Kulturell kühner Versuch klappt

NESSLAU. Mozart auf der Hausorgel könnte passen. Dazu aber rappen und beatboxen? Ja, auch das hat gepasst, zumindest bei «RäppdäBläss» in der Webstube Bühl.

Sabine Schmid
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Ungewohnt, aber passend, das Zusammenspiel von Rapper Feliciano, Organist Wolfgang Sieber und Beatboxer Janosch in der Webstube Bühl. (Bild: sas)

Ungewohnt, aber passend, das Zusammenspiel von Rapper Feliciano, Organist Wolfgang Sieber und Beatboxer Janosch in der Webstube Bühl. (Bild: sas)

Der erste Eindruck täuscht. Feliciano und Janosch sehen mit ihren weiten Hosen und den ohrenbedeckenden Fellmützen nicht aus wie Chorknaben. Doch in ihrem Konzert, zusammen mit Wolfgang Sieber an der Hausorgel, singen der Rapper und der Beatboxer ein Lied aus dem bekannten Film «Les Choristes».

«Einen Spagat wagen»

Markus Meier, Präsident des Vereins Windbläss, begrüsst das Publikum in der Webstube Bühl.

«Wir probieren mit dieser ungewohnten Paarung einen grossen Spagat», sagt er, zum ersten Mal nicht vor voller Bude, das «kulturell kühne Experiment» an.

Die Idee zu diesem Konzert sei von Wolfgang Sieber gekommen, erzählen Janosch und Feliciano. Zehnmal haben der Luzerner Hoforganist, der Rapper und der Beatboxer zusammen geübt, bis das Programm des Konzertes gesessen hat. «Wir kennen unsere Lieder einfach und haben nichts aufgeschrieben», sagt Janosch. Daher war vom Organisten viel Improvisation gefordert.

Vor allem bei einer Eigenkomposition. «Die ist uns gerade eben in den Sinn gekommen, als wir draussen gesessen sind», erklärt Feliciano mit dem Charme eines kleinen Jungen und greift zur Gitarre. Zusammen mit Janosch singt er die eingängige Melodie, die Wolfgang Sieber mit der Hausorgel aufnimmt. Plötzlich legt Janosch einen Beat darunter und Feliciano beginnt mit dem Rap.

Für diesen hat er sich von Texten von Ulrich Bräker inspirieren lassen, doch sie kommen frisch von der Leber weg.

Warum nicht auch Mozart?

Feliciano, Janosch und Wolfgang Sieber gehen aber noch weiter, indem sie einen Ausschnitt aus Mozarts Zauberflöte singen. «Die Musik von Mozart ist fröhlich und aufbrausend. Sie eignet sich gut, um einen Beat darunter zu lesen», sagt Janosch. Dem Publikum gefällt's. Als weitere Stilrichtung gibt es den Gospel «Oh happy day» zu hören.

Auch damit treffen sie den musikalischen Geschmack des Publikums, das mit grossem Applaus nach einer Zugabe verlangt.

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