zu machen. Aber genau das ist ein wichtiger Schritt zum Erfolg einer Ausstellung. «Teufen ist keine klassische Tourismusregion, und die Schönheit des Ortes wird leider oft unterschätzt», so Vogt. Trotzdem habe man einige Reaktionen hervorgerufen. «Wir haben ein Gästebuch mit erfreuten Beiträgen gefüllt und einen wütenden Leserbrief provoziert.» Heute Abend will er aber nicht im Vordergrund stehen. Es gehe nämlich primär um das Zeughaus als Museum und dessen Bestehen. Die drei festen Bestandteile – das Grubenmann-Museum, die Hans-Zeller-Bilder und das Zeughaus-Gebäude – sind Inspirationsquellen für viele Ausstellungen. Die entstandenen Ideen werden gemeinsam mit dem Stiftungsrat diskutiert, und das jeweils nächste Projekt wird festgelegt. «Ich selbst sehe mich als Vermittler zwischen den einzelnen Inhalten einer Ausstellung, aber dann auch zwischen Kunst und Besuchenden», so Vogt. Die neun grossen Ausstellungen behandelten verschiedenste Aspekte der künstlerischen Verwirklichung. Von bemalten Möbeln aus dem Appenzellerland über innovative Holzbauentwicklungen bis hin zu einer Annäherung an die Expo aus Teufener Sicht. Die Vielseitigkeit des Zeughauses lässt sich nicht bestreiten. Die aktuellste der vergangenen Ausstellungen, «Iigfädlet – Von Wand und Gewand», bot den Besucherinnen und Besuchern einen ungewöhnlichen Einblick in künstlerische Strategien rund um das Thema «Stoff». Das Zeughaus Teufen verzeichnete bis zum heutigen Zeitpunkt 30 000 Gäste.

Hinweis

Der Apéro beginnt heute um 18.30 Uhr im Zeughaus Teufen.