KREISGERICHT: Mit Tempo 142 statt 80 über den Ricken

Mehr als 60 Stundenkilometer zu schnell fuhr ein Raser auf der Rickenstrasse. Nun stand er vor dem Kreisgericht.

Martin Knöpfel
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Raser auf einer Landstrasse (Bild: Fotolia)

Raser auf einer Landstrasse (Bild: Fotolia)

Mit Tempo 142 wurde ein in der Innerschweiz lebender Italiener im Sommer 2016 auf der Rickenstrasse erwischt. Damit hat er den Rasertatbestand von Artikel 90 Absatz 3 und 4 des Strassenverkehrsgesetzes erfüllt. Dieses sieht eine Strafe von einem bis vier Jahren vor. Der Tatbestand ist gegeben, wenn man im Tempo-80-Bereich rascher als 140 Kilometer pro Stunde fährt. Der Mann musste sich am Mittwoch vor dem Kreisgericht Toggenburg in Lichtensteig verantworten. Unabhängig vom Strafverfahren droht Rasern der Führerausweisentzug für mindestens zwei Jahre.

Der Staatsanwalt warf dem Mann, der Jahrgang 1979 hat und als Maurer arbeitet, die qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln vor. Der Angeklagte habe einen schweren Unfall in Kauf genommen. Das Verschulden sei aber nicht allzu gross. Der Tempoexzess habe sich auf gerader Strecke ausserhalb des Siedlungsgebiets ereignet. Man müsse dem Angeklagten glauben, dass die Strasse trocken und der Verkehr schwach war. Der Angeklagte sei kooperativ, schreibt der Staatsanwalt.

Bedingte Freiheitsstrafe mit zwei Jahren Probezeit

Wieso er so rasch gefahren sei, wisse er nicht, sagte der Mann. Er ist als Maurer-Vorarbeiter tätig und muss mehrere Baustellen betreuen sowie Maurer und Material transportieren. Er fürchtet, die Stelle zu verlieren, wenn er längere Zeit nicht Auto fahren darf. Bei einem Schuldspruch wolle er die Verfahrenskosten so rasch als möglich bezahlen, versicherte der Angeklagte.

Der Prozess fand im abgekürzten Verfahren statt, bei dem der Beschuldigte die Anklageschrift anerkennt. Er bejahte das in der Befragung. Zudem einigen sich Verteidiger und Anklage über die Strafe. Nach kurzer Beratung erhob der Richter den Strafantrag zum Urteil. Der Maurer erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr mit einer Probezeit von zwei Jahren. Er muss zudem Verfahrenskosten von 5447 Franken bezahlen. Der Angeklagte müsse sich bewusst sein, dass er jetzt eine strafrechtliche Vorgeschichte habe, sagte der Richter, der hofft, dass der Angeklagte künftig die Verkehrsregeln besser einhält.