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KRITIK: StwK fordert Ombudsstelle

Diffuses Rollenverständnis und mangelhaftes Konfliktmanagement: Die Staatswirtschaftliche Kommission sieht beim Personalamt Handlungsbedarf. Eine unabhängige Anlaufstelle soll Abhilfe schaffen.
Jesko Calderara
In Appenzell Ausserrhoden fehlt bei Konflikten eine externe Anlaufstelle für Kantonsangestellte. (Bild: APZ)

In Appenzell Ausserrhoden fehlt bei Konflikten eine externe Anlaufstelle für Kantonsangestellte. (Bild: APZ)

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch

Ein Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung überwirft sich mit seinem Chef oder dem zuständigen Regierungsrat. In der Folge eskaliert der Konflikt am Arbeitsplatz. Solche Vorfälle führen immer wieder zu Beschwerden an die Staatswirtschaftliche Kommission (StwK), wie es im Bericht 2017 heisst. Dabei wird jeweils das Führungsverhalten der Vorgesetzen bemängelt.

Die StwK sieht in diesem Bereich Handlungsbedarf. Konkret fehlt ihrer Ansicht nach eine unabhängige Stelle, an die sich Mitarbeitende in Konfliktsituationen wenden können. Deren Aufgabe wäre es, die Interessen der Konfliktparteien anzuhören und mögliche Lösungen des Problems aufzuzeigen. Das habe besondere Bedeutung, wenn der Streit innerhalb der Führungsebene angesiedelt sei. Die Mitarbeitenden des Personalamts können diese Rolle aus Sicht der Kommission aufgrund der fehlenden Unabhängigkeit nicht wahrnehmen.

Die StwK empfiehlt dem Regierungsrat, das Konzept zum Konfliktlösungsverfahren prioritär anzugehen. In diesem Zusammenhang sei auch die Einsetzung einer externen und unabhängigen Ombudsstelle zu prüfen, welche in Konfliktsituationen kontaktiert werden könnte.

Personalamt steht in einem Interessenkonflikt

Von zentraler Bedeutung im Konfliktmanagement innerhalb der Verwaltung ist das Personalamt. Dieses gehört zum Departement Finanzen von Regierungsrat Köbi Frei, übernimmt aber Aufgaben für sämtliche kantonale Organisationseinheiten. Beispiele dafür sind die Ausarbeitung der Arbeitsverträge, die Überprüfung der einheitlichen Anwendung des Personalrechts und die Sicherstellung des Case-Managements als Unterstützung für Mitarbeitende mit gesundheitlichen Problemen.

Das Personalamt wird auch bei Streitigkeiten, welche das Arbeitsverhältnis betreffen, beigezogen. Letztes Jahr war es in Auseinandersetzungen involviert, die sich von latenten zu offenen Konflikten entwickelten. Die Beteiligten hätten dabei die Rolle des Personalamts teilweise als diffus wahrgenommen, gibt die StwK zu bedenken. Jenes habe manche Situationen, die durch Kantonsangestellte an das Amt herangetragen wurden, nicht adäquat eingeschätzt. Zusammen mit der mangelhaften Rollensensibilität habe dies unbeabsichtigt zu einer Verschärfung der Konfliktsituationen geführt. Das Personalamt hat gemäss der StwK einerseits die Interessen des Arbeitgebers zu vertreten. Dieser Auftrag sei anderseits unvereinbar mit Einzel- und Teamberatungen bei Konflikten.

Regelung der Zuständigkeit gefordert

Im aktuellen StwK-Bericht finden sich Empfehlungen zum Teilbereich Personalamt. Dessen unterschiedliche Rollen und Zuständigkeiten in Bezug auf unterstützende Coachings bis hin zur Konfliktbewältigung müssten geklärt werden. Auch gelte es, dies den Mitarbeitenden aktiv zu kommunizieren. In diesem Zusammenhang wird noch ein anderer Punkt erwähnt: Es brauche eine Klärung, wann das Personalamt an die Schweigepflicht gebunden sei und in welchen Fällen eine Informations- und Auskunftspflicht gegenüber den Vorgesetzten bestehe.

Am kommenden Montag wird sich der Kantonsrat mit den Erkenntnissen der StwK beschäftigen. Dann wird auch der Regierungsrat dazu Stellung nehmen.

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