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Ende der Trockenheit: Kühe dürfen vorerst aufatmen

Am Montag ist in Herisau Viehmarkt. Doch anders als vor einigen Tagen in Wattwil bleibt der Ansturm von verkaufswilligen Bauern aus. Der Verantwortliche Ernst Rutz erklärt warum.
Karin Erni
Aufgrund des aktuellen Überangebots an Kuhfleisch bleibt einigen Tieren die Schlachtbank zumindest vorläufig erspart. (Bild: APZ)

Aufgrund des aktuellen Überangebots an Kuhfleisch bleibt einigen Tieren die Schlachtbank zumindest vorläufig erspart. (Bild: APZ)

Der letzte Viehmarkt in Wattwil hat überregional Schlagzeilen gemacht. Wegen der anhaltenden Trockenheit mussten sich mehr Bauern als üblich von ihren Kühen trennen.

Er habe zwar letzte Woche 90 Anmeldungen für den heutigen Viehmarkt in Herisau erhalten, normal seien um diese Jahreszeit etwa 65. Doch einige hätten sich bereits wieder abgemeldet. Dass die Zahl der aufgeführten Tiere in Herisau weniger hoch ist, als in Wattwil liegt auch daran, dass das Appenzellerland von der Trockenheit nicht so sehr betroffen ist wie andere Regionen der Schweiz. Der Viehmarkt in Herisau habe ausserdem das kleinere Einzugsgebiet als jener in Wattwil. Dort werden nicht nur Tiere aus dem Toggenburg, sondern auch solche aus dem Kanton Thurgau und dem Zürcher Oberland aufgeführt. In jenen Regionen herrschten trockenere Bedingungen als hierzulande, so Rutz. «Es gibt grosse Unterschiede auf relativ kleinem Raum und es gibt Orte, an denen die Not tatsächlich sehr gross ist.»

Schweizer Kuhfleisch bleibt begehrt

«Die Folge des Überangebots war eine Versteigerung ohne Abgebote über dem offiziellen Basispreis», wie Ernst Rutz, Geschäftsführer der Ostschweizer Nutz- und Schlachtviehgenossenschaft, erklärt. Er findet es aber übertrieben, von «schlechten» Preisen zu sprechen. «Diese sind nämlich seit Jahren relativ hoch, weil Schweizer Kuhfleisch am Markt begehrt ist.» Er nennt als Beispiel den Fast-Food-Riesen McDonald’s, der für seine Hamburger in der Schweiz fast ausschliesslich einheimisches Kuhfleisch verwendet. Weil wegen der tiefen Milchpreise generell weniger Kühe gehalten werden, ist dieses Fleisch knapp. «Daher sind die rund 10000 Tonnen Importfleisch pro Jahr unbestritten. Der Bedarf ist da.» Für den Monat August hat Proviande den Import 800 Tonnen Kuhhälften bewilligt, was aufgrund der aktuellen Lage bei den Bauern auf grosses Unverständnis stösst. «Der Zeitpunkt war jetzt einfach sehr ungünstig», erklärt Rutz. Gemäss Entscheid vom letzten Freitag ist das Kontingent jetzt aber auf den Monat September ausgedehnt worden. «Das dürfte die Situation mittelfristig weiter entschärfen. Wenn sich das Angebot normalisiert, werden auch die Preise wieder steigen», ist Rutz überzeugt.

«Situation schamlos ausgenützt»

Was Ernst Rutz im Moment am meisten ärgert, ist das Verhalten einzelner grossen Abnehmer wie Bell oder Lucarna. Sie hätten die Ausnahmesituation schamlos ausgenutzt, und die festgelegte Preisempfehlung der Branche entgegen der Usanz nicht respektiert. «Statt 8,05 Franken pro Kilo Kuhfleisch haben sie lediglich 7 Franken bezahlt und ich glaube nicht, dass deswegen nächste Woche die Cervelats im Verkaufsladen billiger zu haben sind.»

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