Kritik an Kosten für Sek-Neubau

Die Gemeinde Teufen will im Gebiet Landhaus für 28,6 Millionen Franken eine neue Sekundarschule bauen. Nun wird Kritik laut an den Baukosten und am Projektierungskredit, über den die Bevölkerung am 18. Oktober abstimmt.

Michael Genova
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Auf dieser Wiese im Gebiet Landhaus will die Gemeinde Teufen eine neue Sekundarschule bauen. Das Haus Biser (links) müsste dafür weichen. (Bild: Monika Egli)

Auf dieser Wiese im Gebiet Landhaus will die Gemeinde Teufen eine neue Sekundarschule bauen. Das Haus Biser (links) müsste dafür weichen. (Bild: Monika Egli)

TEUFEN. An den Kosten für eine neue Sekundarschule im Gebiet Landhaus scheiden sich in Teufen die Geister. GPK-Präsident Christian Ehrbar spricht als Privatperson von einem «Schulhauspalast» und sagt: «Bei der Projektierung sind die Relationen verloren gegangen.» Die Teufner Bevölkerung stimmt am 18. Oktober über einen Projektierungskredit über 1,2 Millionen Franken ab. Insgesamt soll der Neubau für neun Klassen geschätzte 28,6 Millionen Franken kosten.

Kritik an Baukosten

«Für neun Klassen ist das viel zu teuer», so Christian Ehrbar. Er zieht den Vergleich mit der bestehenden Schulanlage Landhaus, die vor elf Jahren 15 Millionen Franken gekostet habe. Ehrbar ruft dazu auf, dem Souverän ein vernünftiges Projekt vorzulegen. Weiter moniert er, dass Teufen Landwirtschaftsland für 800 Franken pro Quadratmeter kaufen will. «Die Gemeinde soll nicht als Preistreiber bei Landkäufen auftreten.» Ehrbar geht davon aus, dass ein neues Sekundarschulhaus inklusive Landanteil für 20 Millionen Franken realisierbar wäre.

In einem Leserbrief in der «Tüüfner Post» kritisch zu Wort gemeldet hat sich der ehemalige Ausserrhoder Regierungsrat und Baudirektor Jakob Brunnschweiler (FDP). Er vermisst ein Gesamtkonzept und bemängelt die hohen Projektierungskosten sowie die hohen Preise, welche die Gemeinde für das Bauland bezahlen will. Noch nicht offiziell geäussert hat sich die FDP Teufen. Bis Ende der Woche werde der Vorstand entscheiden, in welcher Form man eine Wahlempfehlung abgeben wolle, sagt Präsident Paul Studach.

Zweitmeinung eingeholt

Zur Kritik an der Höhe der geplanten Baukosten sagt Schulpräsidentin Ursula von Burg: «Wir haben die Kosten seriös abgeklärt.» Die Arbeitsgruppe habe von einem weiteren Architekten eine Zweitmeinung eingeholt. Dieser sei mit einer anderen Berechnungsmethode auf gleich hohe Kosten gekommen. Ursula von Burg betont, dass es bei der Abstimmung vom 18. Oktober um einen Projektierungskredit gehe. Ziel des Kredits sei es, die korrekten Kosten zu ermitteln.

In einem Leserbrief vergleicht der ehemalige SVP-Kantonsrat Christian Meng das Neubauprojekt in Teufen mit der Schulanlage Seegarten in Arbon. Dieses Gebäude koste für 250 bis 300 Kinder lediglich 19,5 Millionen Franken. Dazu Ursula von Burg: «Ich kenne die Details des Projektes nicht und kann nicht beurteilen, welche Leistungen enthalten sind. Auch handelt es sich beim Neubau um eine Primarschule.» An der öffentlichen Orientierungsversammlung vom 23. September werde die Gemeinde Vergleichsprojekte präsentieren.

Eine weitere Kritik betrifft die Höhe des Projektierungskredits über 1,2 Millionen Franken. «Früher waren die Projektierungskosten tiefer, weil man einen Teil der Architektenleistungen erst über den Baukredit bezahlt hat», sagt Ursula von Burg. Der Gemeinderat wolle eine hohe Planungssicherheit für den Baukredit, das bedinge eine präzise Projektierung.

Erweiterung wäre möglich

Ist es klug, ein neues Sekundarschulhaus zu bauen, bevor feststeht, wie viele Oberstufenstandorte es künftig noch geben wird? Ursula von Burg geht davon aus, dass es vor 2020 zu keinen Zusammenschlüssen von Oberstufen kommen wird. «Wir planen aber so, dass wir in Zukunft den Neubau erweitern oder aufstocken könnten.» Eine Erweiterung für drei Klassen fliesse in die Planung mit ein. So bestehe die Möglichkeit, eine Zunahme der Schülerzahlen aufzufangen.

Die SP Rotbach wird diese Woche ihre offizielle Empfehlung zum Projektierungskredit veröffentlichen. «Die Idee eines Neubaus im Landhaus-Areal ist besser als es im Hörli je sein wird», sagt Präsidentin Bea Weiler. Eine Sanierung der Schulhäuser im Hörli käme aus ihrer Sicht nicht viel günstiger. Bei den Projektkosten verlässt sie sich auf die Berechnungen von ausgewiesenen Fachleuten. Weil es um viel Geld gehe, habe sich die Schulkommission sicher gut abgesichert. Auch Bea Weiler geht davon aus, dass Teufen ein Oberstufen-Standort bleiben wird.