Kreative Invasion im Kinderdorf Pestalozzi

700 Handwerker haben am Donnerstag im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen einen Sozialeinsatz geleistet. In rund 7000 Mannstunden wurde das Areal aufgewertet. Aktuell wird die künftige Ausrichtung der Institution diskutiert.

Mea McGhee
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Eines von 38 Projekten im Kinderdorf Pestalozzi: Aus Feuerwehrschläuchen werden Hängematten geflochten. (Bilder: MC)

Eines von 38 Projekten im Kinderdorf Pestalozzi: Aus Feuerwehrschläuchen werden Hängematten geflochten. (Bilder: MC)

Sägemehlspäne stieben, ein Geräuschteppich von Bohrern, Hämmern und Sägen liegt über dem Areal des Kinderdorfs Pestalozzi in Trogen. Hier werden Hängematten aus Feuerwehrschläuchen gefertigt, dort Beete neu bepflanzt und neue Spielgeräte errichtet. Im Wald beim einstigen Schwimmbad zimmert eine Gruppe von Leuten einen Holzsteg. Dieser wird zum neuen Freiluftschulzimmer führen.

Drei Firmen engagieren sich

Ulrich Stucki, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi.

Ulrich Stucki, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi.

An der freundschaftlichen Invasion beteiligt sind 550 Mitarbeitende des Bautechnologiekonzerns Hilti sowie 150 Profis einer Gartenbau- und einer Spielplatzbaufirma. «Es ist eine kreative, inspirierende und partnerschaftliche Zusammenarbeit», freut sich Ulrich Stucki, Vorsitzender Geschäftsleiter der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. «Die Infrastruktur des Dorfes erhält ein Upgrade. Es entstehen überraschende neue Aussenräume, die wir mit den Kindern in unseren Austauschprojekten beleben werden.» Wo man hinschaut, wird gearbeitet: Die Schindelfassade eines Hauses wird lasiert, die öffentlichen Wege vom Kinderdorf in die Quartiere Gfeld und Befang werden saniert, eine Feuerstelle gebaut.

Ein Jahr lang wurde geplant

Rund ein Jahr lang haben die Projektverantwortlichen diesen Tag geplant. 38 Projekte werden umgesetzt, teils basierend auf Fantasien von Kindern, die am Sommercamp im Kinderdorf teilgenommen haben. «Das soziale Engagement ist ein Teil unserer Firmenkultur», sagt Jahangir Doongaji, Hilti Konzernleitungsmitglied. Er lässt es sich nicht nehmen, seinen Mitarbeitenden mit einem mobilen Znüniwagen eine Stärkung zu bringen. Vor drei Jahren sei letztmals ein ähnlich grosser Einsatz geleistet worden, so Doongaji. Eine Herausforderung sei, einen geeigneten Partner für einen solchen Grosseinsatz zu finden. Der logistische Aufwand sei beträchtlich, reisten die Mitarbeiter doch von den Unternehmensstandorten in Liechtenstein, Deutschland und Vorarlberg an. Dazu galt es Werkzeug und Arbeitsmaterial anzuliefern. «Unsere Mitarbeitenden leisten diesen Sozialeinsatz freiwillig. Es ist für alle motivierend und befriedigend zu sehen, was man an einem Tag geschafft hat.»

Kreative Anregung für Strategie-Prozess

Ulrich Stucki ist seit Mai Geschäftsleiter der Stiftung Pestalozzi. Die künftige Ausrichtung des Kinderdorfes werde derzeit entwickelt. «Wer weiss, vielleicht werden die kreativen Anregungen, die im Rahmen des Sozialeinsatzes entstanden sind, den Strategie-Prozess unterstützen.» Das Engagement der Firma Hilti sei ein Geschenk, so Stucki.

Nebst den vielen Handwerkerinnen und Handwerkern sind Klassen der Primarschule sowie der Kanti Trogen auf dem Areal des Kinderdorfs unterwegs. Sie realisieren unter anderem Film- und Tonbeiträge, welche am abendlichen Barbecue gezeigt werden.

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