Kühlhüsli soll weiterbestehen

EBNAT-KAPPEL. Seit über 50 Jahren vermietet die Bäuerinnenvereinigung Wintersberg-Bendel Kühlfächer in einem eigenen Kühlhüsli. Diese Fächer sind immer noch gefragt, auch wenn heute in vielen Häusern und Wohnungen eigene Tiefkühler stehen.

Sabine Schmid
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Setzen sich für den Fortbestand des Kühlhüsli auf dem Bendel ein: (von links) Esther Friedli, Jeannette Oppliger, der ehemalige Abwart Hans Künzli, Daniela Herzog und die neue Abwartin Heidi Brunner. (Bild: Sabine Schmid)

Setzen sich für den Fortbestand des Kühlhüsli auf dem Bendel ein: (von links) Esther Friedli, Jeannette Oppliger, der ehemalige Abwart Hans Künzli, Daniela Herzog und die neue Abwartin Heidi Brunner. (Bild: Sabine Schmid)

Die Geschichte des Kühlhüsli auf dem Bendel geht auf Anfang der 1960er-Jahre zurück. Damals besassen nur wenige Familien in ihrem Zuhause einen Tiefkühler. Dennoch wollten die Frauen der Bäuerinnenvereinigung Wintersberg-Bendel ihre Lebensmittel durch Tiefkühlung haltbar machen. So fällten sie den Entscheid, ein Kühlhüsli aufzustellen. «Die Allmeindkorporation hat uns den Boden zur Verfügung gestellt und uns bei der Finanzierung geholfen», erinnert sich Heidi Brunner, langjähriges Mitglied der Bäuerinnenvereinigung. Der Standort wurde sorgfältig ausgesucht, gut erreichbar sollte er sein und durch Bäume und Sträucher beschattet. Schon damals dachten die Bäuerinnen an die Energieeffizienz.

Fächer waren rasch vermietet

Die Bäuerinnen vom Bendel und vom Wintersberg schienen auf die Möglichkeit, ihre Vorräte tiefgekühlt aufzubewahren, gewartet zu haben. Rasch waren die 61 Fächer vermietet. Mehr noch, es gab eine Warteliste, um Platz von 100, 200 oder 300 Litern Lagerkapazität belegen zu können. Gerade im Herbst, wenn die Tiere geschlachtet wurden, hätten die Bauernfamilien viel Platz benötigt, weiss Daniela Herzog. Sie ist heute Kassierin der Bäuerinnenvereinigung und versendet die Rechnungen für die Miete der Kühlfächer. Ein paar gehen ins «Unterland», sagt sie, an Ferienhausbesitzer, die dort Esswaren lagern, die sie am ersten Ferientag brauchen. «Im Moment hat es jedoch einige freie Fächer in verschiedenen Grössen», sagt Daniela Herzog. Ein Fach bleibt aber immer unbesetzt. «Hier hat es Platz für einen Notfall, wenn jemandem der Tiefkühler aussteigt und der Inhalt noch nicht aufgetaut ist. Das ist sehr praktisch», erklärt Daniela Herzog.

Konstant tiefe Temperatur

Noch immer lagert viel Fleisch im Kühlhüsli, das im Bendel bei der Verzweigung nach Krummenau-Nesslau gelegen ist. Durch die Grösse des Gebäudes ist gewährleistet, dass eine konstant tiefe Temperatur herrscht. Frische Ware wird so schnell gefroren, was gerade für Fleischprodukte ideal ist.

Um die Anlage betreiben zu dürfen, hat die Bäuerinnenvereinigung einige Auflagen erhalten. So müssen sie versichert sein, um in einem Schadensfall für den Verlust der eingelagerten Lebensmittel aufkommen zu können. So weit sollte es aber nicht kommen. Eine Person schaut regelmässig nach dem Rechten, zudem wird Alarm geschlagen, wenn die Kühlung aussteigt. Gibt es eine längere Panne, würde der Inhalt des Kühlhüsli in einen Kühlwagen gezügelt werden.

Angebot wird geschätzt

Die Bäuerinnen hoffen nicht, dass ein solcher Fall bald eintritt. Doch die Anlage ist in die Jahre gekommen, das Kühlhüsli wurde 1999 saniert, und im Jahr 2002 wurde ein neues Kühlaggregat eingebaut. «Wenn die nächste grosse Sanierung ansteht, müssen wir über die Zukunft des Kühlhüsli beraten», sagt Jeannette Oppliger, Präsidentin der Bäuerinnenvereinigung Wintersberg-Bendel. Die Preise für die Jahresmiete sind so moderat, dass kaum Rücklagen gebildet werden konnten. Auch müsse dann geprüft werden, ob noch Bedarf für dieses Angebot bestehe.

Die Bäuerinnen sind jedoch überzeugt, dass sie eine Lösung finden würden, damit das Kühlhüsli weiterbestehen kann. Denn nach wie vor wird dieses Angebot genutzt und geschätzt. Für die Bäuerinnenvereinigung ist es ein Stück ihrer Geschichte und eine Erinnerung an den bäuerlichen Alltag vieler Vereinsmitglieder.

Die Bäuerinnenvereinigung Wintersberg-Bendel vermietet Kühlfächer. Wer interessiert ist, meldet sich bei Heidi Brunner, Telefon 071 993 26 05, oder per E-Mail bei brunner.hundsruecken@bluewin.ch.