Kritische Töne zur Sportsclinic

Das geplante Therapie- und Regenerationszentrum in Rehetobel stösst auf Kritik. Dies zeigte sich an einem Informationsanlass der Lesegesellschaft Dorf. Umstritten ist unter anderem der Standort in der Landwirtschaftszone.

Jesko Calderara
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Florian Kamelger und Andreas Bänziger stellten sich den Fragen von Moderator Hanspeter Spörri. (Bild: cg)

Florian Kamelger und Andreas Bänziger stellten sich den Fragen von Moderator Hanspeter Spörri. (Bild: cg)

REHETOBEL. Am 28. November entscheiden die Stimmbürger in Rehetobel über den Baurechtsvertrag für das ehemalige Altersheim Ob dem Holz. Auf dem Grundstück will die Sports Medicine Excellence AG ein Therapie- und Regenerationszentrum realisieren. An einer Informationsveranstaltung der Lesegesellschaft Dorf unter der Leitung des Teufner Journalisten Hanspeter Spörri stellten die beiden Initianten Andreas Bänziger und Florian Kamelger am Donnerstagabend im kleinen Saal des Gemeindezentrums ihr Projekt vor und beantworteten Fragen aus dem Publikum.

Als Erstes ging Bänziger, Verwaltungsratspräsident der Sports Medicine Excellence AG, auf das Geschäftsmodell des Unternehmens ein, das sich auf Behandlungen des Bewegungsapparats spezialisiert hat. «Eines unserer Ziele ist es, Behandlungen in hoher Qualität zu einem günstigen Preis anzubieten.» Dies erreichten sie durch die Optimierung der Wertschöpfungskette vom ambulanten Eingriff bis zur Therapie, erläuterte Bänziger.

Zweifel am Bedürfnis

Mehrere Votanten zeigten sich dem vorgestellten Geschäftsmodell gegenüber skeptisch und bezweifelten, dass der Bedarf dafür im Appenzellerland vorhanden ist. Es gebe bereits genügend Anbieter, argumentierte etwa der ehemalige Gemeindepräsident Heinz Meier. Diesen Einwand wollte Andreas Bänziger nicht gelten lassen. Die Fallzahlen würden aus demographischen Gründen steigen. Zudem habe sich kein Anbieter in der Region das ambulante Operieren auf die Fahne geschrieben, gab Bänziger zu bedenken.

Nach wie vor strebt die Sportsclinic Switzerland eine Zusammenarbeit mit dem Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden an. So sollen die Eingriffe am Spital Heiden vorgenommen werden. Gemäss Bänziger laufen zurzeit entsprechende Gespräche. Zu Diskussionen Anlass gab der vorgesehene Standort, welcher ausserhalb der Bauzone liegt. Einer der Anwesenden wollte wissen, warum das Vorhaben nicht beim Heilbad Unterrechstein umgesetzt werde. Die dort vorhandene Infrastruktur eigne sich nicht für ihre Bedürfnisse, sagte Bänziger. «Zudem wollen wir aus emotionalen Gründen unsere Ideen in Rehetobel umsetzen.» Deutliche Worte fand Sarah Kohler, Präsidentin der Lesegesellschaft Dorf. «Es ist eine Zwängerei, das Projekt in der Landwirtschaftszone zu realisieren.» Rehetobel profitiere, auch wenn das Therapie- und Regenerationszentrum in einer Nachbargemeinde gebaut werde. Für den Fall einer Ablehnung gebe es einen alternativen Standort in der Region, bestätigte Bänziger.

Gespräche mit Planungsamt

Florian Kamelger ging anschliessend auf die geplante Grösse des Neubaus ein. Nebst dem befürchteten Mehrverkehr und der Frage nach genügend Parkplätzen, ist dies ein mehrfach geäusserter Kritikpunkt. «Zurzeit schauen wir mit dem Planungsamt, was möglich ist», sagte Kamelger. Dies sei ein noch laufender Prozess. «Selbstverständlich werden wir uns aber an die gesetzlichen Vorhaben halten.» Der Baurechtsvertrag tritt unter anderem nur dann in Kraft, wenn eine Baubewilligung vorliegt.

Sicherheiten für Pächter

Negative Auswirkungen durch die vorgesehene Umnutzung der Liegenschaft Haus Ob dem Holz befürchten die Pächter des angrenzenden Landwirtschaftsbetriebs. Gemeindepräsident Ueli Graf verwies in diesem Zusammenhang auf die Regelungen im Baurechtsvertrag. Demnach erhalten die Pächter eine gleich grosse Ersatzfläche für die gemeinsam genutzte Remise, sofern diese abgebrochen und neu aufgebaut wird.