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Kress-Insolvenz trifft Cekatec nicht

WATTWIL. Die deutsche Schwesterfirma der Ceka Elektrowerkzeuge AG & Co.KG in Wattwil, die Kress-elektrik GmbH & Co.KG, ist zahlungsunfähig und musste Insolvenz anmelden. Nicht betroffen ist die Cekatec, die sich vor zwei Jahren aus der Ceka heraus selbständig gemacht hat.
Hansruedi Kugler
Optimistisch trotz Insolvenz: (von links) Roger Hasler (Vertriebschef der Kress-Elektrowerkzeuge in der Schweiz), Dieter C. Kress (Inhaber der Kress-elektrik GmbH) und Stefan Jud (Geschäftsführer Cekatec) mit dem neusten Produkt, einem 360 BPS BiPower Bohrschrauber. (Bild: Hansruedi Kugler)

Optimistisch trotz Insolvenz: (von links) Roger Hasler (Vertriebschef der Kress-Elektrowerkzeuge in der Schweiz), Dieter C. Kress (Inhaber der Kress-elektrik GmbH) und Stefan Jud (Geschäftsführer Cekatec) mit dem neusten Produkt, einem 360 BPS BiPower Bohrschrauber. (Bild: Hansruedi Kugler)

Der Name «CEKA» leuchtet zwar noch in Grossbuchstaben über der Wattwiler Produktionshalle neben dem Glaspalast an der Industriestrasse. Vor einem Jahr wurde aber die Fertigung von Kress-Werkzeugen ins deutsche Mutterwerk verlagert. Ceka betreibt am Standort Wattwil noch einen Werkzeug- und Formenbau. Auf Anfang 2011 haben die Manager um Geschäftsführer Stefan Jud in einem sogenannten Management Buyout die beiden innovativen Ceka-Sparten Elektrowerkzeuge, Brennstoffzellen und Küchengeräte zu einer selbständigen Firma gemacht. Seither gibt es ausser einigen Dienstleistungen in der EDV und in der Finanzbuchhaltung keine Verbindungen mehr zur Ceka und deren Schwesterunternehmen Kress-elektrik beschäftigt derzeit im Hauptwerk im Süddeutschen Bisingen rund 150 Mitarbeiter. Die aber wurden vor einem Monat mit der Nachricht überrascht, dass Kress-elektrik beim Amtsgericht Insolvenz, wegen drohender Zahlungsunfähigkeit, angemeldet hat.

Euromarkt eingebrochen

Hintergrund der Krise bei Kress ist der eingebrochene europäische Exportmarkt: «Der deutsche Markt hat sich in diesem Jahr gut entwickelt», sagt Dieter C. Kress: «Aber die Auslandsmärkte schwächeln. Vor allem aber sind die Exporte nach Russland und Frankreich regelrecht eingebrochen.» Der Umsatz im zweiten Quartal 2012 war weit unter Erwarten gewesen und keine Besserung in Sicht. Auf Ende September drohte Zahlungsunfähigkeit. Das heisst in Deutschland nicht Konkurs: «Bei uns bedeutet das Anmelden der Insolvenz, dass man zwar seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Aber ein Insolvenzverwalter wird vom Gericht eingesetzt und man bekommt drei Monate Zeit, neue Investoren zu finden. Ziel ist es, die Firma wenn irgend möglich zu retten», sagt Dieter C. Kress. Das Arbeitsamt hilft dabei, indem es für diese Zeit die Lohnkosten übernimmt. Somit kann die Firma mit den laufenden Einnahmen die Rechnungen bei den Lieferanten bezahlen.

Unabhängige Cekatec

Von den Turbulenzen bei der ehemaligen Schwesterfirma kaum betroffen ist Stefan Jud mit seiner Cekatec. Aber auch er steht mit seiner Firma im rauhen Wind: «Wir passen uns derzeit an die schrumpfenden Umsätze an», sagt Stefan Jud. Seit dem Management Buyout vor knapp zwei Jahren ist seine Belegschaft von 94 auf 75 gesunken. Einzelne Entlassungen in der Produktion seien unvermeidlich gewesen und Abgänge wurden nicht ersetzt, sagt der Cekatec-Geschäftsführer. Allerdings gäbe es neben diesen Schattenseiten auch Grund zu Optimismus: «Wir haben gerade einen grossen Entwicklungsauftrag erhalten und sind nun auf der Suche nach Fachleuten in der Entwicklung und Technik.» Weiterhin auf Kurs ist Stefan Jud bei der Produktion von elektrischen Küchengeräten für Drittfirmen. Diese Sparte mache bereits knapp einen Drittel des Umsatzes aus, sagt er. Und für die Minibar-Brennstoffzelle läuft die Zertifizierung beim TÜV. Mitte 2013 sollten die Abnahmeverträge mit dem Auftraggeber unterschriftbereit sein und die Produktion anlaufen.

Keine Lieferengpässe

Zurück zu den Kress-Elektrowerkzeugen: «Wir produzieren und liefern unsere Geräte weiterhin wie gewohnt», sagt Dieter C. Kress. Das musste Roger Hasler, Geschäftsführer der RoviTrade, die für den Vertrieb der Elektrowerkzeuge von Kress auf dem Schweizer Markt beauftragt ist, seinen Kunden in den letzten Wochen immer wieder erklären. «Der Fachhandel in der Schweiz hält uns die Stange. Lieferengpässe gibt es nicht», sagt Roger Hasler. Auch der Fabrikladen bleibt wie gewohnt offen. Und mit der Weltneuheit 360 BPS BiPower, einem Bohrschrauber, der sowohl mit Akku wie auch mit Netzstrom betrieben werden kann, hat Kress sogar einen wichtigen Innovationspreis erhalten.

Neue Investoren gefragt

Bis Ende November hat Dieter C. Kress Zeit, ein Sanierungskonzept vorzulegen. Die Kress-elektrik braucht Geld und neue Märkte. Dieter C. Kress hält die Aussichten für erfolgversprechend: «Wir sind mit mehreren Investoren im Gespräch. Ideal wäre ein Investor, der uns mit einem Vertriebsnetz neue Märkte erschliessen kann.» Ein noch unerschlossener Markt sind zum Beispiel die USA. Dort gibt es noch kein Vertriebsnetz für Kress-Elektrowerkzeuge. Auf dem asiatischen Markt hingegen sieht Dieter C. Kress wenig Zukunft für seine Werkzeuge: «Die Konkurrenz produziert bereits in China und bedient den asiatischen Markt mit billigen Produkten. Mit diesen Preisen können wir nicht mithalten», sagt er.

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